Neu gewählte Vorstandschaft: Ortschef Bernhard Simon (3. v. re.), seine drei Stellvertreter (vorne, v. li.) Elisabeth Ertl, Benedikt Zastera (neu) und Franz Schöttl sowie (hinten, v. li.) Schriftführer Robin Baltes, Kassier Wolfgang Mulzer und Digitalbeauftragter Andreas Meyr (neu). Beisitzer sind Christoph Brenninger, Alois Gerg, Georg Gerg, Maximilian Klaar, Max Müller, Kaspar Reiser, Stefan Wasensteiner und Werner Weindl.
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Neu gewählte Vorstandschaft: Ortschef Bernhard Simon (3. v. re.), seine drei Stellvertreter (vorne, v. li.) Elisabeth Ertl, Benedikt Zastera (neu) und Franz Schöttl sowie (hinten, v. li.) Schriftführer Robin Baltes, Kassier Wolfgang Mulzer und Digitalbeauftragter Andreas Meyr (neu). Beisitzer sind Christoph Brenninger, Alois Gerg, Georg Gerg, Maximilian Klaar, Max Müller, Kaspar Reiser, Stefan Wasensteiner und Werner Weindl.

Interne Versammlung:

Neuanfang bei der Lenggrieser CSU nach einem turbulenten Jahr

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Die CSU Lenggries hat stürmische Zeiten hinter sich. Tiefpunkt im vergangenen Jahr war, dass es keinen Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl im September gab. Jetzt gibt es einen Neuanfang mit einem neuen Vorsitzenden.

Lenggries – Es war kein leichtes Jahr für die Lenggrieser CSU. Bis zur Kommunalwahl stellte die Union im Gemeinderat die Mehrheit. Von elf Sitzen ging es runter auf acht – obwohl das Gremium von 20 auf 24 Mitglieder wuchs. Bürgermeisterkandidatin Christine Rinner, die sich um die Nachfolge von Werner Weindl (CSU) bewarb, schaffte es im März nicht in die Stichwahl.

Bei der zweiten Wahl im September, die nach dem plötzlichen Tod von Amtsinhaber Markus Landthaler (FWG) notwendig geworden war, stellte die CSU gar keinen Bewerber mehr auf – obwohl Rinner angeboten hatte, noch einmal zu kandidieren.

Eine Aussprache soll es geben, wenn Corona Versammlung zulässt

Dass ein großer Ortsverband mit über 120 Mitgliedern keinen Bewerber nominiert, stieß nicht bei allen auf Verständnis. Ja, es habe Austritte gegeben, sagt Bernhard Simon. Er führt seit dieser Woche den Ortsverband. Das Amt des Vorsitzenden übernahm der 56-Jährige von Rinner. Gewählt wurde bei einer internen Veranstaltung, die wegen der Delegiertenwahl für die Nominierung des Bundestagstagskandidaten notwendig geworden war. Anders sei es mit Blick auf die Corona-Beschränkungen nicht gegangen, sagt Simon. Er weiß aber, dass es in der Partei schon noch ein wenig rumort, dass eine Aussprache gewünscht ist. „Und die soll es auch geben. Wenn Corona es zulässt, planen wir eine Veranstaltung, in der jeder seine Meinung sagen kann, in der offen diskutiert werden soll“, verspricht der neue Ortschef.

„Als Vorsitzende war Christine Rinner wirklich gut.“

Ihm ist es wichtig, seiner Vorgängerin zu danken. „Als Vorsitzende war Christine Rinner wirklich gut.“ Sie habe viele Veranstaltungen mit guten Referenten auf die Beine gestellt. „Da war wirklich Leben drin in der CSU“, sagt Simon, der 18 Jahre dem Gemeinderat angehörte. Dass sie nach dem auch für die eigene Fraktion recht überraschend angekündigten Rückzug von Amtsinhaber Weindl „den Mut“ gehabt habe zu kandidieren, auch das erwähnt Simon im Gespräch positiv. Rinner sei zudem fast einstimmig nominiert worden. „Da darf man sie dann eigentlich auch nicht kritisieren“, sagt Simon. Bei der Wahl habe sich allerdings gezeigt, „dass Lenggries nicht wollte“, sagt er. Rinner habe viel aushalten, viel Kritik einstecken müssen. Auch deshalb habe man sie kein zweites Mal ins Rennen schicken wollen. „Wir hätten sie verheizt. Das wollten wir ihr nicht antun. Es war eine schwierige Entscheidung“, sagt Simon.

Zwischenzeitlich hatte die CSU noch überlegt, Anton Demmel ins Rennen zu schicken. Der ehemalige Königsdorfer Bürgermeister war bei der Landratswahl unterlegen und hätte sich das Lenggrieser Amt auch vorstellen können – allerdings nur, wenn sich CSU und Freie Wähler auf ihn als gemeinsamen Kandidaten geeinigt hätten. Die Freien Wähler setzten aber lieber auf den eigenen Bewerber Stefan Klaffenbacher. Der Rest ist Geschichte.

Dass Werner Weindl nicht mehr kandidierte, habe ein Vakuum in der CSU hinterlassen

Man habe anders als die Freien Wähler nicht „um jeden Preis“ einen eigenen Bewerber finden wollen, sagt der neue CSU-Chef. Jetzt gelte es, nach vorne zu schauen. „Das Ziel ist, die CSU in fünf Jahren zu alter Macht zurückzuführen“, sagt Simon.

Er räumt ein, dass nach 24 Jahren Werner Weindl „ein Vakuum in der CSU“ entstanden sei. Weindl sei als Bürgermeister souverän gewesen. „Und wir konnten uns schon auch mal hinter ihm verstecken – beispielsweise in der Flüchtlingskrise.“ Jetzt sei die Situation einfach eine komplett andere. „Aber Jammern hilft nichts.“ Die CSU werde die Gemeindepolitik nun „kritisch begleiten, aber nicht um jeden Preis Opposition machen“. Man werde aber den Mund aufmachen, kündigt Simon an.

Nur noch eine Frau im Vorstand

Wichtig sei ihm gewesen, den Vorstand zu verjüngen. Elisabeth Ertl – sie ist die einzige Frau im Vorstand – und Franz Schöttl fungieren zwar weiterhin als stellvertretende Vorsitzende. Neu hinzugekommen ist aber Benedikt Zastera (21) aus den Reihen der Jungen Union. Unter den Beisitzern finden sich einige Kandidaten, die bei der jüngsten Gemeinderatswahl nicht zum Zug kamen, die Simon aber schon mit Blick auf die Wahl 2026 bei der Stange halten will.

Fortführen will Simon – so es denn irgendwann wieder möglich ist – die Veranstaltungen. Wichtig sei ihm dabei „Niveau. Wir wollen keine Freibierveranstaltungen wie bei den Freien Wählern“. Junge Leute für die Politik zu motivieren – auch das ist eines seiner Ziele. „Und generell hoffe ich, dass der Ortsverband wieder eine Einheit wird.“

Christine Rinner: Rückblick ohne Groll

Christine Rinner, die sechs Jahre Vorsitzende der Lenggrieser CSU war, blickt mittlerweile ohne Groll zurück, wie sie auf Anfrage sagt. „Wer nachtragend ist, belastet sich nur selbst.“ Die Jahre als Vorsitzende seien „eine gute Zeit“ gewesen. „Ich habe viel gelernt, habe viele Leute kennengelernt. Dafür bin ich dankbar.“ Vielleicht sei jetzt aber „der ideale Zeitpunkt für einen Wechsel“.

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