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Stolz hält Sarah Koch (28) ihr erstes Buch in Händen. In dem Thriller geht es um die Suche einer Frau nach ihrer Familie, die auf unerklärliche Art und Weise im Wald verschwunden ist. Die Idee dazu kam der Autorin durch eine Fernseh-Doku. 

Thriller sorgt für Gänsehaut: Sarah Koch (28) aus Lenggries veröffentlicht ersten Roman

„In den Fängen des Waldes“ heißt der Thriller, für den Sarah Koch gleich den bekannten Piper-Verlag gewinnen konnte. Sie arbeitet schon an einem weiteren Buch.

Lenggries/München – Wenn der erste Roman veröffentlicht wird, hat der Autor oft einen langen und mühsamen Weg hinter sich. Gemeint ist nicht die Zeit des Schreibens, sondern die der Suche nach einem Verlag. „Das lief bei mir tatsächlich sehr unkonventionell“, erzählt Sarah Koch. „Ich habe meinen Vertrag nämlich über einen Schreibwettbewerb bekommen.“

Die 1992 geborene Autorin ist in Lenggries aufgewachsen und hat in Hohenburg auch ihr Abitur abgelegt. Danach machte sie eine Ausbildung zur Film- und Kommunikationsdesignerin an einer Privat-Akademie in Esslingen. Dort lernte sie „alles, was irgendwie mit Film zu tun hat, von Drehbuch, Regie, Dramaturgie und Schnitt bis hin zu anderen Medienkompetenzen wie Fotografie und Gestaltung“. Nach ersten Erfahrungen im Filmgeschäft wurde ihr allerdings klar, dass „ich hier langfristig nicht glücklich werde“.

Denn eben das, was sie hier am meisten reizt, nämlich Drehbuchschreiben und Regieführen, wird zunehmend von Freiberuflern übernommen. Und die damit verbundenen Probleme und Unwägbarkeiten wollte sich Sarah Koch nicht aufbürden, zumal das Geschäft für Frauen noch schwieriger sei, wie sie sagt. Daher entschloss sie sich, noch „etwas Handfestes“ draufzusetzen, und studierte Germanistik an der Universität in Stuttgart. Das Studium hat sie im März erfolgreich beendet.

Und im Mai ist jetzt ihr erster Roman erschienen. „In den Fängen des Waldes“ heißt der Thriller. „Es geht um eine Frau, die ihre Familie sucht, die auf unerklärliche Art und Weise im Wald verschwunden ist“, beschreibt Koch die Geschichte. „Spannend sind dabei nicht zuletzt die Hintergründe. Denn es ist ein schwerer Schicksalsschlag, der die Fäden zieht.“

Auf etwas über 300 Seiten entwickelt die Autorin eine in der Tat spannende Handlung auf zwei Zeitebenen, die den Leser fesselt und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Der Gruselfaktor kommt dabei durchaus zum Tragen, wird aber nicht überstrapaziert, sodass auch Leser, die nicht unbedingt zu Thrillern greifen, auf ihre Kosten kommen. Die Protagonistin Ella kommt bei der Suche nach Tochter und Ehemann einem dunklen Geheimnis auf die Spur, das im „Geisterwald“ verborgen liegt.

Wie kommt man auf solch eine Idee? „Auslöser war eine Fernseh-Doku über einen indonesischen Waldstamm, der an Waldgeister glaubt. Diese Geschichte war allerdings total gruselig, sodass ich nur die Idee der Waldgeister übernommen habe“, erzählt Sarah Koch. „Dann habe ich zu diesem Thema weiterrecherchiert und bin unter anderem auf die Berichte über Wälder in Tschechien gestoßen, in denen es spuken soll.“ Mehr soll vom Inhalt des Buches aber gar nicht verraten werden, damit die Spannung für jeden Leser erhalten bleibt.

Die Geschichte hatte Koch zuvor bei einem Schreibwettbewerb eingereicht. „Der Wettbewerb war auf der Plattform Sweek ausgeschrieben, und zwar für alle Genres“, erklärt Koch. „Von Frühjahr bis Sommer letzten Jahres konnte man dort sein Manuskript einreichen.“ Gewonnen hat die junge Autorin den Wettbewerb zwar nicht, aber der renommierte Verlag Piper machte ihr trotzdem ein Vertragsangebot. „Der übliche Weg ist der, dass man sich eine Literaturagentur sucht, die das Manuskript bei den Verlagen anbietet“, sagt die junge Frau. „Es ist aber sehr schwer, da irgendwo reinzukommen. Ich hatte es mit einem anderen Projekt schon probiert und war gescheitert.“

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Obwohl ihr Roman nun mitten im Corona-Lockdown erschienen ist, hat die Autorin schon sehr viel Resonanz erfahren. „Das lief jetzt alles online. Es gab etwa Rezensionen von Bloggern ich habe Lesungen in sozialen Medien gemacht und dergleichen. Und in der Buchhandlung in Lenggries wird der Roman eifrig gekauft“, freut sich Sarah Koch.

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Sie selbst lebt schon seit einiger Zeit nicht mehr in ihrem Heimatort. Nach Abschluss des Studiums hat sie umgehend eine Festanstellung gefunden und arbeitet als Marketing-Managerin bei einem Abrechnungszentrum für Zahnärzte in Stuttgart. Den zweiten Vertrag von Piper hat sie aber schon in der Tasche. Das neue Buch soll im März 2021 erscheinen. Diesmal geht’s um Fantasy. Das Manuskript ist zur Hälfte fertig. Und wie wäre es, das Schreiben zum Hauptberuf zu machen? Sarah Koch lacht. „Natürlich träumt jeder, der schreibt, davon, vom Schreiben leben zu können. Aber mein jetziger Beruf macht mir auch viel Spaß.“

Das Buch „In den Fängen des Waldes“ von Sarah Koch ist im Piper-Verlag erschienen (ISBN: 978-3-492-50346-4). Es umfasst 300 Seiten und kostet 14 Euro. Es ist überall im Buchhandel erhältlich. (Sabine Näher)

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