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Am Ziel: Eine Gruppe Schneeschuh-Wanderer am Brauneck.

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Schneeschuh-Wandern: Auf großem Fuß durch den Winter

Das Oberland setzt auf sanften Tourismus. Schneeschuh-Wanderungen eignen sich dafür hervorragend. Dabei stapfen die Wanderer auf großen Sohlen durch die Winterlandschaft. Drei Lenggrieser Bergwanderführer kennen sich aus.

Lenggries – Wanderungen mit Schneeschuhen sind sanft zur Natur und sanft für den Menschen. Hier geht es nicht ums Höher-, Schneller- und Weiterkommen, sondern um Entschleunigung, innere Balance und Frieden. Ein Schneeschuh vergrößert als Aufsatz am normalen Schuh die Auftrittsfläche und es läuft sich leichter auf Schnee.

Detlev Gannss, Führer von Schneeschuhwanderungen.

„Die Leute wollen ihre Ruhe beim Schneeschuhwandern“, sagt Blasius Heiß. Deswegen führt der Bergwanderführer seine Gruppen auch meistens zu Almhütten, fernab vom Trubel anderer Wintersportler und bewirtschafteter Hütten. „Da kann man in Ruhe seine Brotzeit machen“, sagt der Lenggrieser. Wer Schneeschuh-Wandern will, sollte „a bissal winter- und schneenarrisch sein. Die saubere, kalte Luft und die Bewegung, insbesondere auf Neuschnee, verschaffen ohne große Anstrengung das pure Winter-Feeling“, so Heiß.

„Wer shoppen kann, kann auch Schneeschuh-Wandern“, sagt Detlev Gannss. „Die Ausrüstung besteht aus Schneeschuhen, Stöcken und Gamaschen“, so Gannss, der wie Heiß Bergwanderführer in Lenggries ist. Die Ausrüstung ist bei geführten Schneeschuh-Wanderungen meist im Preis inbegriffen. „Dazu sollte man sich sportlich und nach dem Zwiebelprinzip anziehen, damit man auch mal etwas ausziehen kann“, empfiehlt Gannss. Wichtig seien auch feste Trekking- oder Bergschuhe.

„Zur Ausrüstung gehören außerdem noch Kraftnahrung und ein warmes Getränk“, sagt Heiß. Der Bergwanderführer trägt dazu noch sicherheitsrelevante Dinge für die ganze Gruppe auf der Wanderung mit sich: „Einen Erste-Hilfe-Kasten, eine Lawinenschaufel, zwei Piepser und Infos über die Wetter- und Lawinenlage“, so Heiß. „Gehen kann jeder, aber sicher muss es sein“, warnt er.

Durch die Schneedecke seien die Sommerwege oft nicht sichtbar. „Man braucht ein gutes Gefühl fürs Gelände. Im Winter ist es gar nicht so einfach, einen schönen Weg alleine zu finden“, sagt der 67-Jährige. Ganz wichtig sei auch, „die Wildfütterungs-Stellen weiträumig zu umgehen. Im Winter braucht das Wild Ruhe“, so Heiß.

Von 8 bis 99 Jahren darf jeder mitmachen, in Ausnahmen nimmt Gannss auch Familien mit kleineren Kindern mit. „Dann aber nur in der geschlossenen Gruppe der Familie“, so der 62-Jährige. Gannss hat sogar einen sehr sportlichen, blinden Kunden, der immer wieder kommt: „Da gibt’s keine Einschränkungen, mit dem machen wir sogar Ganztages-Touren.“

Elisabeth Liedschreiber bietet in Lenggries ebenfalls Schneeschuh-Wanderungen an. Sie glaubt, dass das Schneeschuh-Wandern auch deshalb mehr im Trend liegt, „weil das Skifahren einfach wahnsinnig teuer geworden ist, und Schneeschuh-Wandern auch nicht so eine Materialschlacht wie Skifahren ist.“ Bei ihrer kleinen Lenggrieser Outdoor-Eventagentur werden die Touren zumindest mehr nachgefragt als früher. Ob dabei auch ein vermehrtes Umweltbewusstsein – der Skibetrieb erhält schließlich nicht gerade die Natur – mit hineinspielt, vermag Liedschreiber aber nicht zu sagen.

Nora Linnerud

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