Kläranlage in Lenggries
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Im vergangenen Jahr wurde die Lenggrieser Kläranlage auf anaerobe Klärschlammfaulung umgestellt. Jetzt fehlt noch eine Entwässerungsanlage für den Klärschlamm.

Ausschuss entscheidet

Schneckenpresse für die Kläranlage in Lenggries

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Für rund drei Millionen Euro hat die Gemeinde Lenggries die Kläranlage umgerüstet. Jetzt muss noch in eine eigene Anlage zur Klärschlammpressung investiert werden.

Lenggries – Seit der Fertigstellung Ende 2019 kann Faulgas in einem Blockheizkraftwerk verbrannt werden. So entstehen Wärme und Strom, beides trägt dazu bei, die Betriebskosten der Anlage zu senken. Was zuletzt noch fehlte, war eine Anlage, die den Klärschlamm entwässert. Das erledigt bislang eine externe Firma, die mehrmals im Jahr mit einer mobilen Presse aufs Gelände kommt. Künftig soll das in einer eigenen Anlage erfolgen.

Der Werkausschuss musste sich in seiner Sitzung für eine von zwei Techniken entscheiden. Eine Zentrifuge sei das wirtschaftlichere System, erläuterte Kämmerer Michael Wenig. Allerdings habe sie im Vergleich mit einer Schneckenpresse nur hauchdünn die Nase vorn. Und für Letztere plädierte Klärwerksleiter Florian Willibald in der Sitzung. Die Zentrifuge sei mit rund 85 Dezibel sehr laut, komplexer im Aufbau und in der Bedienung. „Ich glaube, dass die Schneckenpresse eine höhere Lebenserwartung hat“, sagte Willibald. Mit 369 000 Euro ist sie zudem lediglich 11 000 Euro teurer als die Zentrifuge. Die zu erwartenden Betriebskosten liegen dagegen etwas niedriger als bei der Zentrifuge. Dafür entwässert diese den Schlamm ein wenig besser. „Es hebt sich aber eigentlich alles hübsch auf“, sagte Willibald.

Das wirklich teure sei ohnehin die Schlammentsorgung. Pro Tonne würden 145 bis 150 Euro fällig. Bei 900 Tonnen pro Jahr kommt da einiges zusammen. Das wiederum spräche für die Zentrifuge. Je weniger Wasser im Schlamm, desto weniger wiegt er schließlich. Tatsächlich könne aber niemand sagen, wo sich die Kosten in diesem Bereich hinentwickeln, sagte Willibald. Für Bürgermeister Stefan Klaffenbacher haben beide Systeme Vor- und Nachteile. „Es ist eine Gefühlssache.“ Und da folgte der Ausschuss dem Gefühl des Klärwerksleiters und beschloss, die Schneckenpresse auszuschreiben.  

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