Im Herbst zieht es viele Menschen in die Berge, wie etwa aufs Brauneck. Die Gemeinden haben sich auf zahlreiche Besucher eingestellt.
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Im Herbst zieht es viele Menschen in die Berge, wie etwa aufs Brauneck. Die Gemeinden haben sich auf zahlreiche Besucher eingestellt.

Gemeinden und Bergwacht bereiten sich vor

Tölzer Land ist gerüstet für den Wanderherbst

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Es herrscht zwar kein Badewetter mehr – dafür zeigt sich nun der Wanderherbst von seiner schönsten Seite. Rollt auf den Landkreis also die nächste Ausflüglerwelle zu? In den betreffenden Gemeinden, auf den Hütten und bei der Bergwacht jedenfalls rüstet man sich dafür.

  • Im Sommer wurde das Tölzer Land von Tagestouristen regelrecht überrannt
  • Bei schönem Herbstwetter ziehen nun die Wanderer in die regionalen Berge
  • Gemeinden, Hütten und Bergwacht sind gerüstet

Bad Tölz-Wolfratshausen – „Am Samstag hat man schon gemerkt, dass viele wandern waren“, sagt Gaißachs Bürgermeister Stefan Fadinger. Da sei der Sunntratn-Parkplatz sehr voll gewesen. Aber Gaißach hat sich gerüstet, seit im Frühjahr die Massen auch den beliebten Berg stürmten. „Wir haben eine Beschilderung angebracht, die zu dem großen Parkplatz neben dem Bahnhof führt“, sagt Fadinger. Von dort müsse man bis zum Beginn des Wanderwegs auf die Sunntratn etwa 20 Minuten gehen, könne aber kostenfrei parken – anders als auf dem Parkplatz direkt am Einstieg des Wegs, der kostenpflichtig ist.

Fadinger erwartet vor allem in den nächsten Wochen eine Zunahme an Wanderern auf Sunntratn und Rechelkopf. „Die Tage werden kürzer, die großen Touren im Karwendel sind dann nicht mehr möglich.“ So sei es immer. Dieses Jahr soll dafür gesorgt werden, dass nicht die Wiesen der Landwirte zugeparkt werden – sondern eben der vorhandene Parkplatz am Bahnhof genutzt werde. Wer dennoch wild parkt, muss mit einer Strafe rechnen. Dafür arbeitet die Gemeinde mit der Verkehrsüberwachung zusammen.

Jachenau: Zusätzlicher Parkplatz war „rappelvoll“

Mit der Parkplatz-Thematik muss sich auch die Gemeinde Jachenau auseinandersetzen. „Gott sei Dank“ habe man seit einiger Zeit eine Wiese als zusätzlichen Wanderparkplatz ausgewiesen, sagt Bürgermeister Klaus Rauchenberger. Am Samstag sei dieser beinahe „rappelvoll“ gewesen. „Wenn wir diese 300 Autos im Dorf gehabt hätten...“ Auch die bestehenden Wanderparkplätze seien alle belegt gewesen.

Die meisten Menschen verhalten sich vernünftig. Aber manche würden durch landwirtschaftliche Wiesen spazieren oder dort ihre Autos parken. Am vergangenen Wochenende hätten Teilnehmer einer Trike-Veranstaltung ihre Fahrzeuge mitten in einer Wiese abgestellt, um dort ein Gruppenfoto zu machen. „Das ist wirklich eine Minderheit, aber da krieg’ ich einen dicken Hals“, so Rauchenberger. Weiterhin werde es bei schönem Wetter an den Wochenenden sehr voll sein, vermutet der Rathauschef. „Nur viel mehr als am Samstag sollten es nicht werden.“

Hüttenwirte brauchen gute Nerven

Als Ziele suchen sich die Wanderer häufig Berge aus, die auch eine Einkehrmöglichkeit bieten – wie etwa den Jochberg. „Unter der Woche merkt man, dass die Ferien vorbei sind“, berichtet Jocheralm-Wirtin Marile Jungkunz. Es seien mehr Menschen ohne Kinder unterwegs. „Alle sind sehr nett und genießen die Zeit auf unserer Alm.“ An den Wochenenden sei der Andrang aber „der Wahnsinn“. Von Anfang bis Ende der Öffnungszeiten sei keine Lücke. „Da sieht man den Gipfel vor lauter Leuten nicht mehr, und wir können trotz riesiger Terrasse nicht allen Platz bieten.“ Da seien gute Nerven nötig, um Abstandsregeln und Maskenpflicht im Griff zu haben. „Aber wir sind super aufgestellt und haben ein gutes Konzept.“ Es werde alles gegeben, um die Wartezeiten gering zu halten. „Man darf allerdings nicht vergessen, dass wir eine Alm sind, ohne Warmwasser und nur mit Holzherd und zwei Gasflammen.“ Jungkunz kann sich kaum vorstellen, dass der Andrang auf dem Jochberg noch weiter zunimmt. „Das ist eigentlich nicht möglich – weil irgendwo müssen die Leute ja auch parken.“

Aus Sicht der Lenggrieser Bergwacht blieb es ein relativ ruhiges Wochenende, wie Einsatzleiter Tobias Stevens berichtet. „Wir hatten eine Person mit Fußverletzung und einen gestürzten Radfahrer.“ Natürlich sei bei gutem Wetter viel los, aber jetzt nach den Sommerferien werde es etwas ruhiger.

Um für einen ganz speziellen Einsatz gerüstet zu sein, absolvierte die Lenggrieser Bergwacht am Freitag eine Gemeinschaftsübung mit der Bergwacht Bad Tölz, der Lenggrieser Feuerwehr und der Canyoninggruppe der Bergwacht. „Canyoning ist bei uns zwar verboten, aber es gibt einige Wanderwege, die an Bächen entlangführen. Auch kann es an Gumpen zu Unfällen kommen“, so Stevens. Sollte also im Wanderherbst in solch schwierigem Gelände ein Einsatz nötig sein, ist man gewappnet.

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