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Beeindruckende Röhre: Ein Besuch im Kontrollgang unterhalb des Sylvensteindamms.

Tag der offenen Tür am Sylvensteindamm:

Und alle schauen in die Röhre

Lenggries/Fall - Nach fast sieben Jahren hat das Wasserwirtschaftsamt Weilheim am Sylvensteindamm wieder einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Das Interesse der Besucher war überwältigend.

Unerwartet schön zeigte sich das Wetter am Samstag südlich von Lenggries. Und doch zogen viele Besucher der idyllischen Gegend um den Sylvenstein-Stausee am vergangenen Wochenende den Aufenthalt im Dunklen, Kalten und Feuchten vor, doch natürlich nicht ohne Grund: Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim lud an seinem Tag der offenen Tür zur Erkundung des frisch renovierten Damms ein.

Erklärung an der Schautafel: Hans Gilg vom Wasserwirtschaftsamt erläutert Isabell Ramin und Lena Fischhaber (re.) die Baumaßnahmen.

Das letzte Mal konnte das Innere des monumentalen Bauwerks 2009 begutachtet werden. Nach den langjährigen Ertüchtigungsmaßnahmen war es nun endlich wieder so weit: Im Mai wurde der rundum erneuerte Damm in Anwesenheit der politischen Prominenz eingeweiht, jetzt konnten alle Interessierten die zahlreichen Neu- und Umbauten erstmals bestaunen. Das nötige Hintergrundwissen zu Geschichte und Umbau des Damms lieferte Tobias Lang vom Wasserwirtschaftsamt mit vielseitigen Vorträgen. Ein Film erinnerte zudem an das untergegangene Fall.

Auf diesem Weg gut informiert, konnten die Besucher das weitläufige Gelände erkunden. Hier zeigte sich: Der Name „Tag der offenen Tür“ deutete die vielen Tore und Eingänge, die allen offen standen, nur an. Nicht nur die beiden Kraftwerksstollen, auch der Triebwasserstollen sowie der neu errichtete Zielschacht und Kontrollgang wurden von den zahlreichen Gästen bestaunt. Besonders die lange Betonröhre, die in den letzten Jahren durch den Damm gezogen wurde, ließ Jung und Alt staunen. So wie Wilhelm König aus Thüringen, der auf dem Weg Richtung Süden hier eher zufällig Station gemacht hatte: „Ich bin in den letzten Jahren schon öfter über den Sylvenstein gefahren. Wenn man jetzt weiß, was alles darunter steckt, wird es sich sicher spannender anfühlen, wenn man auf der Mauer unterwegs ist.“

Im Stollen des Kraftwerks ist die große Turbine zu sehen.

Auch im Freien ließ sich viel erfahren, hier warteten Informationsstände zu verschiedenen Arbeitsbereichen des Wasserwirtschaftsamtes auf die Besucher. Der Stand der Pegelmessung etwa, an dem Hans Gilg über Wege der Pegel- und Strömungsuntersuchung informierte. Zahlreiche Gäste nahmen die zum Teil antiken Messgeräte in Augenschein, so auch Familie Ramin. Diese hatte gleich 150 Kilometer zurückgelegt, um dem Damm einen Besuch abzustatten: „Wir kommen aus Günzburg, haben aber Verwandtschaft in Bad Tölz.“ Insgesamt zeigte sich das Publikum gut gemischt. Jung wie Alt, Alteingesessene wie Touristen von nah und fern tummelten sich auf dem Gelände.

Neben dem Wasserwirtschaftsamt nutzten weitere Gruppierungen und Vereine den Tag, um über ihre Tätigkeit zu informieren. Die Isarranger etwa, die als „Hausmeister der Natur“ für die Einhaltung des Umweltschutzes am Sylvenstein sorgen. Direkt neben den Rangern zeigte der Fischereiverein Lenggries die in der Region ansässigen Fischarten – sie schwammen munter in einem Aquarium.

Ein rundum lebendiges Programm also um das Bauwerk, das laut Tobias Lang nun wieder „für die nächsten 80 bis 100 Jahre ertüchtigt“ ist. Viel Zeit also, um noch den ein oder anderen Tag der offenen Tür zu veranstalten.

Markus Henseler

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