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Die neugewählte SPD-Führungsmannschaft (v.li.): stellvertretende Vorsitzende Angelika Kassner, Willi Streicher (Vertreter der Kreistagsfraktion), Kreischef Wolfgang Werner, stellvertretende Vorsitzende Viola Seidl, Schriftführer Michael Seidl und stellvertretender Vorsitzender Arndt Spahn. Nicht im Bild ist Kassier Reiner Berchtold.

Kreisversammlung der Sozialdemokraten

„SPD ist nicht totzukriegen“

Bad Tölz-Wolfratshausen - Die Genossen schwören sich bei der Kreisversammlung in Lenggries auf die nächsten Wahlen ein und setzt dabei auf bewährte Kräfte: Die Neuwahlen in der Jahresversammlung am Donnerstagabend im Lenggrieser „Neuwirt“ brachten keine Überraschungen. Alter und neuer Vorsitzender bleibt der Geretsrieder Wolfgang Werner,

Werner wird von seinen drei Stellvertretern Angelika Kassner (Ortsverein Dietramszell-Egling), Viola Seidl (OV Geretsried) und Arndt Spahn (OV Icking) unterstützt.

„Schön, zu sehen, dass so viele Sozis einmal in Lenggries sind“, bekannte die Ortsvereins-Vorsitzende Luise Gams. Dabei war die Teilnahme tatsächlich außergewöhnlich gut: Von den insgesamt 36 Delegierten der knapp 400 SPD-Mitglieder im Landkreis waren 30 zu dem Treffen erschienen.

Auch der scheidende Bundestags-Abgeordnete Klaus Barthel (wir berichteten) war gekommen und gab einen kurzen Abriss zur Politik in Berlin. Dabei erinnerte er, dass die jüngst als undemokratisch geschmähte Brüsseler EU-Verwaltung von allen Bürgern gewählt worden oder von den einzelnen demokratischen Regierungen der 28 Mitgliedsländer entsandt worden war. In diesem Zusammenhang bezeichnete er etwa die Klagen nach dem britischen Brexit-Referendum als „Krokodilstränen“, nachdem lediglich 37 Prozent der angeblichen jungen Brexitgegner zu dieser Wahl gegangen waren.

Dann gab es aber auch noch den Blick nach innen: Barthel gab zu: „Unsere Partei ist derzeit nicht gerade in bester Verfassung, weder in den Umfragewerten noch bei den Mitgliederzahlen.“ Deshalb müsse man mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen „bereits jetzt an einem klaren Profil der SPD arbeiten“. Kreischef Werner versuchte, den Genossen Mut zu machen: „Die SPD ist im Landkreis erkennbar, es rührt sich was in den Ortsvereinen. Sie ist nicht totzukriegen.“

Stellung bezog Barthel auch zu den Querelen um das Lenggrieser Kreispflegeheim. So hätten die jüngsten Gutachten ergeben, dass – egal, wer das Heim künftig betreibe – es nur dann zumindest kostenneutral geführt werden könne, wenn man aus den Tarifverträgen aussteige: „Das kann aber doch keine SPD-Politik sein.“

Willi Streicher forderte in seinem Bericht aus dem Kreistag außerdem zum Thema Pflegeheim: „Die Gemeinde Lenggries muss endlich klar sagen, was sie will.“ Wie berichtet fordert die Kommune, dass der Kreis das in die Jahre gekommene Heim für einen zweistelligen Millionenbetrag modernisiert und weiter betreibt. Landrat Josef Niedermaier plädiert dagegen für eine (Teil-)Privatisierung. Auch die SPD-Kreistagsfraktion sei sich in dieser Sache derzeit noch nicht einig, bekannte Streicher. Demnächst wird der Kreistag aber einen Beschluss fassen müssen.

Ewald Scheitterer

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