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Blicken lächelnd in die Kamera und positiv in die Zukunft: die 36 Abiturientinnen des St.-Ursula-Gymnasiums in Lenggries. Vier der jungen Frauen haben ihre Reifeprüfung mit 1,0 bestanden, nämlich: Maria Kloiber, Marina Liehr, Lisa-Marie Orel und Michaela Vetter.. 

Abiturientinnen verabschiedet

Nach zwölf Staffeln warten neue Rollen auf die Schlosswepsn von Hohenburg

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Ein Schulleiter, der seine Abiturientinnen mit dem ersten Satz aus der Schöpfungsgeschichte in Verzückung versetzt. Eine Abschlussrednerin in Lederhosen. Und stehender Applaus für zwei Absolventinnen. Der Abflug der Schlosswepsn des Abiturjahrgangs 2018/19 war fast schon filmreif.

Lenggries – Am Ende stand der Anfang im Mittelpunkt. Schulleiter Christoph Beck konnte es auch heuer nicht lassen und baute in seine Rede zur Abiturfeier wie gewohnt den ersten Satz der Schöpfungsgeschichte ein – inzwischen eine Art „Running Gag“ am St.-Ursula-Gymnasium in Lenggries. Die 36 Absolventinnen lachten herzlich, als Beck sprach: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“

Auf Schloss Hohenburg scheint die Welt noch in Ordnung zu sein – eine „Wohlfühlschule“, wie Bürgermeister Werner Weindl in seiner Funktion als Vorsitzender des Fördervereins sagte. Weil die Welt in der Regel aber alles andere als in Ordnung ist, zogen sich zwei Forderungen durch fast alle Reden an diesem Freitagvormittag: Die Absolventinnen sollen für sich und andere Verantwortung übernehmen. Und die Zerstörung der Umwelt stoppen. Oder, um es mit Becks Worten auszudrücken: „Unterstützt uns in eurem beruflichen wie privaten Leben bei der Erfüllung des Schöpfungsauftrags und helft uns, die Zukunft für Alexander Gerst und unsere Enkel möglich zu machen.“

Den Bogen von Astronaut Alexander Gerst bis Pop-Star Lady Gaga gespannt

Der Schulleiter spielte mit dieser Aussage auf den deutschen Astronauten Alexander Gerst und seine bekannte Videobotschaft aus dem All an seine noch nicht vorhandenen Enkel an. Beck appellierte an die Abiturientinnen, wie die Wissenschaftler auf der internationalen Raumstation ISS zusammenzuarbeiten. „Gemeinsam geht es besser und ich glaube, dass wir es schaffen können.“

Dann ließ Beck zwei Schülerinnen sprechen beziehungsweise singen. Maria Rest und Selina Niederalt beeindruckten mit einer mitreißenden Interpretation von Lady Gaga und Bradley Coopers Hit „Shallow“, zu deutsch Untiefen. „Achtet auf die Untiefen, die flachen Stellen im Leben“, sagte Beck, nachdem der Applaus verklungen war.

Aus der insgesamt sehr gelungenen musikalischen Gestaltung der Abschiedsfeier stach Marina Liehrs Interpretation von „A Million Dreams“ hervor. Begleitet wurde sie von Lea Wohlgemuth am Klavier. Die beiden Abiturientinnen bekamen stehenden Applaus für ihre musikalische Erinnerung, dass wir in einer Welt leben, die wir selbst durch unsere Träume gestalten können.

Das Motto: „Abifix and Chill – 12 Staffeln abgedreht“

Ebenfalls überzeugen konnten die beiden Abschlussrednerinnnen Michaela Vetter im schicken Dirndl und Larissa Fangmann in einer feschen Lederhose. Auch sie bemühten die Genesis: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde – und dann die unbeschriebene Filmrolle, auf der einmal die Erinnerungen unseres Lebens Platz finden werden.“ Die Abiturientinnen dankten unter anderem den Produzenten ihres bisherigen Films, also ihren Eltern, sowie ihren Regisseuren, den Lehrern. Nicht von ungefähr lautet das Motto des Jahrgangs „Abifix and Chill – 12 Staffeln abgedreht“.

Abschließend zitierte Larissa Fangmann Schauspieler und Komiker Charlie Chaplin. Demnach sollten Filmemacher bedenken, dass man ihnen am Tag des Jüngsten Gerichts all’ ihre Filme wieder vorspielen wird. „Deshalb bleibt stets überlegt über den Schritt, den ihr als nächstes gehen wollt“, gab Larissa Fangmann ihren Mitschülerinnen mit auf den Weg.

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