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Seit einer Woche im Amt: Der neue Lenggrieser Bürgermeister Markus Landthaler an seinem Schreibtisch im Rathaus. 

Eine Woche im Amt

Neuer Lenggrieser Bürgermeister: Um spätestens 7 Uhr sitzt er am Schreibtisch

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
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Seit einer Woche ist der neu gewählte Lenggrieser Bürgermeister Markus Landthaler im Amt. An diesem Montag wird er vereidigt.

Lenggries – „Früher Vogel fängt den Wurm“ – diesen Grundsatz beherzigt Markus Landthaler. Deshalb sitzt der neu gewählte Lenggrieser Bürgermeister auch spätestens um 7 Uhr an seinem Schreibtisch im Rathaus. „In der Früh kann man das meiste wegarbeiten“, sagt Landthaler. So habe das sein Vorgänger Werner Weindl gehandhabt und ihm empfohlen – so mache er das jetzt auch, sagt der Freie Wähler.

Auf die Frage, wie seine erste Woche im Amt war, schnauft der 50-Jährige am Telefon erst einmal hörbar durch, dann lacht er. „Es ist einfach vieles neu“, sagt er. Gerade hat er eine Videokonferenz mit den anderen Landkreis-Bürgermeistern und dem Landratsamt hinter sich, in der es um die Frage ging, wie die Öffnungszeiten in den Verwaltungen künftig aussehen sollen.

In den ersten drei Tagen blieb nicht mal Zeit für ein Grüß Gott

Die ersten drei Tage habe er nicht einmal Zeit gefunden, in allen Abteilungen der Verwaltung „Grüß Gott“ zu sagen, bedauert Landthaler. Eines hat er nach der ersten Woche aber auf jeden Fall schon festgestellt: „Die Mitarbeiter im Rathaus und den Außenstellen sind spitze. Das ist wirklich ein gutes Team.“

Vieles läuft in der Verwaltung derzeit anders als sonst. Zum Teil wird in wechselnden Schichten gearbeitet, damit das Corona-Virus nicht gleich alles lahmlegt, sollte sich jemand anstecken. „In einigen Büros wurden auch Trennwände aufgebaut, damit weiter gearbeitet werden kann“, sagt Landthaler. Die Betreuerinnen in den Kindertagesstätten bauten Urlaub und Überstunden ab, aber auch die ersten Minusstunden fielen schon an. Im Hallenbad Isarwelle wurde die Frühjahrsrevision etwas vorgezogen. Im Freibad sind ebenfalls viele Vorbereitungsarbeiten erledigt, damit alles fertig ist, wenn der Badebetrieb wieder aufgenommen werden kann. „Im Moment kann aber keiner sagen, wann das sein wird“, sagt Landthaler. Kurzarbeit sei in der Verwaltung derzeit aber noch kein Thema.

Landthaler wünscht sich einen Dritten Bürgermeister

Sein erster großer offizieller Termin ist am kommenden Montag, 11. Mai, die konstituierende Sitzung des Gemeinderats. Die beginnt mit Landthalers Vereidigung. Danach steht die Wahl des Vize-Bürgermeisters auf dem Programm. Dass Franz Schöttl (CSU) wieder kandidiert (und auch gewählt wird), ist wahrscheinlich. Ob es einen weiteren Stellvertreter geben wird, muss dann der Gemeinderat entscheiden. „Ich würde mir schon einen Dritten Bürgermeister wünschen, weil die Arbeit und die Aufgaben ja nicht weniger werden“, sagt Landthaler. Vor sechs Jahren war dieses Vorhaben gescheitert. Nachdem Günter Haubner (FWG) im Rennen um das Vize-Bürgermeister-Amt Schöttl unterlegen war, wollte die Freie Wählergemeinschaft keinen Kandidaten mehr für den schon damals eigentlich beschlossenen weiteren Stellvertreterposten aufstellen. Auf einen Dritten Bürgermeister wurde dann letztlich verzichtet. Landthaler hofft, dass es dieses Mal gelingen wird, eine einvernehmlichere Lösung zu finden und „es harmonischer läuft“.

Ausschüsse werden vergrößert, damit alle Fraktionen vertreten sind

Ein gutes Miteinander – das ist ihm generell wichtig. Und zwar über die Parteigrenzen hinaus. Damit jede der vier im nun 24-köpfigen Gremium vertretenen Gruppen auch in den Ausschüssen mitarbeiten kann, sollen diese vergrößert werden. Bislang sitzen im Haupt- und im Bauausschuss je sechs Gemeinderäte, in der neuen Amtsperiode sollen es acht sein. Unter den drei möglichen Verteilungsverfahren zur Sitzvergabe habe man das gewählt, bei dem sowohl SPD als auch Grüne Anrecht auf je einen Sitz haben. Bei den anderen Verfahren (d’Hondt oder Hare/Niemeyer) wäre eine der beiden Gruppen nicht zum Zug gekommen. CSU und Freie Wähler stellen jeweils drei Vertreter. Für die FWG als größte Fraktion sei das gewählte Verfahren Sainte-Laguë/Schepers zwar nicht ideal, „aber rechtlich ist es zulässig, und so findet sich jeder wieder“, sagt Landthaler, der bis zu seinem Amtsantritt Dienstgruppenleiter bei der Tölzer Polizei war. Bei den alten Kollegen hat er in der vergangenen Woche auch schon einmal vorbeigeschaut. Und ein bisschen bleibt Landthaler der Polizei auch erhalten. „Denn ich bin immer noch Archivar der Tölzer Polizei.“

Die erste Sitzung des neuen Gemeinderats beginnt am kommenden Montag, 11. Mai, um 18 Uhr. Getagt wird wegen der Abstandsregelungen in der Mehrzweckhalle.

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