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Die Staatsstraße 2072 ist zwischen dem Kreisel an der Bergbahnstraße und Wegscheid in miserablem Zustand. 

„Das ist mittlerweile kriminell da raus“

Staatsstraße 2072 bei Wegscheid in bedenklichem Zustand: „Die Straße zerbricht uns“

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Der Zustand der Staatsstraße 2072 zwischen dem Kreisverkehr an der Bergbahnstraße und Wegscheid ist miserabel. Die Gemeinde Lenggries drängt auf eine baldige Sanierung. 

Lenggries/Wegscheid Auch in der Jahresversammlung der Freien Wähler war der Zustand der Staatsstraße 2072 Thema (wir berichteten). „Das ist mittlerweile kriminell da raus“, befand Günter Haubner, Fraktionschef der Freien Wähler im Gemeinderat. Der geplante Ausbau scheitere derzeit aber an den Grundstücksverhandlungen, hieß es in der Versammlung.

Tatsächlich ist das so nicht ganz richtig, denn bei diesem Schritt ist das Staatliche Bauamt in Weilheim eigentlich noch gar nicht angekommen. Man habe die technische Planung vorangetrieben, „damit wir dann ins Genehmigungsverfahren gehen können“, sagt Abteilungsleiter Martin Herda auf Anfrage.

Vorgestellt worden waren die groben Planungen bereits Anfang 2017 im Lenggrieser Gemeinderat. Vier Varianten lagen da vor. Bei der von der Gemeinde seinerzeit favorisierten Lösung orientiert sich der Ausbau weitgehend an der bestehenden Trasse und sieht eine Begradigung der engen und gefährlichen Grasmüller-Kurve vor. Auch für diese Variante ist einiges an Grunderwerb nötig. „Wir haben die Gespräche mit den Eigentümern noch nicht geführt, wissen aber, auf wen wir zugehen müssen“, sagt Herda. Derzeit würden die Gespräche vorbereitet. Noch in diesem Jahr soll damit begonnen werden. Dass man hier noch nicht weiter sei, liege schlicht an den fehlenden Kapazitäten im Staatlichen Bauamt, so Herda.

„Grundsätzlich ist der Zustand der Staatsstraße so nicht hinnehmbar“

Dass mit der Straße etwas passieren muss, ist dagegen unstrittig. „Grundsätzlich ist der Zustand der Staatsstraße so nicht hinnehmbar“, sagt der Abteilungsleiter. Das sieht Bürgermeister Werner Weindl ganz genauso: „Die Straße zerbricht uns – an den Rändern, aber auch in der Mitte. Da sackt sie zunehmend ab.“ Daher drängte die Gemeinde immer wieder auf eine schnelle Lösung. Wenn sich die Grundstücksverhandlungen als zu zäh erweisen sollten, würde man natürlich helfend eingreifen, sagt Weindl. „Aber vom Grundsatz her sind die Verhandlungen erst einmal Aufgabe des Staatlichen Bauamts. Wir können nicht immer auch noch die Aufgaben des Staats übernehmen.“ Zumal es bei der Behörde eine eigene Abteilung gebe, die sich nur um Grunderwerbsverhandlungen kümmere, sagt der Rathauschef.

S2072: Wichtig wäre erst einmal die Entschärfung der Kurve

Außerdem habe die Gemeinde schon dafür gekämpft, dass die angrenzenden FFH-Gebiete die Ausbaupläne nicht behindern. Im Zuge der Feinabgrenzung sollten die Flora-Fauna-Habitat-Flächen nämlich eigentlich bis direkt zum Rand der Staatsstraße vergrößert werden. „Ich war damals sogar bei der Umweltministerin, um klar zu machen, dass das so nicht geht“, so Weindl.

Tatsächlich seien bei der Ausbauplanung nicht Wasser- oder Naturschutz die Knackpunkte, sagt auch Herda. Es könnte aber der Grunderwerb sein. Gibt es hier Probleme, könnte ein langwieriges Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der Staatsstraße nötig werden. Laufen die Gespräche dagegen einigermaßen gut, „werden wir versuchen, die Maßnahme 2021 unterzubringen“, sagt Herda. Unter Umständen könnte man das Ganze ja auch in zwei Abschnitte teilen, regt Weindl an. „Wichtig wäre zunächst einmal die Kurvenbegradigung und die nördliche Einfahrt nach Wegscheid.“ In einem zweiten Abschnitt könnte man den Ausbau der Teilstrecke bis zum Kreisverkehr an der Bergbahnstraße in Angriff nehmen.

Nicht sonderlich gut ist auch der Zustand der Staatsstraße weiter in Richtung Jachenau. Hier macht Herda aber wenig Hoffnung auf eine baldige Sanierung.

va

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