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Besser kann ein Bild den Musiker Sepp Müller nicht beschreiben – entstanden bei der Aufzeichnung der Servus-TV-Sendung „Pixners Backstage“, wo er mit der „Housemusi“ Stammgast war.

Kleinkunst-Soloprogramm

Sepp Müllers erstes Soloprogramm: „Du machst dich nackert“

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Die Kleinkunstbühne kennt Sepp Müller seit 20 Jahren. Zeit, um endlich ein eigenes Soloprogramm auf die Beine zu stellen, dachte sich der Wegscheider. Unter dem Motto „Oberbayer trifft...??!“ erzählt er von absurden Begegnungen.

Wegscheid Manchmal, nein, ziemlich oft trifft Sepp Müller auf der Bühne ein Geistesblitz, den er unbedingt mit seinem Publikum teilen will. Und zwar sofort – nicht erst, wenn das Lied vorbei ist. Also hört Müller plötzlich auf zu spielen und erzählt eine Anekdote. Als Schlagzeuger in einer Band ein ziemlich gewagtes Manöver. „Die Ärzte“ aus Berlin haben dieses geplante und ungeplante Unterbrechen ihrer Songs perfektioniert. Für einen abstrusen Witz nehmen sich Bela, Farin und Rod immer Zeit. Nach 25 Jahren verstehen sie sich blind, der „Musikus Interruptus“ gehört zur Ärzte-Show.

Bei Kollegen in den diversen Bands, die Müller bereits nach vorne getrommelt hat, ist sein Spontan-Stopp nicht immer gut angekommen. Sie fragten sich: „Was macht er denn jetzt wieder?“ Doch es ist diese Unverstelltheit, diese Rotzfrechheit, mit der der Mann aus Wegscheid viele Fans gewonnen hat. „Alleine bist du freier“, sagt Müller. „Und das liegt mir.“ Das Zusammenspiel möchte er nicht missen, aber jetzt ist es Zeit für ein Solo. Schließlich hat der heute 46-Jährige 20 Jahre Erfahrung auf der Kleinkunstbühne, beteiligte sich an der „Stoiberschau“ mit Wolfgang Krebs oder der „Karl Auer Show“ mit Martina Schwarzmann und Claus von Wagner.

„Oberbayer trifft...??!“ heißt Müllers erstes eigenes Programm. Ein Mix aus schrägen Geschichten und lustigen Liedern, neuen und alten Nummern, die man von seinen Bands „De 3 luschdigen Zwoa“ und „D’Housemusi“ kennt. Müller trägt auch mal in Gedichtform vor, die Poetry-Slam-Welle hat ihn inspiriert. Musikalisch greift er zur Steirischen und zur Flöte, begleitet sich aber auch am Schlagzeug. Einen roten Faden gibt es nicht, dafür aber einen thematischen Rahmen: absurde Begegnungen. „Wen ich schon alles in meinem Leben getroffen habe. Das musste ich dokumentieren.“ Müller erinnert sich zum Beispiel an den alten Herrn im Rollstuhl, den er als Zivi herumgeschoben hat. „Der Mann hatte eine Beinverletzung aus dem Krieg und wollte eine Prothese bei Ebay ersteigern.“ Wer Müller live erlebt, erfährt auch, in welchem Zusammenhang er es mit Vasektomie, der Sterilisation des Mannes, zu tun bekam. Müller liebt die Selbstironie – gerade die österreichischer Kabarettisten wie Josef Hader. „Die kommen nicht so zeigefingermäßig daher“, sagt er.

Auch wenn die Vorpremiere in Waakirchen gut lief: Ganz alleine auf der Bühne, davor hat Müller nach wie vor eine Menge Respekt: „Die Beziehung zu den Leuten ist viel intensiver. Das ist das Faszinierende an dieser Kunstform. Du machst dich komplett nackert.“

Sepp Müller live

Sepp Müller spielt am 4. Januar beim Stroblwirt in Oberhausen (Kreis Weilheim-Schongau), am 5. Januar im Geltinger Hinterhalt und am 6. Januar in der Lenggrieser Waldkirche.

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