Nach Verwüstung eines Bienenhauses  

„Waschbären haben es in Deutschland schwer“

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Ein unbekanntes Tier verwüstete kürzlich ein Bienenhaus bei Lenggries. Der geschädigte Imker hatte einen Waschbären als Täter im Verdacht. 

Lenggries - Der Tölzer Kurier hat sich mit Friedl Krönauer vom Bund Naturschutz  über den Fall  unterhalten. 

Herr Krönauer, ein Waschbär zerstört ein Bienenhaus im Landkreis. Ist das tatsächlich vorstellbar?

Friedl Krönauer: Ja, das kann es durchaus geben. Es kommen schon vereinzelt Marderhunde oder Waschbären auch bei uns vor. Es gibt verschiedene Faktoren, die dafür verantwortlich sind, es ist ein Prozess. Genauso wie nicht-einheimische Pflanzen bei uns ankommen, tun es auch die Tiere. Aber wie bei allen Einwanderern haben auch sie es in Deutschland schwer.

-Was hätte das zu bedeuten, wenn ein Waschbär hier bei uns unterwegs wäre?

Friedl Krönauer: Zunächst einmal machen Tiere wie der Waschbär oder auch der Marderhund den heimischen Tieren Probleme. Im Laufe der Zeit balanciert sich das aber alles aus. Ein Waschbär hat es in unserem Klima nicht leicht. Aber er könnte sich darauf einstellen. Für den Menschen ist es oft schwer vorstellbar, dass er nicht alles unter Kontrolle hat. Wir müssen einfach damit leben, dass die Natur sich entwickeln muss.

-Warum würde ein Waschbär in ein Bienenhaus einbrechen?

Friedl Krönauer: Ein Waschbär ist ein Allesfresser. Es ist gut möglich, dass er auf der Suche nach Futter war. Er könnte sowohl die Bienen als auch den Honig gefressen haben. Allerdings ist es schwer zu sagen, ob ein Waschbär so viel Kraft aufbringen kann, ein Bienenhaus so zu zerstören. Auch wenn sich das Tier aufrichtet, ist es gerade einmal 70 Zentimeter groß.

-Wie verhält sich der Waschbär, wenn er einem Menschen begegnet?

Friedl Krönauer: In den Großstädten haben sich die Tiere an die Menschen gewöhnt. Bei uns hätte er sich sicher eine Scheu bewahrt und wäre nur heimlich unterwegs.

Rubriklistenbild: © dpa

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