Josefine Schwarzenberger mit den abgeschnittenen Haaren.
+
Der Zopf ist ab: Josefine Schwarzenberger mit den abgeschnittenen Haaren.

Besonderer Friseurbesuch

Tolle Aktion: Lenggrieserin (14) spendet ihre Haare für Krebskranke

Haare lassen für den guten Zweck - genau das hat die 14-jährige Lenggrieserin Josefine Schwarzenberger getan. Sie spendet ihr Haare, damit Perücken für krebskranke Menschen gefertigt werden können.

Lenggries – Die Haare sind gewaschen, geföhnt und zu einem Zopf geflochten. Dann geht alles ganz schnell: Friseurmeisterin Angelika Baumann setzt präzise die Schere an und nach wenigen Schnitten hält die Inhaberin des „Lenggrieser Haarteams“ einen 48 Zentimeter langen Zopf in der Hand. Für Josefine Schwarzenberger, die im Friseurstuhl sitzt, kein Problem: Sie bleibt entspannt und betrachtet neugierig ihr neues Erscheinungsbild.

Was für viele Frauen mit langen Haaren eine Schreckensvorstellung sein mag, ist für die 14-jährige Lenggrieserin das Ende eines dreijährigen Weges. Sie wird die Haare nun sorgfältig verpacken und an „Haarfee“ in Österreich schicken. Der Verein ist eine Nonprofit-Organisation, die Kindern hilft, die durch Schicksalsschläge ihr eigenes Haar verloren haben. Josefine bekommt dafür kein Geld, aber ein anderer junger Mensch eine neue Perücke, die vielleicht wieder etwas Lebensmut zurückbringt.

Bereut hat die 14-Jährige den Schritt nicht

Aber was bewegt eine junge Frau dazu, so einen Schritt zu gehen? „Ich hab’ vor einiger Zeit eine Dokumentation über Haarfee gesehen und war ziemlich beeindruckt“, erinnert sich Josefine. Und da sie sich eh entschieden hatte, für die Firmung die Haare lang wachsen zu lassen, war die Entscheidung schnell gefällt, „denn so kann ich Gutes tun und helfen“. Bereut habe sie diesen Schritt nicht, sagt die Schülerin. Eine Freundin von ihr mache das Gleiche und sie hoffe, damit vielleicht ein paar Nachahmer zu motivieren. Ein wenig mulmig sei ihr vor diesem ganz besonderen Friseurtermin aber dann doch gewesen, gesteht sie.

80 Zentimeter sind die Haare lang, ehe Angelika Baumann die Schere ansetzt.

Josefines Mama Corona, die ihre Tochter natürlich zu diesem Termin begleitet hat, ist mächtig stolz: „Es ist richtig schön zu sehen, dass Josefine den sozialen Gedanken lebt.“ Daher habe sie sie auch von Anfang an bei der Idee unterstützt. Außerdem habe sich ihre Tochter seit jeher immer gekümmert, wenn jemand in Not war. Das zeige sich auch daran, dass die ihre Freizeit nicht nur mit ihren Freundinnen verbringe, sondern auch in der Wasserwacht aktiv ist.

Josefine muss sich erst einmal an ihren neuen Haarschnitt gewöhnen

Auch Angelika Baumann ist von der Aktion der 14-Jährigen begeistert: „Ich finde es toll, wenn sich junge Menschen so engagieren.“ Sie habe selbst schon Kundinnen mit einer Krebserkrankung gehabt, und wisse daher, was es für Menschen bedeute, die eigenen Haare zu verlieren. Daher war der Haarschnitt für Josefine auch kostenlos. „Das ist mein Beitrag zu dieser tollen Geschichte, den ich gerne gebe.“ Und von noch etwas ist Baumann begeistert: „Josefines Haare sind sensationell, sehr fest und gesund. Daraus lässt sich mindestens eine neue Perücke machen.“ Das sei nicht selbstverständlich, denn normalerweise benötige man für so etwas mehrere Haarspenden.

Josefine muss sich jetzt erst einmal an ihren neuen Pagenschnitt gewöhnen. Aber einen großen Vorteil habe das alles neben dem helfenden Aspekt: „Endlich ist mein Kopf leichter. Die langen Haare waren schon sehr schwer“, sagt sie. Und jetzt sei sie auch sehr gespannt, was ihre Freundinnen zu ihrem neuen Look sagen. „Aber alles in allem ist das ein sehr gutes Gefühl.“ arp

Lesen Sie auch:

Weitere Nachrichten aus Lenggries & Umgebung finden Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare