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Die ehemalige Prinz-Heinrich-Kaserne inLenggries.

Kaserne: Neuer Bebauungsplan soll Ruhe bringen

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Lenggries – Die Kasernenflächen stehen im Zentrum der Lenggrieser Gemeinderatssitzung am Montag (18 Uhr, Rathaus). Die Gemeinde möchte für die Flächen, auf denen bislang Camp Woodward verwirklicht werden sollte, einen neuen Bebauungsplan aufstellen.

Am Ziel der Planungen ändert sich dadurch im Prinzip wenig: Aus dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Camp Woodward Europe“ soll nun das Sondergebiet „ehemalige Prinz-Heinrich-Kaserne“ werden. Nutzungen aus den Bereichen Freizeit, Sport und Bildung wären auf den Flächen, die die Gemeinde im Dezember für knapp fünf Millionen Euro gekauft hat und die ihr seit April nun auch gehören, möglich. „Wir haben ja einen Interessenten, der ein Sportcamp verwirklichen will, mit dem wir weiterhin im Gespräch sind“, sagt Bürgermeister Werner Weindl auf Anfrage. Wenn sich aber am Ziel des Bebauungsplans nichts ändert, warum ist dann die Umwandlung überhaupt nötig? „Bei einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan können wir keine Veränderungssperre erlassen“, sagt Weindl. Genau diese wird der Gemeinderat für das Areal am Montag aber ebenfalls beschließen. Sie gilt zwei Jahre und legt fest, dass in diesem Zeitraum baulich nichts verändert werden darf. Ausnahmen können natürlich genehmigt werden. Hintergrund dürfte sein, dass die Gemeinde zwar weite Teile des Geländes gekauft hat, aber eben nicht alles. Drei Gebäude wurden von der Projektsgesellschaft Action Sports nicht mitveräußert: die ehemalige Kantine, das Schulungsgebäude und der alte Mulistall. Für die beiden Letzteren liegen am Montag Bauanträge vor. Das Lehrsaalgebäude soll zu einem Verwaltungs- und Bürogebäude umgenutzt werden.

Aus dem alten Mulistall möchte Action Sport Lodges, also Ferienwohnungen oder ähnliches, machen. Mit Blick auf die Veränderungssperre wird der Gemeinderat beide Vorhaben vermutlich ablehnen.

Zweiter Vorteil des neuen Bebauungsplans: Die Gemeinde kann sich ein Vorkaufsrecht für die Flächen sichern, die ihr nicht gehören.

Für Weindl ist es aber jetzt am wichtigsten, „dass wir Ruhe in die Sache bringen“. Die Gemeinde brauche Zeit, um sich Gedanken darüber zu machen, was sie mit den Kasernenflächen anfangen will. Genau diese Zeit bringe die zweijährige Veränderungssperre, die nach Ablauf um ein weiteres Jahr verlängert werden könnte. Auch deshalb wäre es kontraproduktiv, nun Einzelpläne wie die Lodges zu genehmigen. „Wir wollen das nicht stückchenweise entwickeln, ohne die Gesamtfläche zu betrachten“, argumentiert der Rathauschef.

Für Ruhe sorgt laut Weindl auch, dass die nicht genehmigten Zwischennutzungen (wir berichteten) im hinteren Bereich des Areals mittlerweile weitgehend beendet sind. Wie berichtet hatten einige Mieter gegen die Kündigung ihrer Verträge für die Lagerflächen protestiert, die Gemeinde war aber hartgeblieben. Als neuer Eigentümer könne man eine Schwarznutzung einfach nicht dulden, hatte Weindl stets argumentiert.

Ändern wird sich auf dem Areal aber trotzdem eine Kleinigkeit: Die Gemeinde möchte an der Nordseite des Geländes eine neue Zufahrt zum ebenfalls gekauften Sportplatz schaffen, der dadurch besser nutzbar wäre. Bislang mussten Sportler nämlich durch das (meistens abgeschlossene) Kasernengelände. Neben dem Sportplatz möchte der Turnverein zwei weitere Beach-Volleyballfelder – zwei gibt es bereits – schaffen.

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