Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

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Symbolische Aktion: Die Umweltschützer hatten mehrere Fichtensetzlinge dabei, die sie am Beginn des Forststraßen-Stücks einpflanzten. Dabei kamen die Aktiven um Michael Pröttel (li.) mit vielen Wanderern ins Gespräch.

Aktion von Mountain Wilderness

Naturschützer kämpfen am Grasleitensteig

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Lenggries - Das Stück Forststraße am Grasleitensteig auf dem Weg zur Lenggrieser Hütte erzürnt noch immer die Wanderer. Am Samstag gab es eine Aktion von „Mountain Wilderness“. Die Gruppe pflanzte symbolisch mehrere Fichten.

15 Umweltschützer des Aktionsbündnisses „Mountain Wilderness“ waren am Samstag in Lenggries aktiv, um wieder auf die „Forstautobahn“ am Grasleitensteig aufmerksam zu machen. „Das Thema erzürnt die Bergsteiger noch immer sehr“, berichtet Michael Pröttel von der lokalen Aktionsgruppe. Die Umweltschützer bauten am Parkplatz in Hohenburg eine Ausstellung mit 15 Fotos auf, die Forststraßen-Verschandlungen im bayerischen Alpenraum zwischen Berchtesgadener Land und Allgäu zeigen. Die Wanderer durften spontan ein „Lieblingsmotiv“ wählen. Zudem verteilten die Naturschützer Flyer – nicht nur am Parkplatz, sondern auch später am Berg. Denn sie hatten kleine Fichtensetzlinge dabei, die sie etwa 45 Minuten auf dem Wanderweg bis zum Beginn des Forststraßen-Stücks trugen. Dort wurden sie in die Erde gepflanzt. Ein symbolischer Akt, denn Pröttel glaubt nicht, dass die sechs Setzlinge überleben.

Ziel der Aktion war es, wieder auf das knapp einen Kilometer lange Forststraßen-Stück aufmerksam zu machen, das seit drei Jahren die Wanderer auf dem Weg zur Lenggrieser Hütte erzürnt. „Das wurde in allen Gesprächen auch wieder deutlich“, sagt Pröttel. „Mountain Wilderness“ setzt sich gegen den ihrer Meinung nach „ausufernden Bau von Forststraßen im bayerischen Bergwald“ ein. „Das sind regelrechte Waldautobahnen; völlig überdimensioniert“, sagt Pröttel. Hintergrund sei die 2007 beschlossene Bergwaldoffensive der Staatsregierung. „Diese finanziellen Zuschüsse führen dazu, dass selbst der letzte Winkel in den Alpen mit Forststraßen erschlossen wird.“ Durch diese Schneisen, deren Untergrund festgeschottert werde, sei die Artenvielfalt im Bergwald gefährdet. Und nicht zuletzt müsste man noch mehr Bäume fällen, um die Kosten wieder zu decken.

Die Gruppierung fordert, die Genehmigungsverfahren transparenter zu machen und rücksichtsvoller mit dem Wald umzugehen. „Diese Forderung ist bei allen Wanderern am Samstag auf große Zustimmung gestoßen."

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