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Noch heuer soll mit dem Umbau der Post in der Lenggrieser Marktstraße begonnen werden.

Gemeinderat

Sanierung und Umbau der Lenggrieser „Post“: Kosten reduziert

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Der Umbau des ehemaligen Lenggrieser Post-Hotels wird teuer. Allerdings nicht mehr ganz so teuer, wie ursprünglich angenommen.

Lenggries – Hörbar schlucken mussten die Gemeinderäte, als sie im Oktober 2017 die erste Kostenschätzung für den Umbau des ehemaligen Hotels Post vorgelegt bekamen. Unterm Strich standen da 7,8 Millionen Euro. „Wir müssen von diesen Kosten runterkommen“, hatte Bürgermeister Werner Weindl damals gefordert. Genau um diesen Punkt kümmerte sich eine Arbeitsgruppe aus Gemeinderäten, die alle Posten noch einmal kritisch hinterfragte und Einsparpotenzial suchte. Das hat sich gelohnt: Das Ergebnis präsentierte Karl Ertl vom Technischen Bauamt in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Mit 6,1 Millionen Euro sehen die Kosten nun schon etwas freundlicher aus.

Entgegenkam der Gruppe, dass die Untersuchung der Holzbalkendecken einen geringeren Sanierungsbedarf aufzeigte als ursprünglich angenommen. „Wir dachten ja anfangs, dass wir fast jeden Balken tauschen müssen“, sagte Bürgermeister Werner Weindl. Das sei aber nicht der Fall. Zudem wird die notwendige Tieferlegung und Sanierung des Kellergeschosses auf den Bereich des neuen Aufzugs beschränkt. Gespart wird auch bei der Gastronomie im Erdgeschoss: Hier soll sich der künftige Pächter um die Einrichtung und Ausstattung kümmern. Verzichtet wird zudem auf die Wärmedämmung an den Fassadenwänden und auf chemischen Holzschutz. Bereits erledigte Rückbaumaßnahmen im Bereich des künftigen Saals seien aus der Schätzung herausgenommen worden, so Ertl. „Außerdem wurden diverse Kleinpositionen angepasst.“

Für Weindl ist das ein guter Anfang. Ihm sei aber auch wichtig gewesen, „dass wir hier keine geschönten Zahlen vorlegen“ – nur, damit die Kostenberechnung gefälliger aussieht. „Ich glaube aber, dass da immer noch ein Puffer drin ist, und dass es noch Potenzial gibt, hier weiter runterzukommen.“

Gegen die Stimme von Stephan Bammer (FWG) stimmte der Gemeindrat der Kostenberechnung zu. Auf dieser Grundlage können nun auch die möglichen Zuschüsse abgeklärt werden. So hat die Städtebauförderung für die Bereiche mit öffentlicher Nutzung bereits Zuschüsse in Höhe von bis zu 80 Prozent in Aussicht gestellt. Auch für die Wohnungen unter dem Dach könnte es aus einem anderen Programm eine Förderung geben.

Die Gemeinde hatte die denkmalgeschützte „Post“ an der Marktstraße 2013 gekauft. Ende des Jahres könnte der Umbau beginnen, der 2020 abgeschlossen werden soll. Im Erdgeschoss möchte die Gemeinde die Gastronomie reaktivieren – samt des großen Biergartens. Im ersten Stock entsteht ein Mehrzwecksaal, in dem künftig auch der Gemeinderat tagen könnte. Hintergrund: Da die Gemeinde über 10 000 Einwohner hat, müssen bei der nächsten Kommunalwahl vier Gemeindratsmitglieder mehr gewählt werden. 24 Mandatsträger passen aber keinesfalls in den jetzigen Sitzungssaal im Rathaus.

Im zweiten Obergeschoss sind Büro- und Praxisräume angedacht, darüber zwei Wohnungen. Das gesamte Gebäude wird barrierefrei gestaltet.

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