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„Hoffentlich erinnert Ihr Euch an eine schöne Zeit“: Die Lenggrieser Mittelschule verabschiedete gestern 50 Absolventen.

Mittelschule Lenggries 

Schulabgänger: Verstand einsetzen und Rückgrat zeigen

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Für 50 junge Isarwinkler beginnt ab sofort der Ernst des Lebens: Sie wurden von der Mittelschule Lenggries verabschiedet.

Lenggries– „Viele haben Euch auf eurem Weg begleitet“, sagte der Lenggrieser Vize-Bürgermeister Franz Schöttl. „Aber Ihr habt es alleine geschafft, die Schulzeit abzuschließen. Ihr habt das Tor für Eure weitere Entwicklung geöffnet.“ Besonders freute ihn, dass viele Absolventen Ausbildungsplätze in der Region erhalten konnten. Einige werden an weiterführende Schulen gehen.

„Die meisten von Euch waren fünf Jahre an unserer Schule“, sagte Schulleiter Bernd Kraft. „Ich hoffe, dass in wenigen Wochen bei Euch die Erkenntnis einsetzt, dass es eine schöne Zeit war.“ Die erste Etappe sei geschafft. Alle hätten einen Abschluss geschafft, 75 Prozent der Schüler hätten sogar den Qualifizierenden Hauptschulabschluss erreicht. „Ihr habt hart gearbeitet. Das Wichtigste ist, dass Ihr Euch selbst sagt: Ich habe alles gegeben. Dann kann man auch verkraften, falls eine der Prüfungen schlechter ausgefallen ist.“ Schlimmer sei es, wenn man sich sage: „Hätte ich doch nur mehr gelernt.“

Stolz war Kraft auch auf die fünf Schüler der Übergangsklasse, die verabschiedet werden konnten: fünf junge Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. „Sie waren nicht einmal zwei Jahre an der Schule, mussten erst einmal Deutsch lernen – und haben ihr Ziel geschafft.“ Sie alle beherrschen die Sprache inzwischen so gut, dass man sie gut verstehen könne. Einer der Schüler sei erst Ostern 2016 in Deutschland angekommen, habe kein Wort Deutsch gekonnt und jetzt sogar den Quali geschafft. „Hut ab“, sagte Kraft.

Wichtig sei, so der Schulleiter weiter, dass die Schüler nicht nur ihren Verstand einsetzen, sondern auch Rückgrat zeigen – „gegenüber Euch selbst und gegenüber der Gesellschaft“.

Jede Klasse verabschiedete sich dann auf ihre eigene Weise: Die 9a zeigte Bilder ihrer Abschlussfahrt nach Berlin, die 9b nahm humorvoll ihre Klassenleiterin auf die Schippe. Die Schüler der Übergangsklasse bedankten sich mit einer kurzen Rede. Was es für die jungen Männer bedeutete, dort zu stehen und ihren Abschluss zu haben, wurde den Besuchern erst so richtig klar, als sie Bilder zu sehen bekamen: Aus deren vom Krieg heimgesuchten Heimatstädten Homs oder Kabul, von ihrer Flucht und schließlich von ihrer gelungenen Integration in Lenggries.

Zur Musik von „Sie und Er mit Eahm“ (Christina Willibald, Thomas Ertl und Josef Neumüller) und Andreas Heufelder endete das Fest und ging in ein vom Elternbeirat bereitetes reichhaltiges Büffet über.

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