Nach dem Fahrradtunnel endet der Radweg erst einmal. Weiter Richtung Fall oder Kaiserwacht geht es nur auf der Bundesstraße.
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Nach dem Fahrradtunnel endet der Radweg erst einmal. Weiter Richtung Fall oder Kaiserwacht geht es nur auf der Bundesstraße.

Nachdrücklicher Wunsch ans Straßenbauamt

Radwege ab dem Sylvensteindamm: Gemeinderat Lenggries möchte Lücken schließen

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
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Die Gemeinde Lenggries möchte das Radwegeangebot verbessern – speziell zwischen Sylvensteindamm und Vorderriß beziehungsweise Kaiserwacht. Dabei hofft man auf Unterstützung durch den Landkreis und vor allem durch das Staatliche Bauamt Weilheim.

Lenggries – Lenggries liegt auf der Fernradweg-Route München-Venedig. Bis zum Sylvensteindamm kann man auch ganz geschmeidig auf Radwegen unterwegs sein. Nach dem dortigen Tunnel schaut es allerdings eher finster aus. Der offizielle Verlauf des Fernwegs führt weiter über die Bundesstraße, über die Faller Brücke, die Dürrachstraße, Forstwege und schließlich über die Brücke der Walchenklamm zurück zur B307 Richtung Achenpass.

Viele fahren einfach auf der Bundesstraße weiter Richtung Achenpass

Allerdings ist der Umweg, den Radler für diese Variante in Kauf nehmen müssen, schon groß. „Ortskundige Radlfahrer fahren deshalb meist direkt nach dem Tunnel entlang der Bundesstraße in Richtung Achenpass“, sagte der Geschäftsleitende Beamte Tobias Riesch am Montag in der Lenggrieser Gemeinderatssitzung.

So oder so muss aber immer ein Stück auf einer viel befahrenen Straße zurückgelegt werden. „In mehreren Diskussionen der letzten Monate wurde aus der Bevölkerung und dem Gemeinderat der Wunsch einer Schließung dieser Lücken geäußert“, sagte Riesch. „So soll insbesondere den Erholungssuchenden eine alternative Anreisemöglichkeit zum Sylvensteinsee und zu den anderen Wanderzielen geboten werden.“

Gemeinderat will Staatliches Bauamt von der Dringlichkeit überzeugen

Thema im Gemeinderat war das Ganze am Montag nun, weil man durch einen Beschluss, „das Staatliche Bauamt mit Nachdruck auf die Notwendigkeit der Radwegverbindungen“ hinweisen wolle, erklärte Riesch. „Es geht darum, die Wichtigkeit von unserer Seite zu verdeutlichen“, ergänzte Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (FWG). Dabei wolle man auch den Landkreis miteinbinden, um der Forderung noch mehr Gewicht zu verleihen.

SPD-Gemeinderätin wünscht sich außerdem ein Tempolimit

Es sei eine wichtige Verbindung, sagte der Rathauschef. Dabei sei ihm klar, dass ein Radwegbau Richtung Vorderriß/Hinteriß beziehungsweise Achenpass „kostspielig und technisch schwierig umsetzbar ist“. Aber das Radeln auf der Bundesstraße sei gefährlich – zumal der Verkehr dort nicht weniger werde. „Richtung Fall ist es echt gefährlich“, sagte auch Benedikt Demmel (CSU). Das sieht Sabine Gerg (SPD) genauso. Sie plädierte generell für eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf der Bundesstraße – auch wegen des Lärmpegels. Hier machte ihr Klaffenbacher wenig Hoffnung. Eine Tempobegrenzung beispielsweise auf 80 sei auf Bundesstraßen nur schwer durchzusetzen – zumal auf einer ohne angrenzende oder zumindest nahe Bebauung. „Das ist komplett außerorts. Wir können schauen, aber ich sehe wenig Möglichkeiten“, so Klaffenbacher.

Radweg ist auch ein Thema für die neue Euregio mit Miesbach und Schwaz

Thomas Murböck (CSU) wünschte sich, dass neben den angesprochenen Verbindungen auch noch versucht werden soll, die Radler auf einem gesicherten Weg bis zum Eingang ins Schronbachtal zu leiten.

Der Beschluss fiel am Ende einstimmig. Mit diesem bittet der Gemeinderat das Staatliche Bauamt darum, die Radwegeverbindungen Sylvensteindamm-Fall-Vorderriß-Hinterriß und Sylvensteindamm-Walchenklamm-Achenpass in die höchste Prioritätenliste für Radwege aufzunehmen und den Bau möglichst zeitnah umzusetzen. Vize-Bürgermeister und Kreisrat Franz Schöttl (CSU) wird das Thema zusätzlich dem Landkreis antragen. Auch für die Euregio, deren Gründung derzeit mit dem Landkreis Miesbach und dem österreichischen Bezirk Schwaz vorangetrieben werde, sei das Thema interessant, so Schöttl.

Staatliches Bauamt sieht große Probleme bei der Umsetzung

Auf dem Schirm hat die fehlenden Verbindungen auch Martin Herda, zuständiger Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt. Allein das Schließen der Lücken sei schwierig. Vom Damm bis zur Faller Brücke gebe es eigentlich keine Möglichkeit für den Bau eines Radwegs. „Da ist auf der einen Seite der Fels und auf der anderen der Speicher“, sagt er. Besser sieht es zwischen Fall und Vorderriß aus. Dort könnte man bestehende Wege nutzen und durch kleinere Maßnahmen miteinander verbinden. Allerdings seien dafür wohl Gespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Forst nötig, so Herda.

Stützbauwerke sind ein großer Eingriff und teuer

Schwierig ist die Situation vom Damm Richtung Kaiserwacht. Auch dort gibt es wegen der topografischen Gegebenheiten wenig Möglichkeiten für einen Radweg. „Vielleicht wäre etwas mit Stützbauwerken möglich“, sagt Herda. Allerdings habe es dazu noch keinerlei Planung oder Untersuchung gegeben. Generell sei das aber ein großer Eingriff und mit hohen Kosten verbunden. Über etwas Ähnliches denkt das Staatliche Bauamt derzeit wie berichtet zwischen Walchensee und Urfeld nach. Hier wird im Moment eine Vorplanung erstellt, die Aufschluss über die Trassenführung und über die Kosten geben könnte. Im Raum stand zuletzt ein zweistelliger Millionenbetrag für das nur wenige Kilometer lange Stück.

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