Am Sylvensteinsee suchten 150 Einsatzkräfte nach einem vermissten Buben.
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Am Sylvensteinsee suchten 150 Einsatzkräfte nach einem vermissten Buben.

Vermisstensuche

Am Sylvenstein: 150 Einsatzkräfte suchen nach zehnjährigem Buben

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Zu einem Großeinsatz rückten am Samstagabend 150 Einsatzkräfte aus. Ein Kind (10) war am Sylvensteinsee als vermisst gemeldet worden.

Lenggries - Christian Eberl, Kommandant der Feuerwehr Fall, war der Erste, der alarmiert wurde. Der verzweifelte Vater des Kindes meldete sich nämlich gegen 18.45 Uhr bei ihm am Feuerwehrhaus in Fall. Er gab an, dass er seinen Sohn seit etwa drei Stunden vermisse. Der Bub habe wohl auf eigene Faust den Sylvensteinsee umrunden wollen. Wie die Polizei meldet, ließ der Vater das Kind gewähren, weil er davon ausging, dass der 10-Jährige aufgrund des unwegsamen Geländes in Kürze wieder umkehren würde. Er täuschte sich.

Die Feuerwehr Fall, die die Gesamt-Einsatzleitung übernahm, begann mit der Suche und gab kurz darauf über die Leitstelle bekannt, dass weitere Unterstützung benötigt werde. Daher wurden zahlreiche Helfer alarmiert: Die Bergwacht, die Wasserwacht, die DLRG Geretsried, die Feuerwehren aus Achenkirch in Tirol sowie aus Anger, Winkl, Lenggries und Wegscheid, zudem der zuständige Kreisbrandmeister Anton Leeb. Außerdem wurden Drohnen der Unterstützungsgruppe der Örtlichen Einsatzleitung und Hubschrauber der Polizei eingesetzt. Zu Land, Luft und auf dem Wasser mit Booten machten sich die Trupps auf die Suche.

Von Kommandopunkt aus wurden die Suchtrupps losgeschickt

Einer, der mit der Bergwacht Lenggries vor Ort war, war Willi Hertle. „Bei einem Vermisstenfall wird ein Kommandopunkt eingerichtet, von wo aus die Einsatzleitung vor Ort plant, wer wo hingeschickt wird“, erklärt er auf Anfrage des Tölzer Kurier. Jede Truppe erhält ein Gebiet, das sie absucht. Die Bergwacht übernahm die Absuche der Forstwege. Anhaltspunkte habe es keine gegeben. Man habe nur gewusst, dass der Bub zuletzt im Bereich der Dürrachklammbrücke gesehen worden war. „Also haben wir alles abgesucht, auch in die Jägerstände geschaut“, erklärt Hertle. Da es in einem Vermisstenfall immer schnell gehen muss, sei auch keine Zeit gewesen, genauere Hintergründe mitzuteilen. „Wir haben gar nicht gewusst, warum der Bub weg ist. Gerade wenn es um ein Kind geht, wird nicht lange geredet, jeder kriegt sein Gebiet und sucht einfach.“

Autofahrer aus Hausham entdeckt vermissten Buben in Parkbucht

Insgesamt waren 150 Kräfte im Einsatz. Endlich, gegen 20.45 Uhr, die Erleichterung: Ein Autofahrer, ein 34-Jähriger aus Hausham, hatte das Kind an einer Parkbucht an der B 307 entdeckt. Der Bub hatte durch Winken auf sich aufmerksam gemacht. Der Haushamer brachte den leicht unterkühlten, aber sonst unversehrten Buben zurück nach Fall. Dort wurde er seinem Vater übergeben. Die Suche konnte abgebrochen werden.

Wie sich herausstellte, war der Bub zunächst am Ufer des Sylvensteinsees entlang gegangen. Als dieses zu unwegsam wurde, lief er in südlicher Richtung durch den Wald, bis er auf einen Forstweg traf und diesem dann folgte. Insgesamt legte der Bub eine Strecke von etwa acht Kilometern zurück.

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