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Stück für Stück wird das Ufer unterhalb der Mautstraße gesichert. Spundwände aus Metall (li.) werden tief in den Uferbereich gerammt. Später kommen davor noch große Wasserbausteine. 

Tölzer Forstbetrieb arbeitet in Vorderriß

Eine Stütze für die Mautstraße

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Eine umfangreiche Baumaßnahme läuft derzeit an der Mautstraße bei Vorderriß.

Vorderriß– Der Tölzer Forstbetrieb investiert laut Chef Rudolf Plochmann einen „deutlich sechsstelligen Betrag“ in die Ufersicherung. In manchen Bereichen knabbert die Isar nämlich bereits an der Fahrbahn.

Fährt man an schönen Tagen auf der Mautstraße von Vorderriß nach Wallgau, glaubt man nicht, dass das Wasser dem Ufer etwas anhaben kann. Am Zusammenfluss von Rißbach und Isar gibt es die meiste Zeit des Jahres nämlich deutlich mehr Kies als kühles Nass. Bei Hochwasser aber kann man dort gut sehen, warum die Isar die Reißende heißt. Mit voller Wucht prallt sie an manchen Stellen dann gegen die Uferböschung und nimmt alles mit, was sich ihrer Kraft nicht entziehen kann. Das setzt auch der nahen Fahrbahn zu. „Die Straße hat eine überörtliche Bedeutung. Wir wollen sie sanieren, bevor die Katastrophe da ist“, erklärt der Tölzer Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann. Dem Forstbetrieb gehört die Straße, die Maut, die er einnimmt, investiert er in den Unterhalt.

Erste Schäden sind bereits zu erkennen. „Wir haben beispielsweise Risse im Belag. Die Straße drohte, abzurutschen“, sagt Diplom-Ingenieur Frank Kneffel vom Büro Wipfler Plan, das mit der Planung betraut wurde. Letztere ist nicht ganz so einfach, schließlich berührt die Baustelle Landschafts-, Natur- und Vogelschutzgebiete. Die Eingriffe müssen daher möglichst gering sein. Dass das so ist, darauf achtet Thomas Treitz vom Büro NRT, der die Umweltbaubegleitung übernommen hat. Er schaut darauf, das Bau-Tabuflächen wirklich tabu bleiben, bei Baumfällungen alles korrekt zugeht, nur biologisch abbaubare Betriebsmittel und ortsübliche Materialien verwendet werden oder auch ein schöner Bergahorn einen Bauzaun zum Schutz bekommt.

„All diese Vorgaben in die Praxis umzusetzen, ist unsere Aufgabe“, sagt Uwe Praß, Bauleiter der Firma Willibald. Seine Mitarbeiter setzen im besonders gefährdeten ersten 170 Meter langen Abschnitt nahe dem Mauthäusl Spundwände aus Metall. „Die Stahlelemente werden 5,50 Meter tief in den Uferbereich gerammt“, erklärt Kneffel. Davor kommen große Wasserbausteine. „Opfersteine“ nennt sie der Ingenieur, was schon viel über deren mögliches Schicksal verrät, wenn die Isar ihre ganze Kraft zeigt. „Die Steine kann man nachsetzen“, ergänzt Kneffel. Im zweiten 115 Meter langen Abschnitt, in dem das Wasser nicht ganz so heftig am Ufer nagt, wird auf die Spundwand verzichtet. Dort kommen nur Steine zum Einsatz.

„Wir arbeiten immer nur auf einem kurzen Abschnitt“, erklärt Bauleiter Praß. Das ist eine Frage der Sicherheit. Denn im Hochwasserfall „müssen wir innerhalb weniger Stunden alle Bereiche räumen können“.

Seit knapp zwei Wochen wird gebaut. Bis Ende Februar soll alles fertig sein – wenn das Wetter einigermaßen mitspielt. Ganz gesperrt wird die Straße in dieser Zeit nie. Behinderungen würden sich aber nicht vermeiden lassen. Mitunter wird eine Ampel den Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeileiten.

Abgestimmt ist die Baumaßnahme auch mit dem Bezirksfischereiverein Bad Tölz. Er sorgt dafür, dass die Fische aus dem Baustellenbereich in den Oberlauf umgesetzt werden. Beim Abfischen gab es für den Vorsitzenden Manfred Haff durchaus erfreuliche Entdeckungen. Bachsaiblinge, Äschen, Koppen und Bachforellen habe man gefunden. „Ausgesprochen schöne und gesunde Tiere“, sagt Haff. Damit sei an dieser Stelle nicht unbedingt zu rechnen gewesen. „Deshalb sind wir dankbar, dass in diese Maßnahme eingebunden wurden.“ Beim Setzen der Wasserbausteine wünscht sich Haff, dass vielleicht auch das eine oder andere Totholz mit eingebracht wird, um weitere Unterstände für Fische zu schaffen.

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