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Praktische Erfindung für Brillenträger: Jakob Hohenreiter (li.) aus Lenggries hat bei „Jugend forscht 2016“ den Sonderpreis für eine originelle Arbeit bekommen. Mitschüler Emanuel Kronseder hat an der Brille, die nicht beschlägt, mitgearbeitet. 

Sonderpreis für Erfindung

Forscher mit Durchblick

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Lenggries – Jakob Hohenreiter (13) will Chemiker oder Physiker werden. In seinen Traumberuf hat er jetzt schon erfolgreich reingeschnuppert: Mit seiner Brille, die nicht beschlägt, hat er einen Preis bei „Jugend forscht“ gewonnen.

Im Winter haben Brillenträger wenig Freude. Wer von der Kälte ins Warme kommt, sieht erstmal gar nichts. Wie es ist, wenn mal wieder die Brille beschlägt, weiß Jakob Hohenreiter nur zu gut. Der 13-Jährige hat seit der zweiten Klasse eine Sehhilfe und hat genug von der eingeschränkten Sicht.

Der Lenggrieser tüftelte im heimischen Hobbykeller an einer Brille, die nicht beschlägt. Mit Erfolg: Mit seiner Erfindung hat er bei „Jugend forscht 2016“ den Sonderpreis für eine originelle Arbeit gewonnen. „Ich war erst schockiert, weil ich gar nicht damit gerechnet habe“, sagt Jakob. Eigentlich nahm er nur zum Spaß an dem Wettbewerb teil. „Aber dann war die Freude natürlich groß. So einen Preis gewinnt man ja nicht jeden Tag.“

Seine Erfindung funktioniert ähnlich wie bei einer Scheibenheizung im Auto. „Nur, dass ich bei der Brille zwischen Glas und unterem Gestell einen Carbon-Draht durchgezogen habe“, erklärt der 13-Jährige. Die Kabel laufen zusammen in einen Akku, den man aufladen kann. Jakob arbeitete seit November daran.

Sein Schulkamerad vom Gabriel-von-Seidl-Gymnasium, Emanuel Kronseder (15), half ihm dabei. Da Emanuel sich zu spät beim Wettbewerb angemeldet hatte, konnte er Jakob nur außer Konkurrenz in Schongau unterstützen. Dort wurde der Regionalwettbewerb von der Firma Hoerbiger ausgerichtet, bei dem 107 Nachwuchsforscher ihre 64 Arbeiten vorstellten.

Jakob und Emanuel hatten dort einen Stand, auf dem sie die Brille präsentierten. Sie zeigten Konstruktionsplan und Messwerte an einer Pinnwand. Ihren Präsentationstisch teilten sich die beiden mit einem Schüler, der eine ganz besondere Fußwaage erfunden hat. „Diese misst, wie schwer der Fuß belastet wird, wenn man sich zum Beispiel ein Bein gebrochen hat“, erklärt Jakob. Das hat ihn ziemlich beeindruckt. Überhaupt seien beachtenswerte Erfindungen bei dem Wettbewerb gewesen. „Zum Beispiel ein Protonenmikroskop oder mehrere Drohnen.“

Das hat Jakob auf jeden Fall dazu inspiriert, weiterzuforschen. „Wir wollen die Brille verbessern und wieder anmelden.“ Beim aktuellen Modell sei der Akku nämlich so groß, dass man ihn in die Hosentasche stecken muss. Deswegen trägt Jakob die Brille derzeit noch nicht im Alltag – und die Brillengläser beschlagen weiter.

Die Erfindung war „meine erste richtig große Idee“, sagt Jakob. Bisher habe er im Hobbykeller seines Vaters nur „einfachere Schaltkreise gebaut“. Und einen Gepäckträger hat er eigenhändig an seinem Mountainbike montiert. Die meiste Zeit verbringe er allerdings mit Hausaufgaben und Lesen. „In die Werkstatt gehe ich nur, wenn ich eine gute Idee habe.“

Aber davon hat Jakob noch einige. „Ich würde gerne eine Art Zuchtkasten für Grünalgen bauen“, sagt der 13-Jährige. Die seien nämlich so nahrhaft, dass sie sich für All-Missionen eignen würden. „Grünalgen werden zwar schon angebaut, aber das ist nicht soweit entwickelt, dass es für Raumschiffe geeignet ist.“ Vielleicht packt Jakob das in der Zukunft an. „Ich will auf jeden Fall Chemiker oder Physiker werden.“

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