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Am Tisch mit Sozialministerin Emilia Müller (v. li.): CSU-Ortsvorsitzende Christine Rinner, die Vorsitzenden von „Nur a bisserl Zeit“, Regina Weindl und Birgitta Opitz, sowie (v. re.) Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan und die im Sozialministerium für Seniorenpolitik und -arbeit zuständige Ministerialrätin Maria Weigand. 

Sozialministerin Emilia Müller würdigt Lenggrieser Verein

Viel mehr als „Nur a bisserl Zeit“

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Großes Lob für großes Engagement: Die bayerische Arbeits- und Sozialministerin Emilia Müller hat bei einem Besuch im Lenggrieser Haus der Senioren die Arbeit des örtlichen Vereins „Nur a bisserl Zeit“ gewürdigt.

Lenggries – „Auf den ersten Blick möchte man meinen, das hört sich ganz nett an“, sagte Müller. Aber nun sei ihr bewusst: Der Name bringt die Arbeit des Vereins auf den Punkt. „Ihr seid hier in Lenggries gut aufgestellt.“

Die Anfänge liegen über zehn Jahre zurück, berichtete Birgitta Opitz, als sie der Ministerin am Mittwoch den Verein vorstellte. Bei Besuchen zu runden Geburtstagen von Senioren habe sie oftmals gehört: „Haben Sie noch ein bisserl Zeit?“ Und: „Bleiben sie doch noch ein bisserl bei uns.“ So entstand laut Opitz der Verein „Nur a bisserl Zeit“, der inzwischen unter anderem das regelmäßige Seniorenfrühstück und die Basare für Senioren organisiert.

Das jüngste „Kind“ des gemeinnützigen Vereins heißt „Freiraum“. Die anerkannte Betreuungsgruppe für demenzkranke Mitbürger wurde vor vier Jahren aus der Taufe gehoben. Die Gruppe trifft sich an jedem Dienstagnachmittag für drei Stunden. „Für die Angehörigen ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte Opitz. Ihr Traum wäre eine Ganztagesbetreuung. „Es wäre schön, wenn wir für unsere alten Angehörigen einen ebenso selbstverständlichen Betreuungsplatz wie unseren Kindern in den Tagesstätten anbieten könnten“, so die Vision der Lenggrieserin.

Was in den vergangenen Jahren alles auf sie zugekommen sei, „hätten wir uns nicht ausmalen können“. Mittlerweile sei das ehrenamtliche Engagement sowohl für sie als auch für ihre Stellvertreterin Regina Weindl ein Halbtages-Job. Die Arbeit sei nur dank der Unterstützung zahlreicher Freiwilliger zu meistern, sagte Opitz. Jeder einzelne bringe sich hier mit großer Leidenschaft ein.

Aber auch das gab Opitz der Ministerin in der knappen Dreiviertelstunde mit auf dem Weg: „Wir können viel zu wenig Kurzzeitpflegeplätze anbieten und haben unsere liebe Not mit der Versorgung der Menschen im weitläufigen ländlichen Raum.“ Bedingt durch die oft langen Anfahrten müsse der Pflegedienst „viel Geld auf der Straße liegen lassen“.

Dem pflichtete Ingrid Krafft-Otto bei, die in Lenggries einen Ambulanten Pflegedienst führt. Zum Jahresanfang 2018 will sie nun in Bad Tölz eine Tagespflegeeinrichtung mit 18 Plätzen eröffnen. „Fünf Jahre habe ich dafür gekämpft“, sagte sie. „Das war harte Arbeit.“ Die Einrichtung entsteht, wie mehrfach berichtet, neben dem Mehrgenerationenhaus in der Tölzer Schützenstraße.

Als versierte Ansprechpartnerin stellte sich am Rande des Wahlkampftermins Maria Weigand in Lenggries vor. Die Ministerialrätin im Arbeits- und Sozialministerium sicherte sowohl Opitz als auch Krafft-Otto ihre Unterstützung im Paragrafen-Dschungel zu. 

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