Antonia Leitner beschäftigt sich gerne mit Bronze oder Edelstahl und schafft mit Spiegeln Illusionen. Sie arbeitet im Atelier von Otto Wesendonck in Waakirchen.
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Antonia Leitner beschäftigt sich gerne mit Bronze oder Edelstahl und schafft mit Spiegeln Illusionen. Sie arbeitet im Atelier von Otto Wesendonck in Waakirchen.

Kunstvereinigung

Reichersbeurerin auf einer Welle des Erfolgs

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Antonia Leitner (28) verstärkt seit Kurzem das Vorstandsteam der Künstlervereinigung Lenggries (KVL). Die Bildhauerin aus Reichersbeuern wird demnächst auch den Kunstförderpreis des Landkreises erhalten.

Reichersbeuern/Lenggries – Die Kunstwoche, die die Künstlervereinigung Lenggries jedes Jahr veranstaltet, ist überregional bekannt und genießt einen exzellenten Ruf. Gezeigt werden nicht nur Arbeiten der Mitglieder, sondern auch von verschiedenen renommierten Gastkünstlern. Mit dem Engagement von Antonia Leitner setzt das KVL-Team einen neuen Schwerpunkt: Die 28-Jährige ist Bildhauerin. Zusammen mit Vorstand Günter Unbescheid (Fotokünstler) aus Jachenau und Veronika Partenhauser (Video- und Filmkünstlerin) aus Gaißach ist also nun die Bandbreite im KVL-Team groß.

Leitner arbeitet seit fast zehn Jahren im Atelier von Otto Wesendonck in Waakirchen. „Ich wollte schon als Jugendliche Bildhauerin werden und frei arbeiten“, sagt die gebürtige Tölzerin. Nach der Mittleren Reife absolvierte sie eine Lehre zur Steinmetzin bei der Tölzer Firma Ostermünchner, ging danach auf die Rainer-Werner-Fassbinder-Fachoberschule für Gestaltung in München und studierte anschließend fünf Jahre an der Akademie der Bildenden Künste in München. Dort erwarb sie 2018 das Diplom.

Kunstausstellung in der ehemaligen Lenggrieser Kaserne geplant

Die KVL wurde in den vergangenen Jahren auf die junge Frau aufmerksam und lud sie 2019 als Gastkünstlerin zur Kunstwoche ein, die unter dem Motto „Transparenz“ stand. „Das war eine große Ehre für mich, denn die Künstlervereinigung arbeitet auf hohem Niveau“, sagt Leitner. „Damals sind viele Menschen auf mich zugekommen.“ Bei zahlreichen Besprechungen wurde auch ihr Interesse geweckt, sich für die KVL zu engagieren. Als sich Günter Unbescheids Stellvertreterin, die Fotokünstlerin Heidi Gohde, heuer im Herbst zurückzog, stellte sich Leitner bei der Vorstandswahl zur Verfügung – und ist seither ehrenamtlich die zweite Vorsitzende. Einer ihrer Arbeitsschwerpunkte ist die verstärkte Präsenz der KVL in den sozialen Medien. Außerdem laufen die Planungen, im kommenden Jahr eine Kunstausstellung in der ehemaligen Lenggrieser Kaserne zu veranstalten.

Leitner stellte ihre Arbeiten in den vergangenen Jahren bei verschiedenen Kunstschauen aus, zum Beispiel im Tegernseer Land, bei der Kunstmeile in Wolfratshausen oder in der Akademie der Künste in München. Dass sie heuer mit dem Kunstförderpreis des Landkreises ausgezeichnet wird, freut sie sehr: „Das war eine große Überraschung. Ich freue mich riesig darüber.“ Die Preisverleihung soll wie berichtet in 2021 stattfinden, sobald es die Pandemie zulässt.

Inspiration findet Leitner in Strukturen aus der Natur

Die 28-Jährige arbeitet gerne mit Bronze und Edelstahl. Inspirieren lässt sie sich von Strukturen aus der Natur. „Die Symmetrie in Skeletten finde ich zum Beispiel sehr faszinierend.“ Sie schaffe in ihren Arbeiten gerne optische Illusionen mit Spiegeln. Die junge Künstlerin hat schon Arbeiten verkauft, zudem fertigt sie Auftragsarbeiten. „Ich hoffe natürlich, als freischaffende Künstlerin leben zu können“, sagt Leitner. Auf dem Land in Bayern sei das nicht so leicht, im Gegensatz zu Großstädten etwa, wo es viel mehr Ausstellungsflächen und damit Fördermöglichkeiten für junge Künstler gebe. „Ich hoffe, so etwas kann sich auch bei uns in der Region entwickeln.“

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