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Ab in die Fluten (v. li.): Ulrich Wunner (Fischereifachberatung), Tobias Oberlechner (Fischereiverein Lenggries) und Roland Kriegsch (Wasserwirtschaftsamt) bessern den Fischbestand im Sylvensteinspeicher auf.

Fischbesatz

Seeforellen für den Sylvensteinsee

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Lenggries - Unter den Baumaßnahmen am Sylvensteinspeicher hatte die Fischwelt vergangenen Winter stark zu leiden. Jetzt soll die Population wieder aufgebessert werden.

Die Seeforellen – dicht gedrängt in der weißen Plastikwanne – winden sich noch ein bisschen. Aber es dauert nicht lange, die schuppigen Gesellen zu überzeugen, in die Strömung zu flutschen. Sie lassen sich ein Stück treiben und hüpfen gelegentlich in die Luft. „Wenn wir gut auf sie aufpassen, werden sie 15 bis 20 Jahre alt“, sagt Ulrich Wunner von der Fischereifachberatung des Bezirks Oberbayern.

Wunner hat gestern rund 9000 Seeforellen an der Isarvorsperre am Sylvensteinspeicher freigelassen, von wo sie sich auf den Weg Richtung Sylvensteinsee machen können. Fischbesatzaktion heißt das im Fachjargon. Die Seeforellen haben diesen Winter im Sylvensteinspeicher nämlich ganz schön gelitten.

Der Wasserspiegel wurde abgesenkt, damit das Wasserwirtschaftsamt Weilheim unterhalb des üblichen Stauziels Baumaßnahmen durchführen konnte. Wie berichtet, wurde ein Revisionsschütz, eine Art Badewannenstöpsel, eingesetzt. Die Arbeiten mussten laut Wasserwirtschaftsamt im Winter stattfinden, weil da die Hochwassergefahr für die obere Isar am geringsten sei.

Für die Seeforelle im Speichersee bedeutete dies aber, dass sie sich nicht in den Bereich zurückziehen konnte, in dem sie üblicherweise zu dieser Zeit ihre Eier im sauberen, überströmten Kies vergräbt. „Wir hoffen, dass wir mit dieser Maßnahme ein bisschen ausgleichen können, was heuer nicht funktioniert hat“, sagt Wunner.

Die Seeforellen, eine geschützte Art, sind in der Fischzucht Sonnendorf in Wörth (Kreis Erding) aufgewachsen. „Wir arbeiten schon seit 30 Jahren zusammen“, sagt Wunner. Die Teichanlage sei extra so konzipiert, dass sich die Fische an die Strömung gewöhnen. „Sonst würden sie sich hier in der Isar nicht auskennen“, sagt Wunner. Ausgesetzt hat er zwei Fischgenerationen, damit die Chancen für die Seeforellen besser sind, dick und schwer zu werden – bis zu 50 Pfund können sie auf die Waage bringen. Alle werden es allerdings nicht schaffen. „Der Gänsesäger lauert bei unseren Fischbesatzaktionen schon immer auf sein Fressen“, sagt Wunner.

Die Fischereiberatung hat die Maßnahme gemeinsam mit dem Fischereiverein Lenggries und dem Wasserwirtschaftsamt durchgeführt. Letzteres übernimmt die Kosten von rund 15 000 Euro. Sie haben bereits Sandfelchen eingesetzt. Im Sommer sollen noch Seesaiblinge folgen. „Das ist eine gute Sache“, sagt Tobias Oberlechner, Gewässerwart in Lenggries. „Lassen wir uns überraschen, was durchkommt.“

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