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Voll im Einsatz: Zuletzt hatte die Bergwacht Lenggries zahlreiche Patienten zu versorgen. Teils mussten die Helfer per Hubschrauber zu den Einsatzorten beziehungsweise die Verletzten in die Klinik geflogen werden.

Ausflügleransturm

Pfingstferien bringen mehr Einsätze für Bergwacht Lenggries

  • Simon Nutzinger
    vonSimon Nutzinger
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Der große Ausflügleransturm in den vergangenen Tagen schlug sich auch bei der Bergwacht Lenggries nieder. Am Spitzentag mussten sie sechsmal ausrücken.

Lenggries – Ruhe bewahren. Auch in Ausnahmesituationen. Für die Mitglieder der Bergwacht Lenggries das höchste Gebot. Besonders an einem Tag wie dem vergangenen Freitag. Sechsmal mussten die ehrenamtlichen Bergretter ausrücken, um gestürzte Personen zu bergen und zu versorgen. „Das ist schon ungewöhnlich oft“, sagt Bereitschaftsleiter Christoph Brenninger. Doch ging letztlich alles gut. „Unsere Leute haben ihre Aufgaben einwandfrei gelöst.“

Los ging’s mit einem gestürzten Radfahrer am Vormittag. Nicht weiter tragisch. Nach einer Erstversorgung ging es für den Mann sicher ins Tal. Auch bei weiteren Radunfällen am Heisendraht sowie einem abgestürzten Gleitschirmflieger am Brauneck wurden die Bergretter vor keine außergewöhnlichen Herausforderungen gestellt. Anders schon bei einem 53-jährigen Münchner. Im Krottenbachtal war dieser mehrere Meter tief in den Ödlbach gestürzt.

Münchner Wanderer hatten falsche Ortsangabe gemacht

Er zog sich dabei eine Gehirnerschütterung, eine Schulter- sowie eine Sprunggelenksfraktur zu. Das Problem aus Sicht der Bergwacht: Der Münchner und sein Wanderpartner hatten sich anhand einer fehlerhaften Tourbeschreibung verlaufen. Sie dachten, sie befänden sich am Moosenbach. Und orderten die Bergwacht entsprechend dorthin. Als Brenninger und Co. dort niemanden fanden, begann ein Rettungshubschrauber mit der Suche nach den zwei Wanderern. Letztlich erfolgreich. Brenninger sagt: „So etwas kann immer vorkommen.“ Mit dem Hubschrauber ging es für den Münchner ins Unfallklinikum Murnau.

Pfingstferien für die Bergwacht Lenggries ehr arbeitsintensiv

Schon klar: Sechs Einsätze an einem Tag sind für die Bergwacht Lenggries alles andere als gewöhnlich. Doch waren die Pfingstferien im Allgemeinen sehr arbeitsintensiv für die Bergretter. Die Bilanz: 25 Einsätze in 14 Tagen. Für Bereitschaftsleiter Brenninger eine Folge der Corona-Beschränkungen. „Die Leute zieht es in die Berge“, sagt er. „Recht viele andere Möglichkeiten, etwas zu unternehmen, gibt es ja gerade nicht.“ Eine Überforderung stellt der gestiegene Andrang für ihn und sein Team jedoch nicht dar. Seine Erkenntnis aus den vergangenen Tagen: „Wir kommen damit problemlos klar.“

Lesen Sie auch: Eine Canyoning-Gruppe sorgte für einen aufwendigen Einsatz am Heckenbach - nun könnten die Geretteten zur Kasse gebeten werden.

Ein Gleitschirmflieger stürzte beim Landeanflug im bayerischen Pfronten aus vier Metern Höhe plötzlich ab und verletzte sich schwer.

Einen besonders tragischen Unfall, der sich bereits in den Tagen vor Beginn der Pfingstferien ereignete, hat die Bergwacht Lenggries nun auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht. Ein 69-jähriger Mann war am Freitag, 22. Mai, mit dem Fahrrad am Lerchkogel im Vorkarwendel unterwegs. Während seiner Tour erlitt er einen Herzinfarkt. Die Bergretter konnten bei ihrer Ankunft nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Die Bergwacht Bayern gibt es seit 100 Jahren. Lesen Sie zum Jubiläum das Interview mit dem Sprecher der Tölzer Bergwacht, Norbert Weinhuber.

Dem Bergwachtzentrum in Bad Tölz stattete kürzlich Landtagspräsidentin Ilse Aigner einen Besuch ab.

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