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Brücke verschoben: Um dies zu bewältigen, muss die Isarbrücke komplett gesperrt werden. 

Brückenneubau an Bundesstraße 13 

Sperrung bedeutet Umwege und Verluste

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Lenggries - Dass die Bundesstraße 13 ab 10. Juni für einige Tage voll gesperrt ist, bedeutet Umstände für viele Pendler und Touristen. Die Gaststätten in Fall und Vorderriß rechnen aber sogar mit teils hohen Umsatzeinbußen.

Der Termin steht: Von Freitag, 10., bis Dienstag, 14. Juni, ist auf der Bundesstraße 13 unterhalb des Sylvensteindamms kein Durchkommen. Wie berichtet, wird derzeit die dortige Isarbrücke neu gebaut. In der Zeit der Vollsperrung wird der Brückenüberbau der alten Brücke auf provisorische Flusspfeiler verschoben. Umgeleitet wird über das Tegernseer Tal.

Was ist aber mit den Menschen, die auf diesem Abschnitt der Straße täglich unterwegs sind? „Ich werde mit dem Rad in die Arbeit fahren“, sagt Alo Pöckl. Der Inhaber des Geschäfts „Radsport Oberland“ wohnt in Fall und pendelt jeden Tag nach Fleck. Seine Frau, die als Lehrerin in Lenggries tätig ist, wird wohl oder übel auch aufs Fahrrad umsteigen. „Oder sie lässt das Auto unterhalb der Baustelle stehen.“ Einige Kunden hätten ihn schon gefragt, ob er wohl überhaupt geöffnet habe. „Aber auf das Geschäft wird es keine Auswirkungen haben.“

Pendeln müssen auch Mitarbeiter des Naturparkhauses Karwendel. Wie sie mit der Sperrung umgehen, weiß Anton Heufelder noch nicht, der dort derzeit als Vertretung aushilft. „Aber wir werden es sicher merken, weil wir viele Gäste aus Lenggries haben.“ Natürlich sei es vom Wetter abhängig.

„Wie es funktionieren soll, weiß ich noch nicht“, sagt Reinhard Breuel, Chef des „Jäger von Fall“. „Alle Mitarbeiter, die aus Lenggries oder Tölz kommen, sind betroffen.“ Viele würden wahrscheinlich das Auto bei der Radlbrücke abstellen und dann zu Fuß gehen.

Rechtzeitig über die Sperrung informiert hat Christa Burk eine Gruppe, die genau in dem Zeitraum das Kinderferienheim in Vorderriß von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gebucht hat. „Wir haben ihnen gesagt, dass sie über Tegernsee fahren sollen“, sagt die frühere AWO-Vorsitzende. Die Gruppe reise ohnehin von weiter weg an, „da ist das keine so schlimme Sache, und es sind ja nur vier Tage“.

Der Fahrplan des Regionalverkehrs Oberbayern (RVO) wurde entsprechend auf die Sperrung ausgerichtet: „Unser Wanderbus startet erst eine Woche später, am 18. Juni“, sagt ein Mitarbeiter. Da es keine Umleitungsmöglichkeit gebe, sei das die einzige Lösung. Wanderer sollen auch nach Angaben des Alpenvereins (AV) bei der Planung ihrer Touren die Sperrung berücksichtigen.

Auf Mitarbeiterinnen, die aus Lenggries pendeln, muss wohl Britta Ellinger verzichten. „Für uns ist das schon blöd“, sagt die Inhaberin des Gasthofs Post in Vorderriß. „Eine Vollsperrung ist schon heftig, gerade um diese Jahreszeit. Was ist, wenn wir ein Bombenwetter haben?“

Massive Umsatzeinbußen befürchtet auch Breuel beim „Jäger von Fall“. „Wenn eine Woche ausfällt, machen wir rund 30 000 Euro Verlust.“ Neue Buchungen an diesem Wochenende „können wir vergessen“. Auch Firmen, die bereits gebucht haben, sind nicht glücklich über den Umweg, den sie nun zu fahren haben. „Was ist, wenn manche Firmen dann eine andere Lokalität aufsuchen, und es ihnen dort auch gefällt? Die kommen nicht mehr zu uns.“ Das seien Nachfolgebeeinträchtigungen, die jetzt noch gar nicht zu kalkulieren seien. Auch mit weiteren Gästen sei an diesem Wochenende kaum zu rechnen: „Da kommt keiner zum Frühstück oder Candlelight-Dinner, das A-la-carte-Geschäft geht gegen Null.“

Besonders schlimm sei es deswegen, weil es in den vergangenen Jahren bereits eine Sperrung nach der anderen gegeben habe: Zunächst die verschiedenen Maßnahmen am Sylvensteindamm und nun die Brücke unterhalb. „Das Frustrierende ist: Mit uns Betroffenen wurde nie direkt gesprochen.“ Von der Politik fühlt er sich vernachlässigt. Er fordert: „Man müsste uns unterstützen oder wenigstens einmal fragen, inwiefern wir beeinträchtigt sind.“

Die Vollsperrung der Bundesstraße 13 beginnt am Freitag, 10. Juni, um 20 Uhr und dauert voraussichtlich bis Dienstag, 14. Juni. Bereits am Donnerstag, 9. Juni, ist die Brücke halbseitig gesperrt.

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