Die Isar nagt sich immer weiter in den Hang. Dieser rutsch nach und nach ab.
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Die Isar nagt sich immer weiter in den Hang. Dieser rutsch nach und nach ab.

Hangrutsch-Gefahr

Wegen Hochwasserschaden: Mautstraße Vorderriß-Wallgau ab sofort gesperrt - „Nicht zu verantworten“

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    VonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Die Mautstraße Vorderriß-Wallgau ist ab sofort für den Verkehr gesperrt. Die Gefahr eines Hangrutsches nach dem Isar-Hochwasser ist zu groß.

Vorderriß - Die Mautstraße Voderriß-Wallgau ist seit Freitagabend komplett für den Verkehr gesperrt – und das für mindestens eine Woche. Rudolf Plochmann, Chef des Tölzer Forstbetriebs, zu dem die Straße gehört, hat sich zu diesem Schritt entschieden, weil das Hochwasser vom vergangenen Wochenende beträchtlichen Schaden am Ufer hinterlassen hat – und der Fluss weiter am instabiler werdenden Untergrund nagt. „Es ist einfach nicht zu verantworten“, sagt Plochmann.

Mautstraße Vorderriß-Wallgau gesperrt: Direkt nach Hochwasser war Straße bereits gesperrt

Als die Obere Isar nach den starken Regenfällen am vergangenen Sonntag anschwoll, sperrte der Forstbetrieb schon einmal die Mautstraße. Ab Dienstag war sie dann tagsüber im Gefahrenbereich halbseitig für den Verkehr geöffnet. Plochmann und seine Mitarbeiter beobachteten die Situation aber mit wachsender Sorge.

Dabei wirkt von der viel befahrenen Mautstraße aus alles ganz friedlich. Vermutlich verstanden deshalb schon einige die Sperrung am vergangenen Wochenende nicht, räumten die Absperrungen beiseite und befuhren verbotenerweise die Straße. Das ganze Ausmaß der Gefahr offenbart sich, wenn man vom Flussbett auf das Hochufer blickt. Deutlich sind die Abbruchkanten zu sehen, wo sich das Wasser in den Hang genagt hat. „Der rutscht nach und nach ab“, sagt Plochmann.

Nur wenige Meter trennen die Fahrbahn von der abbruchgefährdeten hangkante, wie Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann hier zeigt.

Maustraße Vorderriß gesperrt: Bäume und Büsche an Hangkante neigen sich gefährlich Richtung Isar

Schon jetzt gibt es im oberen Bereich einen Überhang, Bäume und Büsche neigen sich gefährlich Richtung Isar. Das Bankett zur Fahrbahn ist dort nur wenige Meter breit. Seitdem die Straße am Dienstag wieder halbseitig geöffnet wurde, war ein Mitarbeiter der Staatsforsten dreimal am Tag vor Ort, um zu prüfen, ob es zu weiteren Abbrüchen gekommen ist. Jedes Mal wurden Fotos gemacht, um die Lage zu dokumentieren und sofort handeln zu können, sollte das Risiko steigen. Mit Blick auf die fürs Wochenende angesagten Regenfälle, entschied sich Plochmann nun für die Sperrung.

An Lösung der Situation wird bereits gearbeitet

An einer Lösung wird bereits gearbeitet. In die Karten spielt dem Tölzer Forstbetrieb dabei, dass bereits vor zwei Jahren der Bereich nahe Vorderriß als möglicher künftiger Problempunkt identifiziert worden war. Daher gibt es eine genehmigte Planung für eine Verlegung der Mautstraße in diesem Teilbereich. Nur die Umsetzung wurde seinerzeit etwas verschoben, weil die Probleme an der Mautstraße am Walchensee noch drängender waren. Da die Pläne nun aber schon genehmigt sind, die Ausholzungen bereits vorgenommen und auch die Arbeiten bereits vergeben waren, ist seit Montag ein Bagger im Einsatz, der die künftige Trasse von Wurzstöcken befreit und den Bau vorbereitet. Auf wenigen 100 Metern wird die Fahrbahn dann von der Isar weg weiter Richtung Bergseite verschwenkt.

Sperrung Mautstraße Vorderriß-Wallgau: Notspur könnte Ende nächste Woche fertig sein

Als Übergangslösung ist nun geplant, im Bereich der neuen Trasse eine Behelfsfahrbahn aufzukiesen. „Die wäre dann einspurig befahrbar. Den Verkehr regelt eine Ampel“, sagt Plochmann. Allerdings sei „frühestens Ende der nächsten Woche“ damit zu rechnen, dass die Notspur fertig ist und die Mautstraße wieder geöffnet werden kann. Etwa acht Wochen werden ins Land gehen, bis die eigentliche neue Fahrbahn fertig ist. Insgesamt wird der Forstbetrieb einen sechsstelligen Betrag in die Verlegung der Mautstraße investieren.

Ähnliches Problem auf dem Weg in die Eng

Zwischen Vorder- und Hinterriß gibt es ein ganz ähnliches Problem wie an der Mautstraße. Dort ist es der Rißbach, der beim jüngsten Hochwasser der Kreisstraße 24 gefährlich nahegekommen ist. Auch dort gab es erst eine Vollsperrung. Seit Dienstag wird einspurig an der Gefahrenstelle vorbeigeleitet.

Mittlerweile „konnte der Hangabbruch an der Kreisstraße gestoppt werden“, berichtet Martin Herda, Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt Weilheim. Es wurde eine Sicherung mit großen Wasserbausteinen vorgenommen. „Diese verhindern weitere Erosion am Hang und stellen eine stabile Böschung an der Kreisstraße her“, so Herda. Die Standsicherheit sei seit Freitagnachmittag wieder gegeben. Da allerdings noch eine Absturzsicherung fehlt, bleibt die halbseitige Verkehrsführung mit Ampelregelung bis Montag bestehen. An diesem Tag wird dann eine Stahlschutzwand installiert. Dann können wieder beide Fahrspuren genutzt werden.

Bis dahin wird die Ampelanlage verkehrsabhängig geschaltet, um den Ausflugsverkehr in die Eng „leistungsfähig abwickeln zu können“, so Herda. Dennoch werden die Verkehrsteilnehmer gebeten, ausreichend früh das Rißtal wieder zu verlassen, „bevor die angekündigten Gewitter ein zu geballtes Abreisen hervorrufen. Größere Rückstauungen können für diesen Fall nicht ausgeschlossen werden“.  

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