+
Taucht am Sonntag in neuer Rolle im Fernsehen auf: Der aus Lenggries stammende Unterwasser-Archäologe Florian Huber, der in der Reihe „Terra X“ die Folge „Geheimnisse auf dem Meeresgrund“ moderiert. 

„Geheimnisse auf dem Meeresgrund“

Taucher steigt zum Moderator auf

  • schließen

Als Experte stand Florian Huber schon oft vor der Kamera. Jetzt darf der aus Lenggries stammende Unterwasser-Archäologe eine Terra X-Folge moderieren.

Lenggries – Im Fernsehen hat man Florian Huber schon des Öfteren gesehen – ob nun als Talkshow-Gast bei Markus Lanz oder im Interview als Experte bei „Checker Tobi“ im Kika. Nun tritt der aus Lenggries stammende Unterwasser-Archäologe in neuer Funktion auf – und schafft damit quasi den Schritt in die erste TV-Reihe: Der 43-Jährige ist Moderator der „Terra X“-Folge „Geheimnisse auf dem Meeresgrund“, die am Sonntag, 11. August, ab 19.30 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird.

„Für mich ist das eine tolle Sache“, sagt Florian Huber. Er vollzieht damit sozusagen einen Seitenwechsel. Wenn er bislang für „Terra X“ arbeitete, dann fungierte er als „Protagonist“ oder „Leading Expert“, wie es in der Fernsehsprache heißt. Das bedeutet, dass er sich als Fachmann äußerte, wobei er sich stets an einem neben der Kamera stehenden Gesprächspartner wandte, also schräg am Objektiv vorbeischaute. Das ändert sich jetzt: Als Moderator blickt Florian Huber direkt in die Kamera und spricht somit den Zuschauer unmittelbar an – eine Aufgabe, die bei „Terra X“ bis dato prominenten Gesichtern wie Michael Lesch oder Dirk Steffens vorbehalten war.

Spezielles Moderatorentraining als Vorbereitung

„Gar nicht so einfach, dabei immer freundlich und interessiert rüberzukommen“, sagt Huber. Dass er schon vorher wiederholt vor der Kamera gestanden hatte, sei ihm freilich zugute gekommen. Zusätzlich habe er ein spezielles Moderatorentraining erhalten. Bevor ihn das ZDF tatsächlich ranließ, gab es Probeaufnahmen. „Das scheint gepasst zu haben“, meint der Archäologe bescheiden.

Reise um den Erdball

Verbunden waren die Dreharbeiten im vergangenen Jahr mit einer Reise um den Erdball. An ganz entgegengesetzten Ecken auf dem Globus zeigt Huber den Zuschauern, „was es noch Spannendes unter Wasser zu entdecken gibt“, berichtet er.

Los geht’s in Helgoland, wo vier weitgehend unerforschte deutsche Kriegsschiffe auf Grund liegen. Sie sanken im Ersten Weltkrieg im August 1914. Kurioserweise hat Huber herausgefunden, dass bei genau diesem Seegefecht auch ein Lenggrieser ums Leben kam, an den sogar eine Tafel auf dem Friedhof der Gemeinde erinnert. „An dem Thema muss ich unbedingt dranbleiben“, sagt der Forscher, der in Kiel lebt und arbeitet. An der gesunkenen „SMS Mainz“ machen sich derweil Raumtaucher zu schaffen – eine Problematik, die Huber in der Sendung aufzeigt.

Für die ZDF-Doku ging die Reise weiter nach Mikronesien. In der paradiesischen Südsee-Inselwelt von Chuuk-Lagoon im Pazifik erläutert Huber anhand von Schiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg die Umweltproblematik von Munition und Treibstoff, die ebenfalls unter Wasser liegen. Vor Mauritius machte sich Huber auf Spurensuche nach dem Wahrheitsgehalt des berühmten französischen Romans „Paul et Virginie“. Mit der tragischen Liebesgeschichte verewigte der Autor Bernardin de Saint-Pierre das Handelsschiff „Saint Géran“, dass 1744 an einem Riff zerschellte und sank. Bei dem Unglück soll die legendäre Virginie auf der Heimreise zu ihrem geliebten Paul gestorben sein. Schließlich drehten Florian Huber und das Team auf den Bahamas, wo der Unterwasserarchäologe in eine tiefe Kalksteinhöhle tauchte – und auf ein prähistorisches Krokodilskelett stieß.

Geht‘s in der nächsten Folge um den Walchensee

Und in der Ostsee nimmt er auf den Åland-Inseln zwischen Finnland und Schweden das Wrack eines Hamburger Segelschiffs unter die Lupe. In der Ostsee werden gesunkene Schiffswracks besonders gut konserviert.

All das ist in der aktuellen Folge von „Terra X“ innerhalb von knapp 45 Minuten zu sehen. Kann sich Huber vorstellen, nun ganz ins Moderatorenfach zu wechseln? „Es hat mir Spaß gemacht, aber ich bin und bleibe mit Leib und Seele Archäologe. Das ist auch meine Kernkompetenz“, stellt er klar. Die öffentliche Vermittlung seines Fachgebiets in Vorträgen und in den Medien ist ihm freilich ebenfalls ein besonderes Anliegen. Und dazu könne auch gehören, dass er – „vielleicht einmal im Jahr“ – erneut in die Moderatorenrolle schlüpft. Für eine mögliche nächste Folge hat er ein Thema ins Gespräch gebracht: „Mythos Walchensee“.

Wer nicht waren will:

Der Film ist schon jetzt in der ZDF-Mediathek auf terra-x.zdf.de verfügbar.

Das könnte Sie auch interessieren:

Südsee bis Walchensee: Auf Tauchgang mit dem Lenggrieser Florian Huber

Florian Huber lüftet die Geheimnisse des Walchensees

Tieftaucher im Walchensee: „Das waren keine Größenwahnsinnigen“ - Interview mit Florian Huber

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Verrückt nach Wandern: Bichler Wandertage locken wieder Gäste aus der ganzen Region
Wandern ist eine Leidenschaft von vielen Menschen. Für etliche Teilnehmer an den Bichler Wandertagen ist es allerdings noch mehr.
Verrückt nach Wandern: Bichler Wandertage locken wieder Gäste aus der ganzen Region
Nach 27 Jahren: Kreisklinik Wolfratshausen bekommt neuen Geschäftsführer
Geschäftsführer Hubertus Hollmann verlässt die Kreisklinik Wolfratshausen. Sein Nachfolger heißt Ingo Kühn und war bisher Hollmanns Stellvertreter.
Nach 27 Jahren: Kreisklinik Wolfratshausen bekommt neuen Geschäftsführer
Tölz Live: Stadtwerke laden Anwohner der Nockhergasse zum Baustellenfest ein
Kleiner Blechschaden da, großer Stau dort, eine Gewitterfront zieht an, ein tolles Konzert startet in Kürze. Hier gibt‘s unseren Newsblog direkt aus der Redaktion.
Tölz Live: Stadtwerke laden Anwohner der Nockhergasse zum Baustellenfest ein
Länderübergreifende Motorradkontrolle: Biker unter Drogen am Kesselberg
Die zweite länderübergreifende Motorradkontrolle 2019 stand am Sonntag auf dem Programm. Gestoppt wurden Biker auch im Tölzer Land.
Länderübergreifende Motorradkontrolle: Biker unter Drogen am Kesselberg

Kommentare