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Im Winterschlaf: Bei der Umnutzung der Kaserne ist Lenggries laut Bürgermeister Weindl nicht unter Zeitdruck .

Bürgerversammlung

Themen der Lenggrieser Bürger: Kaserne, Sauna und brummender Sender

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Eine ganze Reihe von Fragen gab es in der Lenggrieser Bürgerversammlung.

LenggriesDie Verkehrsbelastung im Dorf stand bei den Bürgerfragen in der Lenggrieser Bürgerversammlung zwar im Mittelpunkt. Es gab aber auch noch einen ganzen Schwung an anderen Themen, die angesprochen wurden. Wie es eigentlich mit der lange geplanten Sauna an der Isarwelle aussehe, wollte ein Zuhörer wissen. „Wenn es nach mir ginge, wäre sie schon gebaut“, antwortete Rathauschef Werner Weindl. Er brauche für diese Entscheidungen aber Mehrheiten im Gemeinderat. Derzeit liegt die geplante Sanierung ohnehin komplett auf Eis, weil der Freistaat gerade an einem Förderprogramm für kommunale Bäder strickt.

Ein ähnlich langwieriges Projekt ist die Umnutzung der Lenggrieser Kaserne. Ein Großteil des Areals gehört der Gemeinde. Ein Teil wird derzeit in Gewerbeflächen umgewandelt. Der größte Bereich ist aber für Nutzungen aus den Bereichen Bildung, Freizeit und Sport reserviert. Was dort genau entstehen soll, ist aber offen. „Wir stehen hier aber auch nicht unter Zeitdruck“, sagte Weindl auf Nachfrage. Priorität habe für ihn, die Sportanlagen und die Turnhalle wieder nutzbar zu machen. „Alles auf einmal geht nicht.“

Lob für Winterdienst, Schelte für Hausbesitzer

Um die Einkaufsstadt Lenggries sorgte sich Sabine Gerg. Ein „beängstigendes Ladensterben“ habe hier um sich gegriffen. Sie wollte wissen, ob die Gemeinde einen Plan habe, wie man dem entgegenwirken könnte. Weindl warnte davor, den Standort schlecht zu reden. „Die Einzelhandelsstruktur in Lenggries ist mittlerweile fast einzigartig.“ Tatsächlich gebe es zwischen Penny und dem Edeka an der Karwendelstraße 70 Ladenlokale. „Fünf davon stehen leer. Und wir reden immer nur über diese fünf.“ Er sei überzeugt, „dass der Standort Lenggries großes Potenzial hat“.

Gerg und Sabine Mederle hatten noch ein anderes – lautstarkes – Problem. Der Sendemast der Telekom neben dem Alpenfestsaal „surrt extrem laut“ – und das seit etwa zwei Jahren. Mederle hatte das gut vernehmbare Brummen mit dem Handy aufgenommen und spielte es den Zuhörern vor. „Man hört das im Umkreis von 200 Metern“, sagte Gerg. Sie habe schon Kontakt zur Telekom aufgenommen, geändert habe sich aber nichts. Weindl versprach dem Konzern noch einmal auf den Zahn zu fühlen.

Bedanken wollte sich Elisabeth Zintl. „Der Räumdienst hat in diesem Winter prima funktioniert.“ Nicht zufrieden ist sie dagegen mit der Räummoral mancher Hausbesitzer. Nicht geräumte Gehwege seien eine große Gefahrenquelle gerade für ältere Menschen. „Ein Sturz kann eine Katastrophe sein.“ Sie bat die Gemeinde, an die Hausbesitzer zu appellieren, ihrer Räumpflicht nachzukommen. Tatsächlich schreibe man die Hausbesitzer an, wenn man erfahre, dass nicht geräumt werde, sagte Weindl. „Wir haben das heuer nach einem Hinweis in einer Straße gemacht.“

Feuerwehr schaufelt keine Privatdächer ab

Bernhard Greil wünschte sich einmal mehr, dass das Tempo-70-Schild an der Bundesstraße  13 bei Hohenwiesen ein Stück nach Süden verschoben wird, damit bei ihm vor der Haustür weniger gerast wird. Außerdem klagte er darüber, dass Gemeinde oder Feuerwehr nicht geholfen hätten, im Januar sein Vordach von der hohen Schneelast zu befreien.

„Der Bauhof hatte so viel Arbeit, dass er nicht noch private Dächer abschaufeln konnte“, antwortete Weindl. Und Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehren sei das auch auf keinen Fall. „Es gibt Firmen, die das machen. Die kosten aber natürlich etwas.“ Die Gemeinde habe eine Liste dieser Firmen zusammengestellt und an Hausbesitzer weitergeleitet, die diesbezüglich angefragt hatten.

Ein Anwohner am Dorfbach erkundigte sich, was eigentlich aus den Hochwasserschutzplänen des Wasserwirtschaftsamts geworden sei. Wie berichtet sah die letzte Planvariante die Überleitung von überschüssigem Wasser aus Hals- und Reiterbach in den Weiherbach vor. Von dort soll eine Rohrleitung das Wasser in die Isar abführen. Das würde dafür sorgen, dass im Hochwasserfall weniger Wasser im Dorfbach ankommt. Als die Variante das erste Mal vorgestellt wurde, sei es um Kosten in Höhe von sechs Millionen Euro gegangen – die Hälfte davon hätte die Gemeinde tragen müssen, erinnerte sich Weindl. Mittlerweile stehen zwölf Millionen im Raum. Daher habe man das Wasserwirtschaftsamt aufgefordert, Alternativen zu untersuchen. Für Mai oder Juni sei nun ein Ortstermin anberaumt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll das mit allen Anliegern an den Bächen wiederholt werden.

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