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Die Zukunft gehört der Glasfaser: Bei jeder Straßenbaustelle und jedem Neubaugebiet sollen zumindest Leerrohre mitverlegt werden. 

Breitbandausbau

Schnelles Internet für Lenggries

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Lenggries - Mit einem Förderantrag geht die Gemeinde Lenggries den nächsten Schritt in Richtung Breitbandausbau.

Willy Huber sitzt an seinem Rechner und wartet. Der Lenggrieser Bauingenieur und Statiker versucht gerade, Pläne per Mail zu verschicken. Bei großen Datenmengen dauert das – genauso wie das Herunterladen größerer Dateien. Bei Huber ist das Problem allerdings überschaubar. Er arbeitet in einem Bereich von Lenggries, der eigentlich schon gut versorgt ist mit schnellem Internet. Deutlich weniger Bandbreite gibt es in den Gebieten von Fleck bis Hohenwiesen, Vorderriß, nördlich von Schlegldorf beziehungsweise Steinbach sowie in Teilen von Wegscheid.

Schnelles Internet wird immer wichtiger. Im geschäftlichen, aber auch im privaten Bereich. Die bayerische Staatsregierung hat daher ein Förderprogramm aufgelegt, das für eine flächendeckende Versorgung mit mindestens 30 beziehungsweise 50 Mbit sorgen soll. Die Lenggrieser verfügen derzeit in vielen Bereichen über Bandbreiten, die irgendwo zwischen einem und 16 Mbit liegen.

Um in den Genuss dieser Förderung zu kommen, ist einiges an Vorarbeit nötig. Begleitet wird die Gemeinde dabei vom Beratungsbüro Corwese. Im Januar 2015 zeigte Vertreter Michael Müller den Ist-Zustand in den Gemeindeteilen auf. Danach erfolgte die sogenannte Markterkundung. Die brachte für Lenggries ein erfreuliches Ergebnis, wie Müller in der Gemeinderatssitzung am Montag berichtete. Im Zuge der Markterkundung zeigte sich nämlich, dass beispielsweise die Telekom einen „sehr umfangreichen Eigenausbau“ plant, so Müller. „Das freut uns sehr.“ Kein Wunder: Für die Gemeinde bedeutet das, dass sie sich um diese Bereiche nicht mehr kümmern muss. „Das spart uns Geld“, verdeutlichte Bürgermeister Werner Weindl. So können die Fördermittel in andere Breitband-Ausbauprojekte gesteckt werden. Aber nicht nur die Telekom investiert selbst, sondern auch das EDV-Team Oberland. Die Lenggrieser Firma hat den Eigenausbau für Winkl und Fleck angekündigt. „Danach werden die Ortsteile hervorragend versorgt sein“, so Müller.

Für die übrigen festgelegten Erschließungsgebiete hat die Gemeinde ebenfalls bereits im vergangenen Jahr das Auswahlverfahren gestartet. Bis Ende Februar 2016 konnten Netzbetreiber Angebote für die Erschließung abgeben. Das Ergebnis: Die Gemeinde plant, mit der Telekom einen Vertrag abzuschließen, um den Breitbandausbau voranzutreiben. Unterzeichnet werden kann der allerdings erst, wenn die Regierung von Oberbayern den Förderantrag bewilligt hat. Mit bis 80 Prozent der Gesamtkosten fördert der Freistaat den Ausbau. „Gibt es dafür einen Zeitplan?“, wollte Vize-Bürgermeister Franz Schöttl (CSU) wissen. Müller zuckte die Achseln: „Das haben wir aufgegeben.“ Ursprünglich habe es geheißen, die Regierung brauche vier Wochen bis zur Bewilligung eines Förderantrags. „Aber die sind total überlastet. Derzeit gehen wir von vier Monaten aus.“ Am Montag wurde nun erst einmal einstimmig beschlossen, den Förderantrag zu stellen.

Schnelles Internet ist übrigens ein Thema, „das uns noch lange beschäftigen wird“, mutmaßte Rathauschef Weindl. Denn tatsächlich ist der Hunger nach immer größeren Bandbreiten kaum zu stillen. Daher ist durchaus damit zu rechnen, dass es weitere Ausbauschritte geben wird – bis am Ende vermutlich jedes Haus mit einem Glasfaserkabel angeschlossen ist. „Glasfaser ist das zukünftige Medium“, sagte Müller. „Die bisherigen Technologien stoßen irgendwann an ihre Leistungsgrenzen – im Gegensatz zur reinen Glasfaser. Aber dieser Ausbau ist im Moment einfach noch nicht finanzierbar.“ Es sollte aber bei jeder Straßenbaustelle und jedem Neubaugebiet darauf geachtet werden, zumindest Leerrohre dafür mitzuverlegen. Hier wird sich die Gemeinde in naher Zukunft mit der Erstellung eines Masterplans befassen, anhand dessen der Ausbau Zug um Zug verwirklicht werden könnte.

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