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Almauftrieb in den Bergen: Am 1. Juni kommen die Jungtiere ins Vorkarwendel. 

Isarwinkler Almbauern mit Flächen in Österreich

Trotz Corona-Beschränkungen: Dem Almauftrieb steht nichts im Weg

Einige Isarwinkler Almbauern treiben ihr Vieh in Tirol auf. Ein Problem? Nein, sagt sagt zuständige Landwirtschaftsamt.

Lenggries/Hinterriß – Im Vorkarwendel beginnt am 1. Juni die neue Almsaison. Sowohl der frühere Almbauernvorstand Georg Mair aus Gaißach als auch die zuständige Referentin am Holzkirchner Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Susanne Krapfl gehen übereinstimmend davon aus, dass diesem Termin nichts im Wege steht: Für die Ausübung der Almwirtschaft jenseits der grünen Grenze zu Tirol gebe es für die betroffenen Isarwinkler Almbauern trotz Corona „keine Hindernisse und Beschränkungen“, weil die Landwirtschaft in der EU von systemrelevanter Bedeutung sei.

Das gilt für eine ganze Reihe von Almen auf Tiroler Gebiet im Bächental und am Schafreuter, die seit Jahrhunderten von Isarwinkler Bauern unterhalten werden. Susanne Krapfl rät allerdings dringend dazu, dass das Almpersonal beim Aufenthalt jenseits der Landesgrenze unbedingt einen Personalausweis sowie eine Bescheinigung des Arbeitgebers mit sich führen sollte, um sich gegenüber Grenzbeamten legitimieren zu können.

Mountainbiker wurden von Grenzbeamten aufgegriffen

Sowohl Susanne Krapfl als auch Georg Mair sind nämlich „mehrere Fälle“ (zum Beispiel im Bereich Krottenbachtal-Delps) bekannt, dass Wanderer und Mountainbiker von Grenzbeamten aufgegriffen und wegen Missachtung der Grenzbestimmungen mit hohen drei- oder sogar vierstelligen Bußgeldern belegt worden sind. Da hätte es ihnen auch nichts geholfen, dass sie möglicherweise aus Unkenntnis über die Grenze geraten waren. Auch wenn längs der Grenze keine entsprechenden Hinweisschilder stünden, so Krapfl, sei es nämlich „die Holschuld des Nutzers“, sich über das nach wie vor bestehende grundsätzliche Verbot eines Grenzübertritts nach Tirol zu informieren.

Georg Mair war erst vor wenigen Tagen auf seiner Lerchkogel-Alm und konnte sich überzeugen, dass dort auch auf dem Hochleger nur noch so wenig Schneereste liegen wie sonst selten um diese Jahreszeit. Am 1. Juni könne es also definitiv losgehen mit dem Almauftrieb.

Was ist mit dem einfachen Ausschank auf den Almen?

Ein noch nicht gelöstes generelles Problem sieht Susanne Krapfl wegen der Corona-Schutzbestimmungen für den traditionellen einfachen Ausschank auf Almen. Sie sind keine Betriebe im Sinne der Gaststättenverordnung und verfügen weder über Stromanschlüsse noch entsprechende Hygiene-Standards: „Da brauchen wir noch unbedingt Klarstellungen seitens der Gesundheitsämter“, sagt Krapfl. Einweg-Geschirr auf Almen – das mag ich mir nicht vorstellen.“ Rainer Bannier

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