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Daten-Autobahn: Michael Müller stellt de m Lenggrieser Gemeinderat ein Glasfaserkabel mit Abzweiger vor.

Hoffnung auf hohe Zuschüsse

Schnelles Internet: Glasfaser für Vorderriß?

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Mit dem „Höfebonus“ will Lenggries den Breitbandausbau im gesamten Gemeindegebiet vorantreiben.

Lenggries – Große Aufgabe für die flächenmäßig größte Gemeinde in Bayern: Lenggries will den Breitbandausbau für schnelles Internet vorantreiben und setzt dabei auf den sogenannten Höfebonus. Mit diesem erst im Juli 2017 aufgelegten bayernweiten Programm soll der Glasfaseranschluss auch in dünn besiedelten Gebieten erreicht werden.

Für Lenggries bedeutet das laut Bürgermeister Werner Weindl „eine Verdopplung des Förderbonus’“. Die Gemeinde dürfe demnach auf weitere 940 000 Euro Zuschuss hoffen. Michael Müller von der Beratungsfirma Corwese, die für die Gemeinde Lenggries den Breitbandausbau begleitet, schlug in der jüngsten Gemeinderatssitzung vier schwerpunktmäßige Erschließungen vor, die für den „Höfebonus“ in Frage kommen. Das ist zum einen der Ortsteil Vorderriß. Um die dortigen 13 Häuser mit schnellem Internet versorgen zu können, müsste von Fall aus ein Glasfaserkabel verlegt werden. Müller schätzt die Kosten dafür auf 600 000 Euro. „Hier steht hinter der Wirtschaftlichkeit ein großes Fragezeichen“, sagte der Corwese-Experte.

Auch Bürgermeister Weindl ist bewusst: „Über Vorderriß müssen wir uns noch einmal eingehend unterhalten.“ Dennoch soll der Ortsteil in der jetzt beschlossenen Ausschreibung bleiben. „Wir wollen mal sehen, welche Angebote eingehen“, so Weindl.

In manchen Lenggrieser Ecken kann man gerade mal telefonieren

Unbestritten ist der Anschluss für drei bislang unterversorgte Gebiete, nämlich die Talstation der Brauneck-Bergbahn, der Bereich Kieswerk Willibald und das Bahnhofsgebäude in Lenggries. Dort reiche der vorhandene Anschluss lediglich zum Telefonieren, sagte Müller. Auf diese kuriose Situation ist die Gemeinde laut Weindl von Mietern in dem Gebäude aufmerksam gemacht worden. „Wir konnten das zunächst nicht recht glauben, weil der Bahnhof ja nur ein paar Schritte vom Hauptverteiler der Telekom in der Schützenstraße entfernt ist.“

Ebenso einstimmig wie den Einstieg ins „Höfebonus“-Förderverfahren hat der Gemeinderat auch das weitere Vorgehen beim Masterplan für die Leerrohr-Planung beschlossen. Dazu sind die Kommunen durch ein Bundesgesetz verpflichtet. Bürgermeister Weindl erinnerte daran, dass ja auch der Koalitionsvertrag für die Große Koalition Glasfaseranschlüsse für jedes Haus bis zum Jahr 2025 vorsehe. Der Gemeinderat sprach sich deshalb dafür aus, bei allen künftigen Tiefbaumaßnahmen entsprechende Leerrohre zu verlegen, allerdings nur „nach technischer und wirtschaftlicher Einzelfallprüfung“. Laut Weindl ist das zwar eine große Herausforderung, eine entsprechende Infrastruktur sei aber zukunftsweisend.

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