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In der Silvesternacht

Projektil durchschlägt Fensterscheibe

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Lenggries - So gefährlich können Schusswaffen sein: Ein verirrtes Projektil hat in der Silvesternacht die Scheibe eines Wohnhauses in Lenggries durchschlagen. Es stammt vermutlich von einem Karabiner K 98. 

So gefährlich können Schusswaffen sein: Ein verirrtes Projektil hat in der Silvesternacht eine Fensterscheibe in Lenggries durchschlagen. Die Familie verbrachte den Jahreswechsel nicht zuhause und entdeckte die Geschossteile in ihrer Wohnung an der Münchner Straße erst später.

Die Kriminalpolizei Weilheim ermittelt. „Das Projektil ist von einem Baum abgeprallt, und wir gehen davon aus, dass es davor schon mal abgeprallt ist“, sagt Polizeisprecher Andreas Guske.

Der Täter habe demnach nicht auf das Fenster des Anwesens gezielt, so die Kripo. Die Beamten gehen davon aus, dass der Schütze im Rahmen der Silvesterknallerei mit der scharfen Waffe niemanden verletzen wollte, sondern „sich lediglich in dieser absolut ungeeigneten Art und Weise an dem Feuerwerk beteiligt hat“, heißt es in der Pressemeldung. Die Tatsache, dass das Projektil letztendlich den Weg in das Wohnhaus gefunden hat, zeige aber deutlich, wie gefährlich dieses Handeln sei.

Die Geschossteile, die in der Wohnung gefunden wurden, stammen laut Kripo von einem Projektil, das beispielsweise in Karabinern K 98 verwendet wird. Mit dem K 98 kämpfte die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. „Heute wird die Repetierbüchse zur Jagd und zum Sportschießen verwendet“, sagt Matthias Schmid, der am Landratsamt für das Thema Waffenrecht zuständig ist. „Es gehört zu den Waffen, die am häufigsten im Landkreis im Umlauf sind.“

Der Waffenexperte hält den Vorfall für sehr ungewöhnlich. „Es ist schon ein großes Kaliber“, so Schmid. Mit dem K 98 darf man in der Öffentlichkeit nicht schießen, erlaubt ist es auf dem Schießstand und für Jäger im Wald. Laut Schmid muss der Schütze nicht unbedingt in der Münchner Straße – mitten im Ort – geschossen haben. „Der Gefahrenbereich liegt bei 3000 bis 6000 Metern.“ Das heißt: Die Patrone könnte bei günstigem Winkel ein paar Kilometer hinter sich gebracht haben, bevor sie durch das Fenster in der Münchner Straße schlug.

Die ersten Überprüfungen der Kripo liefen ins leere, daher wendet sie sich nun an die Öffentlichkeit und bittet um Hinweise. Wer in der Silvesternacht jemanden beobachtet hat, der in der Öffentlichkeit mit Waffen hantiert haben könnte, den Schützen kennt oder Angaben zum Schuss machen kann, möge sich melden, Telefon 0881/6400. Hinweise nimmt auch jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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