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Nur für zwei der drei Einsatzfahrzeuge gibt es Garagenplätze – und die sind reichlich eng. 

Bergwacht Lenggries

Neue Rettungswache: Schwierige Suche nach einem Grundstück

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Die Lenggrieser Bergwacht braucht eine neue Rettungswache. Ein Konzept gibt es bereits. Was fehlt, ist das passende Grundstück. Hier hoffen die freiwilligen Retter auf Hilfe aus der Bevölkerung.

Lenggries– In der jüngsten Gemeinderatssitzung war das Projekt bereits kurz vorgestellt worden (wir berichteten). Jetzt lud die Bergwacht zu einem gemeinsamen Pressegespräch mit der Gemeinde ein, um die Pläne genauer zu erläutern.

Seit rund 40 Jahren befindet sich die Rettungswache am Ende einer einsp

urigen Stichstraße, die von der Karwendelstraße abzweigt. Rund um das Gebäude ist ein Wohngebiet entstanden. Und genau das führt zu allerlei Problemen für die Bergwacht. „Ein Großteil unserer Einsätze findet am Wochenende statt, dann, wenn die Bevölkerung eigentlich Erholung sucht“, erklärt Ausbildungsleiter Karl Strehler. Genau dann aber werden Tore auf und zu gemacht, Autos angelassen, Rettungskräfte rücken an und wieder ab – und schließlich geht es einmal quer durch den Ort, um beispielsweise das Brauneck zu erreichen. Besonders störend für die Anwohner sei das bei nächtlichen Einsätzen – „und die kommen bei Suchaktionen recht häufig vor“, sagt Strehler.

Generell reicht der Bergwacht aber auch einfach der Platz nicht mehr. Das Material, das die Bergwacht braucht, ist mittlerweile auf mehrere Standorte verteilt. „Die Bergrettung hat sich stark weiterentwickelt“, sagt Strehler. Auch die Aufgaben wurden vielfältiger. Unter anderem gibt es jetzt eine Canyoninggruppe. „Die kommt beispielsweise, wenn Sie mit dem Auto in einen Bach gestürzt sind“, erläutert der Ausbildungsleiter. Früher gab es gerade mal ein Fahrzeug. Heute sind es drei, dafür reichen aber die Garagenplätze nicht. Dazu kommen Schneefahrzeuge und Anhänger. Das Rangieren auf dem Garagenvorplatz ist schwierig und gefährlich, weil auf dem dortigen Gehweg oft Kinder spielen. „Die Rangiermanöver sind für unsere Kräfte eine Zumutung – vor allem unter Stress im Einsatzfall“, sagt Strehler.

Mehr als 300 Einsätze absolvieren die rund 60 aktiven Helfer pro Jahr – damit liegen sie auf Rang sieben der 112 Bergrettungswachen. 22 Anwärter befinden sich momentan in Ausbildung – darunter zehn Frauen. Das ist erfreulich, sorgt aber auch für das nächste Problem. „Wir haben keinen Umkleidebereich für Damen“, erklärt der stellvertretende Bereitschaftsleiter Willi Härtle. Im Prinzip gibt es allerdings überhaupt keine separate Umkleide. Die dient nämlich im Moment auch noch als Materiallager und Desinfektionsraum, in dem beispielsweise nach einem Einsatz durch Blut kontaminiertes Material gereinigt wird.

Eine sinnvolle Erweiterung an der Karwendelstraße ist nicht möglich – auch weil im Zuge der Modernisierung alle gültigen Vorschriften und Normen eingehalten werden müssten. Dass das am jetzigen Standort nicht geht, zeigte die umfangreiche Analyse, die in monatelanger Arbeit erstellt wurde. Die einzige Möglichkeit ist ein Neubau an der anderer Stelle. „Wir hatten schon etwas Lampenfieber, als wir das den älteren Kameraden, die die jetzige Wache gebaut haben, mitgeteilt haben“, sagt Sepp Bartl, seit 28 Jahren bei der Bergwacht und zuständig für die Bauplanung. „Aber es gab eine sehr deutliche Zustimmung. Sie haben gesagt, dass es gut ist, was wir vorhaben.“

Was nun fehlt, ist ein Grundstück. 2100 Quadratmeter braucht die Bergwacht – vorzugsweise in Anger oder Wegscheid, weil 80 Prozent der Einsätze am Brauneck stattfinden. Da es sich um ein privilegiertes Bauvorhaben handelt, dürfte Bauen im Außenbereich möglich sein, sagt Bauamtsleiter Anton Bammer. „Wir müssen natürlich immer schauen, was das Landratsamt dazu sagt.“

Ob Kauf, Grundstückstausch mit der Gemeinde – ihr gehört das Areal an der Karwendelstraße – oder Erbpacht: Man könne über alles reden, betont Bürgermeister Werner Weindl. „Uns ist wichtig, dass die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam wird. Vielleicht kennt ja jemand jemanden...“, ergänzt Strehler.

Weitere Infos

Die Bergwacht hat ihre Internetseite überarbeitet. Auf www.bergwacht-lenggries.de gibt es alle Infos zum geplanten Neubau. Wer ein Grundstück hat, kann sich an die Bergwacht oder an die Gemeinde wenden.

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