Der eindrucksvolle Tiefblick vom Rißersattel zeigt links den mächtigen Rißbach und rechts die vergleichsweise unscheinbare Isar.
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Der eindrucksvolle Tiefblick vom Rißersattel zeigt links den mächtigen Rißbach und rechts die vergleichsweise unscheinbare Isar.

Es braucht wohl nur noch wenige große Hochwasser

Zwischen Isar und Rißbach: Spektakuläres Naturschauspiel steht bevor - mit völlig neuem Landschaftsbild

Ein großartiges Naturschauspiel könnte bald bevorstehen: Die Vereinigung des Rißbachs und der Isar, die momentan noch durch eine schmale Barriere getrennt sind.

Vorderriß – Die „Große“ muss dem „Kleinen“ weichen: Bevor sich die Isar und der Rißbach bei Vorderriß vereinigen, hat der Rißbach einen so mächtigen Schotterberg aufgetürmt, dass er die Isar einen knappen Kilometer vor dem heutigen Zusammenfluss noch zu einem Umweg zwingt. Der eindrucksvolle Tiefblick vom Rißersattel (auch Kanapee genannt) zeigt den mächtigen, rund 200 Meter breiten Schuttstrom des Rißbachs, der von Süden kommt und den nördlichen Teil des zentralen Karwendelgebirges mit seinen sieben Seitentälern entwässert.

Vorderriß: Vereinigung von Isar und Rißbach steht bevor - Wall deutlich schmaler geworden

Von rechts, vergleichsweise unscheinbar, kommt die Isar daher und wird vom Rißbach abgedrängt, muss ihm noch mit einer engen Linksschleife ausweichen. Man erkennt deutlich den kurvenäußeren „Prallhang“, an dem die Isar jedoch mit jedem Hochwasser etwas mehr von dem Hindernis wegreißt: Der noch verbliebene Wall aus aufgetürmtem Geschiebe des Rißbachs ist jedenfalls, wenn man den Istzustand mit der topografischen Karte abgleicht, bereits deutlich schmaler geworden.

Großartiges Naturschauspiel: Nur noch wenige Hochwasser, dann räumt Isar den Wall weg

Hier steht also irgendwann ein großartiges, spannendes Naturschauspiel bevor, wenn die Isar diese Barriere durchstößt. Nach Einschätzung von Joachim Kaschek, Ausschussmitglied beim Isartalverein, braucht es womöglich nur noch wenige große Hochwasser, bis die Isar diesen Wall weggeräumt haben wird, womit dann ein völlig neues Landschaftsbild entsteht: Wann es soweit sein wird, lasse sich schwer abschätzen, betont Kaschek.

Das könne noch Jahrzehnte dauern, aber auch ganz schnell gehen, wenn es einige mehrere Tage andauernde Hochwasser gibt, so wie 1999, 2005 und 2013“. Und es komme auch darauf an, wie der Rißbach bei Hochwasser dagegenhält: ob er sein eigenes Geschiebe mehr links oder rechts ablädt.

Tölzer Land: Wehre an der Isar und am Rißbach unterscheiden sich

Sowohl die Isar als auch der Rißbach werden mit einem Wehr zum Walchensee abgeleitet: die Isar bei Krün und der Rißbach bei der Oswaldhütte. Daher erstaunt es, dass das ursprünglich breite Schotterbett der Isar heute zu einem beträchtlichen Teil zugewachsen ist, während sich das Schotterbett des wilden Rißbachs weitgehend erhalten hat.

Die Erklärung dafür liefert Kaschek: „Die Wehre an der Isar und am Rißbach unterscheiden sich bei der Konstruktion und Funktion grundsätzlich.“ In Krün werde die Geschiebefracht der Isar zurückgehalten und zum Schutz des Dorfs ausgebaggert, während beim Rißbach das Geschiebe bei Hochwasser ungehindert über das Wehr hinwegdonnert.

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