Das Amtsgericht verurteilte eine Rentnerin aus Lenggries wegen schwerer Körperverletzung.
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Das Amtsgericht verurteilte eine Rentnerin aus Lenggries wegen schwerer Körperverletzung.

Aus dem Gericht

Rentnerin aus Lenggries schlägt mit Einkaufskorb zu - Urteil: Schwere Körperverletzung

  • vonRudi Stallein
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Sie streiten schon seit Jahren. Jetzt fanden die Nickligkeiten zwischen zwei Bewohnerinnen eines Lenggrieser Mietshauses ein vorläufiges Ende vor dem Wolfratshauser Amtsgericht. Dort musste sich eine Rentnerin (77) wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Lenggries/Wolfratshausen - Die 77-Jährige soll eine Wohnungsnachbarin mit einem Schlüsselbund verletzt haben. Das stimmte wohl nicht: In der Verhandlung stellte sich heraus, dass die alte Dame mit einem Einkaufskorb zugeschlagen hatte. Am Tatvorwurf änderte das nichts – und an der Strafe auch nicht. Die beläuft sich auf 100 Tagessätze zu je 25 Euro.

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„Ich möchte schon sagen, dass das nicht stimmt“, verteidigte sich die Rentnerin. Als sie an jenem Tag, es war der 4. September vorigen Jahres gegen 18 Uhr, aus dem Keller gekommen sei, habe sich ihr die Geschädigte in den Weg gestellt. „Sie kam ganz nah. Ohne Maske. Sie sagte, sie werde mich verpetzen“, berichtete die Angeklagte. Daraufhin habe sie die andere mit einem Desinfektionsmittel „ganz leicht angesprüht“. Worauf die Nachbarin (46) ihr rechts und links eine Watschn auf die Ohren gegeben habe. „Das waren schlimme Schmerzen.“ Belegen konnte sie diese Behauptung nicht.

Urteil: Schwere Körperverletzung

Die 46-jährige Heilerziehungspflegerin, die Strafantrag gegen die Rentnerin gestellte hatte, schilderte eine andere Version. Die Angeklagte habe „Essigessenz im ganzen Haus versprüht“. Und das nicht zum ersten Mal. „Sie hielt mir die Flasche vors Gesicht und sprühte los.“ Sie habe ihr „die Hand mit der Flasche weggedreht“, daraufhin habe die Beschuldigte mit dem Korb zugeschlagen. Die Geschädigte erlitt beim Abwehrversuch Prellungen am Handballen der rechten Hand.

Strafe: 100 Tagessätze zu je 25 Euro

„Wegen der beiden waren schon öfter Einsätze nötig“, berichtete eine Polizeibeamtin dem Richter. Zwei Zeuginnen bestätigten sowohl die schon länger anhaltenden Streitereien als auch die Version der Geschädigten vom Tattag. Richter Helmut Berger sah die Schuld der Angeklagten als erwiesen an, wertete die Tat jedoch als minderschweren Fall. So kam die Rentnerin mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen, die sich auf 2500 Euro summierte, davon. Der Gesetzgeber sieht für eine gefährliche Körperverletzung als Mindeststrafe sechs Monate Gefängnis vor.  

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