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Dieses historische Foto von einem Holzerkobel wird  in der neuen Lenggrieser Ausstellung zu sehen  sein . Der einfache Unterstand für die Waldarbeiter ist mit Baumrinden gedeckt. An der offenen Eingangstür steht die Jahreszahl 1902.

Heimatmuseum Lenggries   

Neue Ausstellung wird vorbereitet

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Das Lenggrieser Heimatmuseum bereitet momentan eine neue Ausstellung für den Sommer vor. Zum Bau von Holzerkobeln wurde sogar ein eigener Film produziert.

Lenggries – Sehr gut angenommen wurde die Ausstellung „Deicheln und Deikern“ im Lenggrieser Heimatmuseum. Dabei geht es unter anderem um die Herstellung von hölzernen Wasserrohren und -Rinnen. „Aufgrund der starken Nachfrage haben wir bis Juni verlängert“, sagt Leiterin Manuela Strunz. Im Anschluss daran soll erneut das Thema Holzwirtschaft aufgegriffen werden. „Wir werden den Bau eines Holzerkobels nachstellen“, verrät Strunz. Dieser diente als Unterstand der Holzer bei ihren Arbeiten im Bergwald. „Sie konnten ja nicht immer einfach zum Brotzeitmachen nach Hause gehen.“ Zwei verschiedene Modelle gab es laut Strunz: Den Rindenkobel, der etwas einfacher war, und eine ausgefeiltere Variante, in der sogar übernachtet werden konnte.

Pünktlich zur neuen Ausstellung wird es einen Film des Tölzers Rudi Kornbichler geben, der den Bau eines Kobels dokumentiert. Mitwirkende sind dieselben Akteure, die bereits im Film zu „Deicheln und Deikern“ zu sehen sind. Ein Teil eines solchen Holzerkobels wird auch im Museum nachgebaut, „zum Anschauen, nicht Begehen“. Um den Aufbau im Museum kümmert sich federführend Sepp Wasensteiner (Lasseln). Um dem Kobel Tiefe zu verleihen, wird Künstler Florian Scheitler einen Hintergrund gestalten.

Mit anpacken werden auch Filmer und Akteure des Films sowie Mitarbeiter des Bauhofs. „Die sind immer sofort dabei“, ist Strunz dankbar für die vielen helfenden Hände. Der Film übrigens wurde eigens für die Ausstellung produziert und in den Lenggrieser Bergen gedreht. Wo genau – das möchte Strunz nicht verraten. „Den Kobel gibt es nämlich noch“, sagt sie.

Viele Informationen für die neue Ausstellung und den Film gab es von älteren Mitgliedern des Holzhacker- und Flößervereins. „Die haben solche Kobel teilweise noch selber gemacht“, sagt Strunz. „Sie haben uns von ihrer aktiven Zeit berichtet. Es ist wichtig, dass man dieses Wissen noch konserviert.“

Wichtig ist zum Beispiel, dass die Rinden, die einen typischen Kogel ausmachen, erst zu einer bestimmten Jahreszeit vom Baum „geschunden“ werden können – so der Fachbegriff. Im Mai und Juni wurden typischerweise die Rinden für die Abdeckung des Kobels gewonnen.

Manuela Strunz freut sich auf die neue Ausstellung, die eine gewisse Aufbauzeit in Anspruch nehmen wird. Aber die Resonanz auf „Deicheln und Deikern“ spornt sie an. „Im Gästebuch kann man gut nachlesen, was den Leuten gefallen hat.“ Es habe sich gezeigt, dass sowohl Einheimische als auch Touristen begeistert waren. Vor allem der etwa 30-minütige Film sei auf positive Resonanz gestoßen. „Die Besucher haben gelobt, dass man wunderbar erkennen könne, wie diese Arbeiten ablaufen“, sagt Strunz. Das sollen sie nach Möglichkeit auch nach der Ausstellung zu den Kobeln sagen.

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