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18-jähriger Lenggrieser vor Gericht

Betrunken: Sanitäter getreten und Polizisten bespuckt

Ein mehrfach vorbestrafter 18-Jähriger aus Lenggries legte sich mit Sanitätern und Polizisten an. Vor Gericht zeigte er Reue.

Lenggries/Wolfratshausen Die Ehrenamtlichen vom Roten Kreuz rückten aus, um einem Betrunkenen zu helfen, der auf sein Gesicht gestürzt war. Statt Dankbarkeit schlugen den Sanitätern aber wüste Beschimpfungen und Fußtritte entgegen. Vor dem Jugendgericht zeigte sich der mehrfach Vorbestrafte reuig.

„Ich bin seit 20 Jahren Sanitäter, aber so etwas habe ich noch nie erlebt.“ Bei der Aussage eines immer noch sichtlich schockierten Tölzers wurde es still im Sitzungssaal des Wolfratshauser Amtsgerichts. „Wir sind gekommen, um zu helfen und werden als Arschloch tituliert“, berichtete er. Diese Beschimpfung zählte in seiner Aufzählung zu den harmlosesten.

Verhandelt wurde gegen einen 18-Jährigen aus Lenggries wegen mehrfacher Beleidigung und versuchter Körperverletzung. Der junge Erwachsene hatte sich betrunken bei einem Sturz auf das Gesicht verletzt. Als ihn zwei Mitarbeiter des BRK in das Tölzer Krankenhaus fuhren, beleidigte er die Rettungskräfte derb. Im Krankenhaus eskalierte die Situation noch weiter. Der auf einer Trage fixierte Lenggrieser versuchte, Sanitäter und Krankenhausmitarbeiter gegen den Kopf zu treten und mit der Faust zu schlagen. Den Opfern wurde es zu bunt: Sie riefen die Polizei.

Alkoholverbot und Freizeitarrest  

Auch die Beamten gerieten unter verbalen Beschuss. „Er hat uns aufs Wüsteste beleidigt“, berichtet ein Polizist. Er präsentierte ein Video, das er mit seinem Handy aufgenommen hatte. Es zeigt den sturzbetrunkenen Angeklagten im Streifenwagen, der schwere Beleidigungen in Richtung der Polizisten brüllt und versucht, die Beamten anzuspucken. „Die Beleidigungen sind bereits am unteren Ende“, kommentierte der Staatsanwalt. „Aber auf Menschen zu spucken – das ist das unterste.“ Für den bereits mehrfach – unter anderem wegen Besitz von Betäubungsmitteln – Vorbestraften forderte er eine Strafe von einer Woche Dauerarrest und ein Alkoholverbot von sechs Monaten.

Die Jugendgerichtshilfe plädierte für ein milderes Urteil: Ein Wochenende Freizeitarrest und Alkoholsperre wäre nach ihrem Ermessen ausreichend. Jugendrichter Urs Wäckerlin verurteilte den Lenggrieser zu zwei Wochenenden im Freizeitarrest und einer Alkoholsperre. „Das Maß ist langsam voll“, mahnte er mit Blick auf die Vorstrafen des Angeklagten. Die starke Alkoholisierung des jungen Mannes ließ er als Ausrede nicht gelten: „Wer sich so abschießt, muss auch die Konsequenzen tragen.“

Der Lenggrieser zeigte sich reuig. „Ich habe daraus gelernt“, beteuerte er. An die Taten konnte er sich nach eigener Aussage nicht mehr erinnern. Seit dem Vorfall habe er seinen Alkoholkonsum drastisch gezügelt. Im Vorfeld der Verhandlungen hatte er sich bereits bei den Opfern seines Wutausbruchs entschuldigt. „Ich habe mich selbst nicht wiedererkannt, als ich davon gehört habe.“

Dominik Stallein

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