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Im Erdgeschoss der „Post“ soll ein Kindergarten mit 50 Plätzen entstehen. Gespielt wird im ehemaligen Biergarten.

Umbau

„Post“ in Lenggries wird zur Großbaustelle

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Das ehemalige Hotel Post in der Lenggrieser Marktstraße verwandelt sich demnächst in eine Großbaustelle. Kindergarten, Mehrzwecksaal, Büros und Wohnungen entstehen auf den vier Etagen. Bürgermeister Werner Weindl verrät, wann es losgeht.

Lenggries– „Es sieht sehr gut aus“, sagt Bürgermeister Werner Weindl auf die Frage, wie das Projekt „Umbau der Post“ läuft. Der erste Auftrag für die Baustelleneinrichtung und die Abbrucharbeiten im Inneren des Gebäudes ist bereits vergeben, die anderen Ausschreibungen laufen, sagt der Rathauschef. Im April und Mai stehen hier die Vergaben auf dem Programm. Als erstes werden nun die Zwischenwände, die Bäder der ehemaligen Hotelzimmer und andere sanitäre Einrichtungen in den Stockwerken entfernt. Auch der Teilabbruch der Tenne im rückwärtigen Bereich steht an.

Danach beginnt der eigentliche Umbau. Im Erdgeschoss entsteht ein zweigruppiger Kindergarten mit allen erforderlichen Nebenräumen. Die Freiflächen zum Spielen und Toben werden im ehemaligen Biergarten angelegt. „Geplant ist, den Kindergarten ab Herbst 2020 zu belegen“, sagt Weindl. 50 Mädchen und Buben finden in den beiden Gruppen Platz.

Im Saal der „Post“ in Lenggries tagt künftig der Gemeinderat

Im ersten Stock wird dort, wo einst Gästezimmer waren, im Laufe des Jahres ein Mehrzwecksaal mit Nebenräumen eingerichtet. Auch über eine Bühne verfügt der Saal: Das alte Bühnenhaus muss nach Willen des Denkmalschutzes nämlich erhalten bleiben. „Vorträge oder auch Gästebegrüßungen“, kann sich Weindl dort vorstellen – also eher stillere Termine. „Wir werden sicher keine Tanzveranstaltungen anbieten“, sagt der Bürgermeister. Der Saal wird künftig auch vom Gemeinderat für die Sitzungen genutzt. Momentan tagt das Gremium im Rathaus. Dort ist es allerdings mit 20 Räten schon mehr als eng. Da Lenggries mittlerweile aber die 10.000-Einwohner-Marke geknackt hat, werden bei der nächsten Kommunalwahl im März 2020 wohl 24 Gremiumsmitglieder zu wählen sein. Und vier Gemeinderäte mehr passen auf keinen Fall in den Rathaus-Raum.

Das zweite Obergeschoss wird zu Büros umgestaltet. „Die Planung ist relativ flexibel und auf maximal vier getrennte Einheiten ausgelegt“, sagt Weindl. Sollte aber jemand die ganze Etage mieten wollen, sei auch das möglich“, so der Bürgermeister. Für die Büros gebe es Interessenten. „Wir werden jetzt nach und nach die Gespräche führen.“

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Im Dachgeschoss sind zudem noch zwei Wohnungen geplant. Das ganze Gebäude wird barrierefrei. Dafür sorgt ein behindertengerechter Eingang von der Marktstraßenseite aus und ein Aufzug, der alle Etagen erschließt. „Wir sprechen alles auch noch einmal mit Markus Ertl durch“, sagt Weindl. Ertl – er wohnt in Lenggries – ist Inklusionsbotschafter und selbst blind.

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Gut sechs Millionen Euro kostet der Umbau der „Post“. Allerdings darf die Gemeinde auf einige Zuschüsse hoffen. Für den Kindergarten dürften sich diese auf 86 Prozent der förderfähigen Kosten belaufen, für den Mehrzwecksaal könnte es von der Städtebauförderung fast 90 Prozent geben. Die beiden Wohnungen im Dachgeschoss werden über ein weiteres Förderprogramm mit etwa 30 Prozent bezuschuss. Lediglich für die Etage mit dem Büros gibt es keine Unterstützung. Hier generiert die Gemeinde später aber Mieteinnahmen.

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Angesichts der öffentlichen Fördermittel, „sind wir zuversichtlich, dass wir das aus eigenen Mitteln schultern können“, sagt Weindl. Das heißt, die Gemeinde wird für das Großprojekt keinen Kredit aufnehmen müssen, greift aber in die Rücklagen. Genau dafür seien diese aber in den vergangenen Jahren aufgebaut worden, so Weindl.

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