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Wer nicht richtig parken kann, muss zahlen: Die Gemeinde denkt über die Überwachung des ruhenden Verkehrs nach . 

Debatte in der Bevölkerung

Parksünder: Lenggries will mehr Kontrolle

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Das Parken im Dorf wird in Lenggries immer mehr zum Problem. Es gibt Klagen der Werbegemeinschaft und der Feuerwehr. 

Lenggries Das Thema kam in der CSU-Infoveranstaltung „Lenggries gestern, heute, morgen“ mit Bürgermeister Werner Weindl auf. Die Parksituation an der Münchner Straße vor allem im Bereich der Metzgerei „sei der Wahnsinn“, sagte Kreisbrandmeister Anton Leeb. „Wir kommen am Samstag nicht mehr aus dem Feuerwehrhaus raus.“

Auch bei der Lenggrieser Werbegemeinschaft ist das Parken im Ort ein Thema. Immer öfter sei zu beobachten, dass Pendler ihre Autos nicht auf dem dafür vorgesehen Parkplatz am Festplatz abstellen, sondern auf den Flächen vor den Geschäften, sagt Werbegemeinschaftsvorsitzende Martina Müller. Dort blockieren sie dann bis zum Abend die Plätze, die eigentlich für die Kunden gedacht sind. „Die Geschäfte sind aber auf diese Parkplätze angewiesen. Wir werben ja auch damit, dass man in Lenggries direkt vor den Läden parken kann“, so Müller.

Parksünder: Werbegemeinschaft wünscht sich unregelmäßige Kontrollen

Auf vielen Stellflächen im Lenggrieser Dorfkern gilt eigentlich eine Parkscheibenregelung, die verhindern soll, dass dort Dauerparker ihre Autos abstellen. Das hat aber nur den gewünschten Effekt, wenn das Ganze auch überwacht wird. Deshalb hat sich die Werbegemeinschaft jetzt mit einem Antrag an die Gemeinde gewandt. „Wir wünschen uns, dass in unregelmäßigen Abständen kontrolliert wird“, sagt Müller. So streng wie in Tölz wolle man das natürlich nicht haben. Ihr ging es nur darum, „dass man die Uneinsichtigen vielleicht über einen Obolus“ zum Umdenken animieren kann.

Und von den Uneinsichtigen gibt es einige, sagte Rathauschef Weindl bei der Versammlung der CSU. „Schade, dass es Menschen gibt, die die Verkehrsregeln einfach nicht beachten.“ Parken auf dem Gehsteig, entgegen der Fahrtrichtung oder sogar auf Rettungswegen sei an der Tagesordnung. Er habe nach einem Hinweis von Gemeinderat und Polizist Markus Landthaler auch mal bei der Polizei angefragt, „ob sie nicht kontrollieren kann. Ich habe aber noch keine Antwort.“

Mit Tempo 120 durch Anger

Die Gemeinde denkt aber auch darüber nach, den ruhenden Verkehr selbst zu überwachen – beziehungsweise die Verkehrsüberwachung der Stadt Wolfratshausen damit zu beauftragen. Mit der arbeitet man schon beim fließenden Verkehr zusammen, und auch die neue Parkregelung rund um den Sylvensteinsee soll von ihnen kontrolliert werden. „Bei manchen geht es einfach nur über den Geldbeutel“, sagt Weindl.

Anfragen auf mehr Kontrollen gibt es auch von Bürgern aus Anger. Dabei geht es aber um den fließenden Verkehr. Bevor es ans Blitzen geht, hat die Gemeinde erst einmal über einige Wochen die gefahrene Geschwindigkeit auf der Sylvensteinstraße gemessen. Das geht mit relativ unscheinbaren Kästen, die beispielsweise an den Pfosten von Schildern aufgehängt werden. „Ich war schockiert“, sagt Weindl. Untertags sei ein Autofahrer mit Tempo 120 durch den Ortsteil gerauscht. „Und es waren mehrere dabei, die 80 bis 90 gefahren sind. Das geht nicht.“ Dort werde nun verstärkt geblitzt. „Auch wenn wir dann wieder als Wegelagerer beschimpft werden. Aber eigentlich hat es jeder selbst in der Hand, ob er geblitzt wird“, so der Rathauschef. Wie die Lage am Haus der Senioren an der Karwendelstraße ist, wird sich zeigen. Dort läuft gerade die Auswertung der gemessenen Geschwindigkeiten.

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