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Pfarrer Josef Kraller hielt den Trauergottesdienst in St. Jakob. 

50-Jähriger hatte einen Herzinfarkt erlitten

Trauer in Lenggries: Bürgermeister Markus Landthaler zu Grabe getragen

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
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Lenggries nahm am Mittwochvormittag Abschied von Bürgermeister Markus Landthaler. Der 50-Jährige war am Fronleichnamstag an einem Herzinfarkt gestorben. 

Lenggries – Wegen der Corona-Auflagen waren die Plätze in der Pfarrkirche St. Jakob begrenzt und boten nicht Platz genug für alle Menschen, die Bürgermeister Markus Landthaler ein letztes Lebewohl sagen wollten. Einige Trauernde verfolgten deshalb den Gottesdienst über Lautsprecher vor dem Friedhof. „Von Gott kommen wir, mit Gott gehen wir, zu Gott kommen wir zurück“, sagte Pfarrer Josef Kraller zu Beginn. Später erinnerte er sich an seine letzte Begegnung mit dem Bürgermeister. Noch am Mittwoch vergangene Woche sei er mit ihm bei einer Stiftungssitzung im Rathaus zusammengesessen. „Zum Abschied hat er uns noch ,Bleibt’s g’sund‘ gewünscht.“ Am Abend des Fronleichnamstags habe er dann von Landthalers Tod erfahren.

Pfarrer Kraller:  „Das Streiten lag ihm nicht. Er wollte ein Miteinander“

 „Warum muss ein Mensch, der so viel Gutes getan hat, sterben?“, fragte der Pfarrer und gab selbst die Antwort. „Gott, der Herr bestimmt die Zeit, wann wir berufen werden und wann wir von dieser Welt Abschied nehmen müssen.“ Landthaler habe stets Gutes erreichen wollen für seine Gemeinde. „Das Streiten lag ihm nicht. Er wollte ein Miteinander, einen gemeinsamen Weg“, sagte Kraller. Das Wichtigste für ihn seien immer seine Frau Annett und die Töchter Carolin und Maria gewesen. Er liebte aber auch seine jährliche Auszeit auf der Alm und die Beschäftigung mit der Geschichte seiner Heimat.

Obwohl Landthaler nur sechs Wochen als Bürgermeister im Amt war, habe man gespürt, wie gut er die neue Verantwortung angenommen habe, sagte Zweiter Bürgermeister Franz Schöttl in seiner Trauerrede. Sein kollegialer Umgang, das Streben nach einem Miteinander, die Fähigkeit, zuhören zu können – „das zeichnete ihn aus. Seine ehrliche, ausgleichende Art hat viele Menschen zusammengeführt“.

Landrat: „Seine Art, die Dinge anzugehen, das müssen wir uns erhalten“

Landthaler habe immer das Beste für alle gewollt und sei bereit gewesen, Verantwortung zu tragen – „in seiner Familie, bei der Polizei, in der Kommunalpolitik und in seinen Ehrenämtern“, sagte Landrat Josef Niedermaier. Im Kreis der Bürgermeister und auch in der Kreistagsfraktion der Freien Wähler habe man sofort nach Landthalers Wahl gespürt, „welche Energie von ihm ausgeht“. Er habe immer eine klare Meinung gehabt, sei aber stets bereit gewesen, sich alle Argumente anzuhören und Angelegenheiten auszudiskutieren. „Seine Art, die Dinge anzugehen, das müssen wir uns erhalten“, betonte Niedermaier.

Bevor der 50-Jährige im Mai das Amt des Bürgermeisters übernommen hatte, war er 33 Jahre bei der Polizei – zuletzt als Dienstgruppenleiter in der Tölzer Inspektion. Diese verliere „einen unermüdlichen Kämpfer für Anstand und Moral“, sagte Inspektionsleiter Johannes Kufner. Landthaler sei, durch ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, eine „ausgleichende, loyale, aber auch kritische Führungskraft“ gewesen. „Er war ein Kamerad, ein Weggefährte und für viele ein echter Freund, geschätzt für seinen Humor, seine Gradlinigkeit und Zuverlässigkeit“, sagte Kufner. „Landthä, wir werden dich nicht vergessen. Du wirst immer einen Platz in unserer Mitte haben.“ Landthalers Tod könne er eigentlich nur mit einem Ausspruch kommentieren, den der Polizeihauptkommissar immer auf den Lippen gehabt habe, wenn ihm etwas so gar nicht eingehen wollte. „Ma muaß a ned alles versteh auf dera Welt.“

Seine Fähigkeit, zuhören zu können, zeichnete ihn aus

Für die Lenggrieser Feuerwehr nahm Kommandant Hans Willibald Abschied. „Du warst stets ein großes Vorbild für uns alle“, sagte er. Auch nach seiner Wahl sei es dem 50-Jährigen wichtig gewesen, aktiv bei der Feuerwehr zu bleiben. Das Amt des Kassiers habe er ebenfalls bis zur nächsten Wahl ausüben wollen. Landthaler sei „einfach ein Original“ gewesen, sagte Willibald. „Die Feuerwehr Lenggries wird dich stets in guter Erinnerung behalten.“ Das gilt auch für die Lenggrieser Wasserwacht, deren Vorstand Markus Landthaler 20 Jahre lang war. Er habe sich allen Herausforderungen gestellt, sagte Zweiter Vorsitzender Richard Hohenreiter. Mit großer Umsicht sei es ihm im Amt des Vorsitzenden gelungen, immer gute Lösungen zu finden.

„Tief betroffen und sehr traurig“, sagte Dritter Bürgermeister Günter Haubner im Namen der Freien Wählergemeinschaft Lebwohl. Mit seiner Gradlinigkeit und Bodenständigkeit sei der Vorsitzende des Ortsvereins „für uns alle ein Vorbild gewesen“, betonte Haubner. Landthaler sei für seinen „echten Dialekt, seine Heimatverbundenheit und seine Ehrlichkeit bekannt gewesen. Er war ein Original.“ Als Bürgermeister habe er sich bemüht, alle mitzunehmen und einzubinden. „Er wollte eine gute Gemeindepolitik machen“, sagte Haubner. „Wir werden versuchen, in Deinem Sinne weiterzumachen“, versprach der Dritte Bürgermeister. „Du wirst uns allen fehlen.“

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