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Mehr als ein paar weiße (Kunstschnee-) Flecken sind am Brauneck nicht zu sehen.

Tourismus

Grüne Weihnachten

Lenggries – Lenggrieser Skischulen und Vermieter hoffen auf Schnee, sind bislang aber mit den Buchungen noch ganz zufrieden.

Der Schnee fehlt, die Gäste aber bleiben nicht aus. Jedenfalls nicht über die Weihnachtsfeiertage. Die Gastgeber in Lenggries sind noch nicht allzu beunruhigt. Die Skischulen müssen allerdings die erste Hälfte der Ferien streichen. Alle zusammen wünschen sich dringend Schnee für Neujahr und die Faschingsferien.

Ecki Kober, Chef der gleichnamigen Skischule, hat viele Vorbuchungen. „Wir versuchen, Münchner und Starnberger – so weit es geht – in die Neujahrskurse umzubuchen“, erklärt er. Ausweichmöglichkeiten auf andere Skigebiete gebe es kaum. „Die österreichischen Kollegen haben im Prinzip auch nur schmale Schneebänder.“ Kollegin Michaela Gerg hat hauptsächlich kurzfristige Buchungen. Der Großteil der Kunden habe noch gar nicht angerufen. Für die Skifahrer, die wild entschlossen sind, organisiert sie mit ihrem Team gerade Bustransfers nach Christlum und Kaltenbach. „Jetzt hilft nur noch beten, dass der Schnee kommt“, sagt sie.

Fehlender Schnee bedeutet glücklicherweise nicht automatisch fehlende Übernachtungsgäste. „Wir haben momentan noch keine Absagen“, berichtet Anneliese Kaltenhauser von der Lenggrieser Gästeinformation. Lediglich für die Jugendherberge hätten drei Leute storniert.

„Wenn kein Schnee liegt, macht das an Weihnachten noch nicht so viel aus“, sagt Kaltenhauser. An den Feiertagen suchten die Gäste vor allem Ruhe und Erholung in den Bergen. „Wenn aber im Januar und Februar kein Schnee mehr kommt, dann ist der Winter gelaufen“, so die Touristikfachfrau. „Der Februar ist der Schneemonat“, sagt Kaltenhauser. Ist Skifahren dann nicht möglich, „bleiben die Gäste aus“.

Weiteres Problem: Am 20. Januar soll ein FIS-Europacupslalom der Damen am Brauneck stattfinden. „Die Mannschaften werden erst im Januar buchen“, sagt sie. Zuschauer würden wohl spontan entscheiden, ob sie für eine Übernachtung bleiben.

Das größte Hotel des Orts, das Arabella Brauneck-Hotel, ist laut Direktor Christoph Seitz gut gebucht in den Weihnachtsferien. „Wir haben Arrangements für drei und vier Tage angeboten, die gut angenommen wurden“, sagt er. Als Alternativen zum ausfallenden Wintersport stehen den Gästen nun Wandern, Planwagenfahrten, historische Ortsführungen und Musikabende zur Verfügung. Eine Gruppe von Gästen, die aufs Skifahren setzte, fahre jetzt täglich mit dem Bus nach Garmisch-Partenkirchen.

„Ich hoffe, dass wir vielleicht in der zweiten Ferienwoche noch Glück haben werden mit dem Schnee“, sagt Seitz. Sollte sich der im neuen Jahr nicht mehr einstellen, würden die Leute woanders hinfahren. „Das merken wir dann schon.“

Über die Weihnachtsfeiertage hat Johann Wenig bisher nur eine Familie abgesagt. „Es läuft heuer so gut wie im letzten Jahr“, sagt der Hausherr des „Neuwirts“. Wenn schon der weiße Winterzauber fehlt, hofft er wenigstens auf schönes Wetter für die Gäste. „Wir werden sie natürlich gut betreuen – kulinarisch genauso wie mit Tipps.“ Auf seine Stammgäste im Februar kann er sich bisher verlassen. Berliner und Thüringer, die in diesem Monat auch Ferien haben werden, haben bereits bei ihm gebucht. Aber auch er weiß: „Im Februar wollen die Leute unbedingt Skifahren.“

Auch „Altwirt“ Robert Werner musste keine Stornierung über die Feiertage hinnehmen. „Wir sind gut gebucht“, gibt er Auskunft. Aber die Münchner Tagesgäste, die sonst nach dem Skifahren noch bei ihm einkehren, gingen im Moment natürlich ab. Einen „verlängerten Herbst“ nennt er so einen Winter, aber darauf müsse man sich eben einstellen. Zukünftig müssten die Lenggrieser Gastgeber noch mehr auf Alternativen setzen – beispielsweise aufs Wandern.

Birgit Botzenhart

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