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Fasten hat nicht ausschließlich etwas mit dem Verzicht auf Essen zu tun. „Auch mit dem Geist muss etwas passieren“, sagt Heilpraktikerin Lucia Ossiander-Kukuljan.

Heilpraktikerin Lucia Ossiander-Kukuljan gibt Tipps 

Richtiges Fasten: Sich körperlich und seelisch entgiften

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Am heutigen Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Doch wie fastet man richtig? Und auf was kommt es an?

Bad Tölz-Wolfratshausen– Dass Fasten nicht ausschließlich mit dem Verzicht auf Essen zu tun hat, erklärt Heilpraktikerin Lucia Ossiander-Kukuljan aus Lenggries im Interview mit dem Tölzer Kurier.

Frau Ossiander-Kukuljan, jetzt beginnt die Fastenzeit. Was sollte man beachten, wenn man fasten möchte?

Es hat sich viel geändert an der Art und Weise, wie gefastet wird. Heutzutage wird oft zwischendurch gefastet. Das heißt, jemand versucht beispielsweise, drei Kilo weniger zu wiegen. Dann wird das Fasten in den Alltag integriert, aber man hat trotzdem noch das gewohnte Pensum um die Ohren, wie Arbeit, Kinder und so weiter. Davon rate ich dringend ab.

Lucia Ossiander-Kukuljan Heilpraktikerin aus Lenggries. 

Wie sollte man sinnvoll fasten?

Es geht beim Fasten nicht nur um den Verzicht auf Nahrung, auch mit dem Geist muss etwas passieren. Wenn man nicht aus dem Alltag rauskommt, kann sich auch der Stoffwechsel nicht verändern. Sinnvoll wäre es also, das Fasten in einer arbeitsfreien Zeit durchzuführen. Man sollte dann auch immer zur selben Zeit schlafen gehen. Sich bewusst zu sein, ist total wichtig. Durch die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit vergessen wir das immer wieder.

Was hat sich denn verändert?

Durch die digitalen Hilfsmittel lassen wir uns führen. Sie haben natürlich auch viel Gutes, aber oft geraten die Emotionen in Dysbalance. Das heißt: Wir sind schneller außer Rand und Band und fühlen uns schneller überfordert. Man bürdet sich zu viel auf.

Und das sollte man beim Fasten auch berücksichtigen?

Ja, man sollte auch sein Bewusstsein stärken. Deshalb empfehle ich, beim Fasten auf manche Medien zu verzichten. Man sollte sich lieber mit sich selbst oder einem guten Buch beschäftigen. Denn wenn man beispielsweise fernsieht, dann kommt dort wieder Werbung für Essen, und der Körper stellt sich auf Nahrungsaufnahme ein.

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Was für Tipps haben Sie noch für das Fasten?

Neben dem klassischen Weg, auf Essen zu verzichten, muss man sich überlegen, was man ganzheitlich tun kann. Ein großer Punkt ist zum Beispiel die Haut. Das ist unser größtes Organ und wird oft nicht richtig gepflegt. Die Haut sollte auf das Fasten vorbereitet werden – am besten sollte man sich das ganze Jahr gut darum kümmern. So gibt es beispielsweise spezielle Entgiftungen für die Haut, Fußbäder sind auch nützlich. Ein weiterer Punkt, der in der Fastenzeit mit beachtet werden sollte, ist der gesunde Schlaf. Wir sollten im Schlaf regenerieren – das gelingt immer seltener. Viele Menschen schlafen unruhig, sind nicht ausgeschlafen am nächsten Tag. Man hat heutzutage sehr viel Stress, dann liegt oft das Handy neben dem Bett, es gibt weitere Störfaktoren in unmittelbarer Umgebung zum Schlafzimmer. Man überlegt ständig, kann nicht abschalten. Schlafentzug galt früher als Folter. Man sollte sich also besonders auch dem Thema Schlaf bewusst widmen in der Fastenzeit.

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Wie schafft man es, beim Fasten dranzubleiben und nicht aufzugeben?

Man muss sich bewusst machen: Was will ich erreichen? Wenn man ein Ziel vor Augen hat, geht es viel leichter. Menschen, die Medikamente nehmen oder gesundheitliche Probleme haben, sollten vorher einen Arzt aufsuchen. Es gibt auch Menschen, die nicht fasten sollten, die beispielsweise davon Migräneanfälle bekommen. Wer fastet, sollte leichten Sport treiben, viel draußen sein und vielleicht auch meditieren. Es kann hilfreich sein, sich einer Fastengruppe anzuschließen, weil die einen mitziehen kann.

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