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Die neue Drehleiter in voller Beleuchtung.

Feuerwehr Lenggries

Neue Drehleiter: Ein Schmuckstück für 661.000 Euro

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Sie kostet so viel wie ein (kleines) Einfamilienhaus: die neue Drehleiter der Lenggrieser Feuerwehr. Seit Kurzem ist das 661 000 Euro teure Fahrzeug in Betrieb – und es ist ein echtes Multitalent.

Lenggries – Der 14. März war ein großer Tag für die Lenggrieser Feuerwehr: Eine Delegation um Bürgermeister Werner Weindl reiste zum Hersteller Rosenbauer nach Karlsruhe, um die Drehleiter abzuholen. „Unsere bisherige wird heuer 40 Jahre alt“, sagt Kommandant Hans Willibald. „Sie hat aber immer gute Dienste geleistet.“ Bis zur Einweihung der neuen Drehleiter am 28. Mai bleibt sie auch noch im Fuhrpark der Wehr, dann werde sie verkauft, so der Kommandant.

Das nun für 661 000 Euro angeschaffte 16 Tonnen schwere Einsatzfahrzeug ist auf dem

neuesten Stand der Technik. „Wir haben an Ausrüstung alles genommen, was geht und sinnvoll ist. Mehr gibt es nicht“, sagt Willibald. So wurde die Drehleiter zum Multitalent. „Ich glaube, ich brauche drei Stunden, wenn ich jetzt aufzähle, was die Drehleiter alles hat“, hatte Kreisbrandmeister Robert Schmid gescherzt, als er in der Frühjahrsversammlung der Wehren die neuen Fahrzeuge vorstellte.

Die Ausrüstung: (1) Fünfteiliger Leitersatz mit Rettungskorb mit Standfläche für fünf Personen (500 Kilo), (2) Zubehör Schleifkorbtrage; (3) Feuerwehrleinen, (4) Notfallrucksack, (5) 2 Atemschutzgeräte, (6) Elektro-Hochleistungslüfter, (7) Waagrecht-/Senkrechtabstützung, (8) elektrisch leitfähige Unterlegplatten aus Holz, (9) Unterlegkeil, (10) B-Schläuche, (11) Standrohr und Zubehör, (12) elektrisch und manuell verstellbarer Monitor für den Wasserwerfer, (13) Feuerlöscher ABC-Pulver, (14) Verteiler B auf C, (15) Verkehrsleitkegel, (16) Faltsignale, (17) Aufsteckblitzleuchten, (18) Schwerlasttrage bis 310 Kilo und Schleifkorbtrage.

Die Leiter ist 360 Grad schwenkbar. Der oberste Teil kann abgewinkelt werden. Das ermöglicht es, dass direkt vor dem Führerhaus eingestiegen werden kann – das ist wichtig, wenn wenig Platz vorhanden ist. Ausgefahren erreicht die Leiter eine Höhe von 30 Metern. Es gibt eine feste Stromverkabelung und eine integrierte Wasserführung bis zum Korb. Steuerbar ist die Leiter auch komplett vom Boden aus. Das ist wichtig, sollten die Einsatzkräfte im Korb beispielsweise in einer Notlage nicht mehr im Stande sein zu manövrieren. „Es gibt eine Rückholfunktion. Dabei wird die Leiter auf genau demselben Weg eingefahren wie sie ausgefahren wurde“, erläutern Willibald und sein Vize Alois Gerg. Der Sicherheit dienen auch die installierten Kameras und die Wasserdüsen. „Die kühlen den Korb rundherum“, erklärt Gerg.

Mit ganz wenigen Handgriffen kann die Front des Korbs entfernt werden. Das ermöglicht den barrierefreien Zugang für Patienten, die im Rollstuhl sitzen und aus einem Gebäude gerettet werden müssen. „Wir haben uns jetzt für Übungszwecke extra einen Rollstuhl zugelegt“, sagt Gerg. Ebenso einfach ist es, eine Schwerlasttrage zu installieren. Die kommt beispielsweise zum Einsatz, wenn ein gewichtiger Patient nicht über das Treppenhaus nach unten gebracht werden kann. Angebaut werden kann aber auch eine Schüttmulde, durch die Brandgut aufgeladen und später ausgekippt werden kann.

Die Ausrüstung: (1) Fünfteiliger Leitersatz mit Rettungskorb mit Standfläche für fünf Personen (500 Kilo), (2) Zubehör Schleifkorbtrage; (3) Feuerwehrleinen, (4) Notfallrucksack, (5) 2 Atemschutzgeräte, (6) Elektro-Hochleistungslüfter, (7) Waagrecht-/Senkrechtabstützung, (8) elektrisch leitfähige Unterlegplatten aus Holz, (9) Unterlegkeil, (10) B-Schläuche, (11) Standrohr und Zubehör, (12) elektrisch und manuell verstellbarer Monitor für den Wasserwerfer, (13) Feuerlöscher ABC-Pulver, (14) Verteiler B auf C, (15) Verkehrsleitkegel, (16) Faltsignale, (17) Aufsteckblitzleuchten, (18) Schwerlasttrage bis 310 Kilo und Schleifkorbtrage.

Dass das Einsatzfahrzeug Allrad-Antrieb hat, war der Feuerwehr mit Blick auf die Lenggrieser Topografie wichtig. Diesen auch wirklich genehmigt zu bekommen, war allerdings schwierig. Das Problem: Durch den Allradantrieb ist das Fahrzeug 15 Zentimeter höher als es die DIN-Norm vorsieht. Der Freistaat bezuschusst aber nur, was der Norm entspricht. Da die Gemeinde ungern auf 225 000 Euro verzichten wollte, musste eine Ausnahmegenehmigung her. Dazu musste die Feuerwehr nachweisen, dass es beispielsweise Gebäude gibt, die nur mit Allradantrieb angefahren werden können (dazu gehört Schloss Hohenburg) und dass das höhere Fahrzeug unter allen Brücken durchpasst. „Wir haben Objekte und sämtliche Straßen dokumentiert und fotografiert“, sagt Willibald. Am Ende wurde die Ausnahmegenehmigung erteilt.

Für die Leiter gab es nicht nur einen staatlichen Zuschuss, sondern auch eine ganze Reihe Spenden aus der Bevölkerung. Wie viel zusammengekommen ist, wird erst bei der Einweihung verraten.

Die Einweihung der neuen Drehleiter findet beim Tag der offenen Tür der Lenggrieser Feuerwehr am Sonntag, 28. Mai, statt. Beginn ist um 12 Uhr mit der Fahrzeugsegnung. Ab 13.30 Uhr gibt es verschiedene Vorführungen und Führungen durchs Gerätehaus an der Münchner Straße. Es spielt die „Oid Foia Musi“. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

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