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„Größten Respekt“ hat Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf für den Lenggrieser Ornithologen Heribert Zintl. Die Politikerin überreichte ihm eine Urkunde und eine Bronze-Ente für „50 Jahre Wasservogelzählung in Bayern“, wie auf dem Sockel geschrieben steht.

Vogelschützer geehrt

Staatspreis für Heribert Zintl

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Lenggries - Wie viele Wasservögel er in den vergangenen 50 Jahren gezählt hat, kann Heribert Zintl nicht beziffern. Sicher ist aber, dass der Lenggrieser einen wertvollen Beitrag zum bayerischen Naturschutz geleistet hat. Dafür wurde er nun von Umweltministerin Ulrike Scharf in München geehrt.

Während andere am Wochenende gerne mal ausschlafen, stand Heribert Zintl oft schon um 7 Uhr morgens am Tölzer Stausee, um die Wasservögel dort zu zählen. Fast ein halbes Jahrhundert lang hat der Lenggrieser Vogelexperte zwischen September und April an einem Sonntag im Monat auf diese Weise Daten für das Bayerische Umweltministerium gesammelt, wofür er nun zusammen mit sieben anderen Ehrenamtlichen ausgezeichnet worden ist.

„In den Wintermonaten war es bei Nordostwind unter Umständen wirklich hart“, erinnert sich Zintl. Umso mehr freut sich der 83-Jährige über den Staatspreis – auch wenn er die 50 Jahre streng genommen gar nicht ganz voll bekommt. „Das ist mir direkt peinlich“, sagt Zintl und weist bescheiden darauf hin, dass er erst um 1970 herum damit begonnen habe, an der bayerischen Wasservogelzählung teilzunehmen. Bereits vor ein paar Jahren habe der Tölzer Eckhard Härtel dann damit begonnen, ihn Stück für Stück abzulösen, weil seine Augen immer schlechter geworden seien. „Ich bin ihm sehr dankbar für seine Hilfe.“

Auch wenn Zintl die 50 Jahre nicht ganz voll bekommt, ist sein ehrenamtliches Engagement doch bemerkenswert, wie eine Pressemitteilung des Bayerischen Umweltministeriums deutlich macht. Demnach haben Ehrenamtliche wie Heribert Zintl in den vergangenen 50 Jahren über 280 000 Stunden Feldforschung betrieben, das entspricht laut der Behörde einem finanziellen Gegenwert von rund 17 Millionen Euro. Insgesamt wurden rund 44 Millionen Wasservögel gezählt. „Dieser Einsatzwille verdient größten Respekt und unseren Dank“, betont Umweltministerin Scharf.

Die Daten der landesweiten Wasservogelzählung finden ihr zufolge auf vielfältige Weise Verwendung: Sie seien zum Beispiel ein wertvoller Indikator für den Zustand der Natur in Bayern und dienten als Grundlage für zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt.

Für Zintl selbst war es vor allem spannend herauszufinden, zu welchem Termin wie viele Tiere vor Ort sind und wo sie herkommen. „In den 1970er Jahren habe ich einmal sogar einen Zwergschwan am Tölzer Stausee gesehen“, erzählt Zintl, der um diese Zeit auch die Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) gegründet hat. Zwergschwäne leben normalerweise im hohen Norden, sprich Skandinavien. „Vielleicht kam er sogar aus Russland.“

Aufgefallen ist Zintl im Laufe der Jahre vor allem eines: „Bestimmte Arten wie das Blässhuhn sind am Tölzer Stausee immer weniger vertreten.“ Diese Entwicklung liegt laut dem Vogelexperten vor allem daran, dass das Wasser der Isar immer reiner geworden ist, und der Fluss deshalb bestimmten Arten auch immer weniger Nahrung bietet.

Trotz seiner Faszination für Vögel vermisst Zintl die Wasservogelzählung übrigens nicht, wie er lachend zugibt. Dafür war der Nordostwind teilweise zu unangenehm.

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