Skiparadies Brauneck: Wie gut passt der dortige Betrieb mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit zusammen?

Antrag im Gemeinderat

Brauneck: Schneekanonen mit Ökostrom?

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Wie kann man den Skibetrieb am Brauneck besser mit Ökologie und Klimaschutz versöhnen? Dazu liefern  die Freien Wähler Lenggries einen Denkanstoß.

Lenggries– Ist das nur Wetter oder schon Klima? Fest steht, dass dieser Winter einen Vorgeschmack auf künftig wohl häufigere Saisons mit relativ milden Temperaturen und wenig Schnee sein könnte. Ein wichtiges Wintersportgebiet wie das Brauneck steht durch diese Entwicklung vor besonderen Herausforderungen. 

Zur Debatte um die Vereinbarkeit von Skifahren und Klimaschutz liefert nun die Freie-Wähler-Fraktion im Lenggrieser Gemeinderat einen Denkanstoß: Sie beantragt zu überprüfen, ob die Beschneiung und der Liftbetrieb am Brauneck mit Ökostrom funktionieren.

Gemeinde soll prüfen, ob Bergbahn am Brauneck mit Ökostrom betrieben wird

Der Antrag der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) besagt: Als Anteilseigner der Brauneck- und Wallbergbahnen GmbH solle sich die Gemeinde darüber informieren, ob die Anlagen am Brauneck mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden. Wenn nicht, solle sich das Rathaus dafür einsetzen, dass in Zukunft auf Ökostrom umgestellt wird.

Fraktionssprecher Günter Haubner erläutert auf Rückfrage, dass seine Gruppierung damit keineswegs die touristische Nutzung des Braunecks in Frage stellen wolle. „Der alpine Skisport am Brauneck hat eine lange Tradition und erhöht nach wie vor die Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung hier im Isarwinkel“, heißt es im Antrag. Haubner selbst bezeichnet sich ebenfalls als „begeisterten Skifahrer – auch am Brauneck, und das möchte ich nicht missen.“

„Neben der technischen soll auch die ökologische Nachhaltigkeit am Brauneck berücksichtigt werden“

Auch auf die Frage eines jüngst erschienenen Kurier-Artikels „Ist das Skilager noch zeitgemäß?“ antwortet Haubner persönlich mit Ja. „Das Gemeinschaftsgefühl im Skilager habe ich als prägend empfunden, und zum Sport in der Natur gehört Skifahren für mich nach wie vor dazu.“

Trotzdem war besagter Artikel mit ein Anstoß für die FWG, sich zu dem Thema Gedanken zu machen – und natürlich die – nicht zuletzt im Kommunalwahlkampf – allgegenwärtige Klimaschutzdebatte überhaupt.

Verstromung von Kohle macht Winter wärmer und schneeärmer: Ein Teufelskreis

Die Betreibergesellschaft der Bergbahn habe in den vergangenen Jahren viel investiert, um „angesichts immer milderer Winter den Alpinsport am Brauneck auch in den kommenden Jahrzehnten sicher zu stellen“, heißt es im FWG-Antrag. Die ausgebauten Techniken seien allerdings mit einem hohen Energieverbrauch verbunden. Die Entwicklung, den Skibetrieb mit Kunstschnee zu sichern, werde „in der Bevölkerung durchaus kontrovers diskutiert“. Die Fraktion sei der Ansicht, „dass neben der technischen Nachhaltigkeit unbedingt auch die ökologische Nachhaltigkeit beim Alpinsport am Brauneck berücksichtigt werden sollte“.

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Und mit der ist es aus Sicht der FWG nicht weit her, wenn die Energie für die Schneekanonen aus Kohle gewonnen werde. Bei deren Verstromung „werden große Mengen CO2 freigesetzt, die wiederum dafür verantwortlich sind, dass unsere Winter immer wärmer und schneeärmer werden“. Es ist somit ein Teufelskreis, den die FWG in ihrem Antrag beschreibt.

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Haubner räumt ein, dass der Antrag am Montag im Gemeinderat schnell abgehandelt sein könnte – falls die Rathaus-Verwaltung schlicht und ergreifend antwortet, dass die Brauneckbahn bereits Ökostrom bezieht. Dann bliebe freilich immer noch die Frage, ob sich Skisport und Klimaschutz noch auf anderen Wegen vereinbarer machen ließen – eventuell mit der Gewinnung regenerativer Energien direkt vor Ort. Dazu will sich Haubner nicht konkret äußern, da er die Möglichkeiten vor Ort nicht kenne. 

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Elektrobetriebene Pistenraupen als Alternative zu den Diesel-Fahrzeugen gebe es seines Wissens noch nicht, bedauert er. Doch er hätte nichts dagegen, wenn der FWG-Antrag nur der Anfang wäre beim Nachdenken über mehr Ökologie im Wintersportgebiet Brauneck.

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