Das ehemalige Hotel Post an der Lenggrieser Marktstraße gehört seit 2013 der Gemeinde. Foto: Pröhl/A

Pläne für die Umgestaltung

Ratssitzungen im alten Post-Saal

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Lenggries - Es ist eines der markantesten und vor allem größten Gebäude an der Lenggrieser Marktstraße: das ehemalige Hotel Post. 2013 hat es die Gemeinde gekauft. In der Ratssitzung am Montag wurden die Weichen für die künftige Nutzung gestellt.

Zug um Zug möchte die Gemeinde das Gebäude entwickeln. Platz für Ideen gibt es jede Menge: 2300 Quadratmeter stehen auf vier Etagen zur Verfügung. Alle Gemeinderäte waren im vergangenen Jahr aufgerufen, ihre Vorstellungen vorzubringen. Ein zentraler Punkt ist dabei die Reaktivierung des alten Postsaals samt Bühne im ersten Obergeschoss. Hier darf sich die Gemeinde auch gar nicht mehr so lange Zeit lassen: In dem Mehrzwecksaal könnten nämlich nach der Sanierung auch die Gemeinderatssitzungen abgehalten werden. Das Gremium tagt momentan im Rathaus.

Allerdings ist der Raum eigentlich schon für die momentan 20 Gemeinderäte plus Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeiter, Zuhörer und Presse zu klein. „Laut der jüngsten Einwohnerstatistik vom 31. Dezember 2015 haben in Lenggries nun 10 030 Personen ihren Erstwohnsitz“, sagte Bürgermeister Werner Weindl in der Gemeinderatssitzung am Montag. Die Konsequenz: Bei der nächsten Kommunalwahl 2020 würden noch einmal vier Gemeinderäte mehr gewählt – und die passen definitiv nicht mehr in den jetzigen Sitzungssaal.

„Der Stichtag für die Wahl ist zwar erst später, aber wir sind eine Zuzugsgemeinde. Die Zahlen sind eigentlich immer nach oben gegangen“, so Weindl.

Der neue Mehrzwecksaal könnte zudem auch für Empfänge oder Veranstaltungen genutzt werden – vor allem, wenn das Bühnenhaus wieder aktiviert wird, ergänzte Weindl. Die Nutzung des zweiten Obergeschosses ist noch völlig offen. Unterm Dach könnten zwei Wohnungen entstehen – für den Hausmeister und eventuell für den Wirt. Denn im Erdgeschoss soll wieder eine Gastronomie einziehen. „Darauf haben wir uns aber noch nicht ganz geeinigt“, merkte Stephan Bammer (Freie Wähler) an. Er sah es daher auch kritisch, dass der Gemeinderat am Montag bereits über verschiedene Auftragsvergaben abstimmen sollte. „Machen wir hier nicht den zweiten Schritt vor dem ersten?“, fragte er.

Weindl beruhigte. Es gehe im Moment darum, Untersuchungen der Statik und des Brandschutzes in Auftrag zu geben sowie Planungen für Heizung, Lüftung, Sanitär und die Elektroinstallationen. „Das müssen wir ohnehin machen – unabhängig von der künftigen Nutzung.“ Hans Proisl (Freie Wähler) gab ihm Recht. „Wenn es von der Statik her kein grünes Licht gibt, müssen wir von Haus aus umdenken.“

Auch Gespräche mit den Vertretern des Denkmalschutzes hat die Gemeinde bereits geführt. Die sehen die Reaktivierung des Saals positiv, möchten aber gerne einen genaueren Blick auf den Farbaufbau der Decke werfen. „Es könnten sich darunter Malereien verbergen, die wir dann freilegen müssten“, erklärte Weindl.

Dabei, aber auch bei allen anderen Umgestaltungsmaßnahmen, hofft die Kommune auf Zuschüsse – unter anderem aus der Städtebauförderung. Auch hier sei man bereits in Gesprächen, sagte Weindl.

Geht alles klar, möchte der Rathauschef bis Ende des Jahres einen Bauantrag für die Umgestaltung vorlegen. Sicher ist auf jeden Fall, dass das Gebäude barrierefrei werden soll. Dafür ist unter anderem der Einbau eines Aufzugs notwendig. Auch für die Heizung gibt es bereits einen Plan: Die neue Heizzentrale, die am Schulkomplex entstehen wird, soll die „Post“ über ein Nahwärmenetz mitversorgen.

Der Gemeinderat beauftragte in der Sitzung am Montag schließlich einstimmig die Verwaltung, die weiteren Planungsschritte in die Wege zu leiten.

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