News-Ticker: Gesuchter Imam bei Explosion in Alcanar getötet

News-Ticker: Gesuchter Imam bei Explosion in Alcanar getötet
+
Ist seit dem vergangenen Sommer geschlossen: Die Flori-Hütte der Münchner Berufsfeuerwehr am Brauneck. Jetzt sind verschiedene Brandschutzmaßnahmen geplant, damit die Hütte wieder öffnen kann. 

Sanierungsarbeiten am Brauneck

Brandschutz für die Flori-Hütte

  • schließen

Die Flori-Hütte am Brauneck ist seit dem Sommer geschlossen. Schuld daran ist der Brandschutz. Den will die Stadt München – ihr gehört die Hütte – jetzt nachbessern. Die Pläne dafür stießen im Gemeinderat allerdings nicht in allen Punkten auf Begeisterung.

Lenggries - Die Florihütte auf der Wegscheider Seite des Braunecks war bis zu ihrer Schließung aus Brandschutzgründen im Sommer 2016  ein beliebtes Ziel für Wanderer und Skifahrer. Neben Gastraum und Terrasse bot sie 42 Betten. Vorrangig vergeben wurden die Übernachtungsmöglichkeiten an Mitglieder der Münchner Berufsfeuerwehr. Deren Erholungsheim-Verein ist Pächter der 1928 erbauten Hütte, die der Landeshauptstadt gehört. Der Verein wiederum verpachtet die Hütte an einen Betreiber, der sich um Gastronomie und Beherbergung kümmert. Als hier im Herbst 2015 ein Wechsel stattfand, gab es eine Überprüfung der Hütte durchs Landratsamt. Dabei wurden so gravierende Mängel beim Brandschutz festgestellt, dass es eine Nutzungsuntersagung für den Beherbergungsbetrieb gab.

„Für uns ist es wichtig, dass wir die Hütte unseren 1700 Feuerwehrleuten wieder als Erholungsort zur Verfügung stellen können“, sagte Heinz Geissel vom Kommunalreferat der Stadt München am Montag im Lenggrieser Gemeinderat. In der Sitzung ging es um geplante Brandschutzmaßnahmen an der Hütte und nachträgliche Genehmigungen bereits erfolgter Umbauarbeiten. 

Johannes Gleißner vom Münchner Baureferat erläuterte die Planungen. Brenne es im Tal, rücke die Feuerwehr an und kümmere sich um die Rettung der vom Brand bedrohten Menschen. „Am Berg ist Selbstrettung, das einzige, das zählt.“ Damit das im Ernstfall klappt, muss es mehr als einen Rettungsweg geben. „Im Bestand gibt es zur Erschließung der Obergeschosse nur eine schmale Treppe. Im Inneren bekommen wir auch kein Treppenhaus hin, das die Anforderungen erfüllen würde“, sagte Gleißner.

Gelöst werden soll das Problem über ein sogenanntes Sicherheitstreppenhaus auf der weniger einsehbaren Ostseite der Hütte. Hierfür würde aus Ober- und Dachgeschoss jeweils ein Steg ins Freie und durch eine Betonwand weiter zur Fluchttreppe führen. Hauptschwierigkeit: Um die Anforderungen an den Brandschutz zu erfüllen, müsste der Treppenbereich komplett L-förmig mit Beton umbaut werden.

„Mit dem Treppenturm haben wir ein Problem“, sagte Bürgermeister Werner Weindl. Das passe gestalterisch vielleicht in die Stadt München, aber keinesfalls auf den Berg. Auch Birgitta Opitz (CSU) fragte sich, „warum man mit Beton ein Material verwendet, das in dieser Gegend ein Fremdkörper ist“. CSU-Fraktionschef Bernhard Simon überlegte, ob es nicht Möglichkeiten gebe, den Treppenturm „nicht ganz so hoch zu machen“. Auch Hans Proisl (FW) war alles andere als angetan. „Das ist jetzt ein wunderschönes Gebäude. Und jetzt macht man da so einen Betonteufel.“

Die Vertreter der Landeshauptstadt hörten sich das alles geduldig an, betonten aber immer wieder, dass man verschiedene Varianten geprüft habe, dies aber die einzige Lösung sei. „Wir müssen das einfach aus nicht brennbarem Material bauen“, sagte Planer Gerhard Bodenmüller. „Man könnte das ja auch als Felsnadel interpretieren“, schlug er vor.

„Dass etwas alternativlos ist, darf bei uns eigentlich nur die Kanzlerin sagen“, warf Rathauschef Weindl ein. Allerdings könne man auch nicht unendlich Geld in die Liegenschaft stecken, hielten die Planer dagegen. Schon jetzt gehe man von rund 500 000 Euro aus. „Wir müssen eine vernünftige Lösung finden, sonst müssen wir die Hütte halt schließen.“ Und auch die Zeit drängt, „denn die Existenz der Pächterin steht auf dem Spiel. Die will natürlich wieder aufmachen“.

Selbstverständlich habe auch die Gemeinde großes Interesse daran, dass die Hütte wieder aufgemacht wird, betonte Weindl. „Wir erhoffen uns nur Gestaltungsalternativen.“ Die Verkleidung des Betons mit Bruchsteinen, wie von Markus Landthaler (FW) vorgeschlagen, könnte so eine Alternative sein. Auch aufgemalte Schindeln, die die Hüttenwand nachempfinden, wären denkbar.

Für die anderen beantragten Umbaumaßnahmen – Ausnahme ist die aufgeständerte Solaranlage – gab der Gemeinderat grünes Licht. Bei der Gestaltung des Treppenturms wird eine landschaftsverträgliche Variante eingefordert.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kommentare