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Die Springkraut-Initiative geht seit Jahren in Lenggries gegen die eingeschleppte Pflanze vor.

Sie war am Gleis zugange

Selbstmord? Lenggrieser Botanikerin löst Polizeieinsatz aus

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Einen etwas kuriosen Einsatz hatte am Montagabend die Polizei in Lenggries. Eine Frau mit vermeintlicher Selbstmord-Absicht entpuppte sich als Botanikerin mit einer Passion.

Lenggries - Es war am Montag gegen 17 Uhr, als  die Tölzer Polizei alarmiert wurde. Ein Zeuge hatte  in Lenggries eine Frau im Bereich des Bahndamms am Tratenbachweg beobachtet und vermutete, dass sie ihrem Leben ein Ende setzen wollte. Die Bayerische Oberlandbahn wurde informiert, eine Streife begab sich umgehend zum Einsatzort. 

Als die Beamten dort eintrafen, stießen sie auf eine 73-jährige Lenggrieserin, „die mit Plastiktüte bewaffnet Kraut ausriss“, so die Polizei. Sie sei von der „Springkrautinitiative“, erklärte sie den Beamten und hege keineswegs Suizidabsichten. Zweck der Initiative ist der Kampf gegen diese nicht heimische Pflanzenart, die wild wuchert und damit andere Pflanzen aus ihren Lebensräumen  verdrängt.  In Lenggries sei man im Kampf gegen den Neophyten sehr  erfolgreich, berichtete die Frau den Ordnungshütern. Seit Jahren sind die Mitstreiter der Gruppe im gesamten Gemeindegebiet unterwegs, um die rosa blühende Pflanze auszureißen und zu entsorgen.

„Nachdem feststand, dass die Lenggrieserin nicht ihres Lebens überdrüssig war, sondern des Springkrauts, wurde sie eingehend über die Gefährlichkeit ihres Verhaltens aufgeklärt“, berichtet die Polizei. So richtig nachvollziehen konnte die 73-Jährige die Bedenken der Polizei allerdings offenbar nicht.  „Nicht ganz einsichtig konnte sie abschließend aber doch dazu gebracht werden, den Gleisbereich zu verlassen.“

Und der Einsatz für die Natur wird auch noch ein kleines Nachspiel haben: Die Lenggrieserin muss mit einer Ordnungswidrigkeitenanzeige nach der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung rechnen. In diesem Zusammenhang warnt die Polizei nicht nur alle  Hobby-Botaniker, sondern generell: Es ist lebensgefährlich, sich zu nah an Gleisen aufzuhalten. „Man muss nicht direkt erfasst werden, man kann auch vom Sog des vorbeifahrenden Zuges eingefangen werden.“

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