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Der Verlauf der neuen Kletterroute an der Spritzkarspitze. 

Neue Kletterroute 

„Feuerritt“ zur Spritzkarspitze

Hinterriß – Der Name ist Programm: Die neue Kletterroute "Feuerritt" im Karwendelgebirge ist nur etwas für sehr erfahrene Kletterer.

Der 600 Meter hohe lotrechte Wandabbruch der Spritzkarspitze direkt über der Eng beeindruckt jeden Besucher dieses grandiosen Talschlusses im Herzen des Karwendelgebirges. Das Massiv gehört zu den meist fotografierten Bildmotiven. Im vergangenen Sommer hat dort der bekannte Extremkletterer Ralf Sussmann aus Murnau zusammen mit seinem Seilpartner Hannes Scheifl eine neue „Nordpfeiler-Direttissima“ eröffnet. In Anlehnung an das bekannte Mörike-Gedicht hat er seine neue Kreation „Der Feuerreiter“ genannt. Der Name ist Programm, denn Wiederholer erwartet dort ein heißer Ritt: Die Route sei „nochmals eine Steigerung im Anspruch“ gegenüber seinen bisherigen Neutouren, merkt Ralf Sussmann an und ergänzt: „Die Hakenabstände sind weiter als bisher“, und der nicht immer ganz zuverlässige Fels erfordere sehr große Erfahrung.

Wer nur einer bestens abgesicherten, „benutzerfreundlichen“ Sportkletterroute gewachsen ist, der sei hier sicher weit überfordert, warnt Sussmann alle Wiederholer ausdrücklich davor, die Tour zu unterschätzen. Die Route verläuft in großer Ausgesetztheit über einen schwach ausgeprägten Felspfeiler, von dem man „wie aus dem Flugzeug“ zu den Eng-Almen hinunter schaut. Der Zugang zum Einstieg ist identisch mit jenem zum schräg links abzweigenden markanten „Schiefen Riss“ von 1902, einem berühmten Anstieg aus der Pionierzeit des Kletterns, doch dann teilen sich die Wege und es geht immer nur noch kerzengerade hinauf.

Die Schwierigkeiten seiner 13 Seillängen langen Neutour hat Ralf Sussmann mit „meistens sechster, oft siebter (7 +) und achter Grad, eine obligate 9- Einzelstelle“ bewertet.

Vor dem „Feuerreiter“ hat Sussmann übrigens in der Nordwand des benachbarten Laliderer Falk mit „Pforte ins Elysium“ eine ähnlich knackige Neutour eröffnet.  rbe

Infos

Nähere Informationen zu den Routen auf Ralf Sussmanns Webseite www.nordalpenklettern.lima-city.de

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